Trauer um einen unbequemen Parlamentarier: Marco Bülow, früherer SPD-Bundestagsabgeordneter und scharfer Kritiker seiner Partei, ist im Alter von 52 Jahren gestorben.
Ex-SPD-Abgeordneter Marco Bülow ist tot – langjähriger Bundestagspolitiker stirbt mit 52 Jahren

Die deutsche Politik trauert um Marco Bülow. Der frühere Bundestagsabgeordnete ist im Alter von 52 Jahren gestorben. Bülow saß fast 19 Jahre im Parlament und galt als eigenständiger Kopf, der sich immer wieder offen mit der Parteiführung der SPD anlegte. Sein Tod sorgt parteiübergreifend für Bestürzung.
Fast zwei Jahrzehnte im Bundestag
Marco Bülow gehörte dem Deutscher Bundestag von 2002 bis 2021 an. In dieser Zeit vertrat er den Wahlkreis Dortmund direkt und profilierte sich als engagierter Abgeordneter mit klarem sozialpolitischem Fokus. Besonders Themen wie soziale Gerechtigkeit, Arbeitnehmerrechte und Lobbykritik standen im Zentrum seiner politischen Arbeit.
Scheiße, Marco Bülow ist tot.
— Martin Sonneborn (@MartinSonneborn) January 30, 2026
Jung gestorben, mit 54. Ein guter Mensch. Einer der zwei, drei letzten echten Sozialdemokraten. Einer, der sich empörte, gegen Ungerechtigkeiten, Lobbyismus, Überheblichkeiten der politischen Klasse, gegen Dummheit & die Forderung nach… pic.twitter.com/hZO1r1pMvY
Bruch mit der SPD nach jahrelanger Kritik
Im Jahr 2018 verließ Marco Bülow die SPD nach zunehmenden inhaltlichen Differenzen. Er hatte der Partei vorgeworfen, sich von ihren sozialdemokratischen Grundwerten zu entfernen und zu stark an wirtschaftlichen Interessen zu orientieren. Sein Austritt sorgte damals für große Aufmerksamkeit, da Bülow zu den bekanntesten innerparteilichen Kritikern gehörte.
Unabhängiger Abgeordneter bis zum Karriereende
Nach seinem Austritt blieb Bülow zunächst als fraktionsloser Abgeordneter im Bundestag. Später schloss er sich der Partei Die Partei an, ohne jedoch erneut für den Bundestag zu kandidieren. Auch außerhalb des Parlaments blieb er politisch aktiv und meldete sich regelmäßig mit pointierten Beiträgen zu Wort.
Engagement gegen Lobbyismus
Ein zentrales Anliegen Bülows war der Kampf gegen politischen Lobbyismus. In Büchern und öffentlichen Auftritten kritisierte er den Einfluss großer Konzerne auf politische Entscheidungen. Er forderte mehr Transparenz und strengere Regeln für den Umgang von Politik und Wirtschaft und wurde dafür auch über Parteigrenzen hinweg respektiert.
Mit großer Bestürzung habe ich vom viel zu frühen Tod des früheren Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordneten Marco Bülow erfahren. Mein Mitgefühl gilt seinen Angehörigen und Freunden!
— Fabio De Masi 🦩 (@FabioDeMasi) January 30, 2026
Marco war ein unbestechlicher Kämpfer gegen Korruption und den Lobbyismus des großen Geldes.
Er… pic.twitter.com/T5yvqEfDBy
Reaktionen aus Politik und Öffentlichkeit
Nach Bekanntwerden seines Todes äußerten zahlreiche Politikerinnen und Politiker ihre Trauer. Viele würdigten Marco Bülow als leidenschaftlichen Demokraten, der auch unbequeme Positionen nicht scheute. In sozialen Netzwerken erinnerten Weggefährten und Unterstützer an seine klare Haltung und seinen Einsatz für soziale Themen.
Ein streitbarer Kopf mit klaren Überzeugungen
Marco Bülow galt als Politiker, der sich selten anpasste und konsequent seinen Überzeugungen folgte. Sein Tod reißt eine Lücke in die politische Debatte, in der er über viele Jahre eine kritische und mahnende Stimme war.








