Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Bill Cosby: Millionenstrafe im Zivilprozess nach schweren Vorwürfen

Bill Cosby muss einer 84-jährigen Klägerin über 19 Millionen Dollar Entschädigung zahlen. Die Jury in Kalifornien befand ihn für schuldig, die Frau vor mehr als 50 Jahren missbraucht zu haben. Cosby bestreitet die Vorwürfe und plant, in Berufung zu gehen.

Artikel hören

Bill Cosby: Jury verhängt Millionenstrafe
KI-generiert

Dutzende Frauen haben dem US-Entertainer Bill Cosby sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Nach einem Zivilprozess wurde nun eine hohe Entschädigungszahlung angeordnet.

Der US-Komiker und Schauspieler Bill Cosby wurde von einer Jury in Kalifornien zu einer Entschädigungszahlung verurteilt. Die Geschworenen kamen zu dem Schluss, dass Cosby vor mehr als 50 Jahren eine heute 84 Jahre alte Frau missbraucht hatte. Der Klägerin wurde ein Schadenersatz von über 19 Millionen Dollar (entspricht mehr als 16 Millionen Euro) zugesprochen, wie US-Medien berichteten.

Cosby war während des Verfahrens nicht persönlich anwesend, wies jedoch die Vorwürfe über seine Verteidiger und in einer eidesstattlichen Erklärung zurück.

  • Hintergrund der Klage: Laut der Klageschrift soll Cosby die damals als Kellnerin tätige Frau 1972 zu einer seiner Shows eingeladen, sie mit Alkohol und Tabletten wehrlos gemacht und sie anschließend missbraucht haben.
  • Neues Gesetz: Ein kürzlich in Kalifornien verabschiedetes Gesetz erlaubt es, Schadenersatzklagen wegen sexuellen Missbrauchs ohne Verjährungsfristen einzureichen.

Die Klägerin äußerte sich nach dem Urteil und sagte: „Es hat 54 Jahre gedauert, um Gerechtigkeit zu erfahren. Ich hoffe, damit auch anderen Frauen ein wenig zu helfen.“ Das Anwaltsteam von Cosby kündigte an, in Berufung gehen zu wollen.

Vorherige Verurteilungen und Haftstrafe

Bill Cosby, der durch die Sitcom „Die Bill Cosby Show“ bekannt wurde, war bereits 2018 in einem Strafprozess wegen sexueller Nötigung zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Nach knapp drei Jahren im Gefängnis wurde er 2021 aufgrund eines Verfahrensfehlers freigelassen, was die Verurteilung überraschend aufhob.

Nach seiner Freilassung sah sich Cosby weiterhin mit Zivilklagen konfrontiert. Im Jahr 2022 wurde er von einer Jury in Los Angeles für schuldig befunden, eine 16-Jährige im Jahr 1975 sexuell missbraucht zu haben, was zu einer Entschädigung von 500.000 Dollar führte.

Die Vorwürfe gegen Cosby sind Teil der MeToo-Bewegung, in deren Rahmen zahlreiche Frauen sexuelle Übergriffe durch ihn öffentlich gemacht haben. Cosby hat die Anschuldigungen stets zurückgewiesen.

TS