Detlef Soost spricht offen über sein traumatisches Aufwachsen und die Herausforderungen, die ihn geprägt haben. Mit seiner Rückkehr ins Fernsehen als Gastgeber von „Survivor“ reflektiert er über seine Erfahrungen und die Bedeutung von Notfallsituationen.
Detlef Soost: Von Kindheitstraumata zur Bildschirmneuerfindung

Detlef Soost, bekannt aus der Castingshow „Popstars“, feiert seine Rückkehr ins Fernsehen als Moderator eines neuen Reality-Formats. In einem Gespräch erläutert der 55-Jährige, warum er für die Show „Survivor“ (deutsch: Überlebender) prädestiniert ist.
Frühe Schicksalsschläge prägen Soosts Leben
Bereits in seiner Kindheit erlebte Soost traumatische Ereignisse. Im Alter von vier Jahren fand er seine Mutter leblos in der Küche, umgeben von leeren Alkoholflaschen und Tablettenschachteln. „Sie hat sich nicht mehr bewegt, weil sie das erste Mal versucht hatte, sich umzubringen“, erinnert sich Soost. „Da war ich das erste Mal im Notfallmodus.“ Diese frühen Erfahrungen haben ihn geprägt und ihm Fähigkeiten im Umgang mit Krisensituationen vermittelt.
Die Rückkehr nach „Popstars“
Soost, der sich zunächst als Tänzer und Choreograf einen Namen machte, wird nun der Host von „Survivor“ bei Sport1. Die Show umfasst 35 Episoden, die ab dem 23. März ausgestrahlt werden, mit fünf Folgen pro Woche im Free-TV und on demand auf show1.tv. Die Teilnehmer sind „normale, aber außergewöhnliche Menschen“, die auf einer einsamen tropischen Insel leben und nur mit dem Nötigsten ausgestattet sind.
Herausforderungen und Überlebensbedingungen
„Es war Überleben auf einer Insel ohne jeglichen Komfort. Nicht mal Feuer hatten sie in den ersten zwei Nächten, weil sie sich auch das erst in den Challenges erarbeiten mussten“, erklärt Soost. Die extremen Bedingungen führen zu massiven emotionalen und psychischen Herausforderungen, die er als „Notfallsituationen“ beschreibt.
Ein bewegtes Leben in schwierigen Verhältnissen
Soost wuchs in Ost-Berlin unter schwierigen familiären Bedingungen auf. Sein leiblicher Vater, der aus Ghana stammt, verleugnete ihn, und erst mit 34 Jahren traf er ihn einmal. 2006 verstarb sein Vater. Mit sieben Jahren kam Soost in ein Kinderheim, wo er weitere prägende Erfahrungen machte. „Ich erinnere mich, dass ein Passant zu meinen Freunden und mir sagte: ,Aus euch werden sowieso nur Alkoholiker, Drogenabhängige oder Kriminelle‘“, erzählt er. Diese negativen Botschaften weckten in ihm einen Widerstand und motivierten ihn, seinen eigenen Weg zu gehen.
Soosts Weg zur Selbstfindung
Soost spricht offen über seine Vergangenheit und die Herausforderungen, die er überwunden hat. Er beschreibt sich selbst als „absoluten Yin-und-Yang-Menschen“, was bedeutet, dass er die gegensätzlichen Kräfte in seinem Leben als ergänzend empfindet. Um neue Kraft zu schöpfen, nutzt er gezielt freie Zeiten für Meditation und Entspannung. „Man sagt, ein Handy sollte fast leer sein, bevor man es an die Ladestation packt. Zumindest bei mir ist das genau das Gleiche“, erklärt er.
Gesundheitliche Herausforderungen
Soost hat in den letzten Jahren mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt, darunter mehrere Schlaganfälle und Herzprobleme. „Es wurde festgestellt, dass ich im Bereich des Gehirns, welcher fürs Sehen zuständig ist, einen normalen und drei kleine Schlaganfälle innerhalb kürzester Zeit hatte“, berichtete er. Trotz dieser Herausforderungen bleibt Soost optimistisch und betont, dass er „trainiert“ sei, mit Notfallsituationen umzugehen.
Unterstützung in Krisenzeiten
Wer sich in einer schweren Situation befindet oder mit Suizidgedanken kämpft, kann sich an verschiedene Beratungsstellen wenden:
- Telefonseelsorge: 0800 – 111 0 111, 0800 – 111 0 222 oder 116 123, rund um die Uhr erreichbar.
- Kinder- und Jugendtelefon: 116 111, montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr.
- Muslimisches Seelsorge-Telefon: 030 – 44 35 09 821, 24 Stunden erreichbar.
- Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Übersicht aller Beratungsangebote unter suizidprophylaxe.de.
Detlef Soosts Lebensgeschichte ist ein eindrucksvolles Beispiel für Resilienz und die Fähigkeit, aus schwierigen Erfahrungen Stärke zu schöpfen. Seine Rückkehr ins Fernsehen als Moderator von „Survivor“ zeigt, dass er trotz aller Herausforderungen weiterhin aktiv und inspirierend bleibt.
Bildquelle: Superbass via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)








