Der Hamburger SV trauert um eine seiner größten Vereinslegenden. Peter „Eiche“ Nogly ist im Alter von 79 Jahren nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Der frühere Kapitän prägte eine der erfolgreichsten Zeiten des HSV, wurde Deutscher Meister und gewann mit den Hamburgern zwei weitere große Titel.
Große Trauer beim HSV: Meister-Kapitän Peter „Eiche“ Nogly ist tot

HSV-Legende Peter Nogly mit 79 Jahren gestorben
Der Hamburger SV muss Abschied von einer seiner prägendsten Persönlichkeiten nehmen. Peter Nogly ist am Donnerstag, 24. September 2026, im Alter von 79 Jahren nach langer, schwerer Krankheit gestorben.
Der HSV bestätigte den Tod seines früheren Kapitäns am Freitag. Nogly, der von Fans und Wegbegleitern „Eiche“ genannt wurde, gehörte zu den herausragenden Verteidigern der Vereinsgeschichte.
Elf Jahre lang trug er das HSV-Trikot und erlebte dabei den Aufstieg der Hamburger zu einer der erfolgreichsten Mannschaften Deutschlands und Europas.
Von Lübeck zum Hamburger SV
Peter Nogly wechselte im Sommer 1969 aus Lübeck zum HSV. Damals kam er aus der zweitklassigen Regionalliga in die Bundesliga.
In Hamburg entwickelte sich der Verteidiger schnell zu einer festen Größe. Nogly spielte zunächst als Vorstopper und Manndecker, später auch als Libero.
Seine Spielweise war körperbetont und kompromisslos. Gleichzeitig verfügte er über ein starkes Stellungsspiel und enorme Kopfballqualitäten. Bemerkenswert: Trotz seiner robusten Spielweise wurde Nogly während seiner gesamten Karriere kein einziges Mal vom Platz gestellt.
Auch für die deutsche A-Nationalmannschaft lief er viermal auf.
Daher kam sein Spitzname „Eiche“
Seinen legendären Spitznamen erhielt Nogly ausgerechnet nach einer schweren Verletzung.
Während einer Messepokal-Partie im belgischen Gent bekam er einen Ellbogen ins Gesicht und erlitt einen vierfachen Jochbeinbruch.
HSV-Torhüter Gert Girschkowski kommentierte die Verletzung damals mit den Worten: „Jetzt ist die Eiche gefällt.“
Der Name blieb hängen. Fortan kannten ihn Mannschaftskameraden und Fans als „Eiche“ Nogly.
634 Spiele und 52 Pflichtspieltore für den HSV
Die Zahlen zeigen, welchen Stellenwert Nogly beim HSV hatte. Insgesamt absolvierte er 634 Einsätze für die Liga-Mannschaft.
Davon waren 414 Pflichtspiele. Allein in der Bundesliga kam der Verteidiger auf 320 Partien. In Pflichtspielen erzielte er zudem beachtliche 52 Tore.
Nogly wollte sich nie ausschließlich auf die Defensivarbeit beschränken. Er schaltete sich regelmäßig in das Offensivspiel ein und war besonders bei Kopfbällen und Distanzschüssen gefährlich.
Einer seiner spektakulärsten Treffer gelang ihm im Januar 1975 gegen Borussia Mönchengladbach. Sein Flugkopfball wurde anschließend zum „Tor des Monats“ gewählt.
Pokalsieger, Europacupsieger und Deutscher Meister
Mit Nogly begann beim HSV eine der erfolgreichsten Phasen der Vereinsgeschichte.
1973 gewann Hamburg den DFB-Ligapokal. Drei Jahre später folgte der Triumph im DFB-Pokal. Im Finale gegen den 1. FC Kaiserslautern erzielte Nogly selbst das wichtige 1:0.
1977 feierte der HSV dann einen internationalen Titel. Die Hamburger gewannen den Europapokal der Pokalsieger.
Der nächste Höhepunkt folgte 1979: Der HSV wurde Deutscher Meister. Nogly führte die Mannschaft als Kapitän an und durfte am Ende die Meisterschale entgegennehmen.
Das verlorene Europacup-Finale schmerzte ihn besonders
Ein ganz großer internationaler Triumph blieb Nogly zum Ende seiner HSV-Zeit allerdings verwehrt.
1980 erreichten die Hamburger das Finale im Europapokal der Landesmeister. Im Endspiel in Madrid traf der HSV auf Nottingham Forest.
Hamburg verlor mit 0:1. Nogly bezeichnete diese Partie später als seine größte Niederlage.
Kurz darauf endete nach elf Jahren seine Zeit als HSV-Profi.
Nur Uwe Seeler war häufiger Bundesliga-Kapitän
Nogly war nicht nur Leistungsträger, sondern auch eine der wichtigsten Führungsfiguren der Mannschaft.
Zwischen 1973 und 1980 führte er den Hamburger SV allein in 122 Bundesliga-Partien als Kapitän auf den Platz.
Nur HSV-Ikone Uwe Seeler trug in der Bundesliga häufiger die Kapitänsbinde der Hamburger.
Bei den Fans genoss „Eiche“ ebenfalls einen besonderen Status. Ende der 1970er-Jahre widmeten die Anhänger ihrem Kapitän sogar einen eigenen Fangesang.
Fans wählten Nogly in die Jahrhundert-Mannschaft
Seine Bedeutung für den HSV blieb auch lange nach dem Ende seiner aktiven Karriere bestehen.
2006 gehörte Nogly zu den ersten Persönlichkeiten, die auf dem HSV-„Walk of Fame“ am Volksparkstadion verewigt wurden.
Beim 125. Vereinsjubiläum 2012 folgte eine weitere besondere Auszeichnung. Die HSV-Fans wählten ihre Jahrhundert-Mannschaft und beriefen Nogly in das lediglich 18 Spieler umfassende Aufgebot.
In der Abwehr stand er dort gemeinsam mit Namen wie Jupp Posipal, Willi Schulz, Manfred Kaltz und Ditmar Jakobs.
Auch für Hertha BSC und den FC St. Pauli spielte Nogly
Nach seinem Abschied vom HSV setzte Nogly seine Karriere zunächst in Nordamerika fort.
Er spielte in der NASL für die Edmonton Drillers und die Tampa Bay Rowdies. Später kehrte er nach Deutschland zurück und lief in der 2. Bundesliga für Hertha BSC sowie den FC St. Pauli auf.
Auf Amateurebene spielte er außerdem für den VfB Lübeck und den SC Wentorf.
1989 absolvierte Nogly erfolgreich den DFB-Lehrgang zum Fußball-Lehrer. Anschließend arbeitete er für verschiedene Amateurvereine in Schleswig-Holstein und im Raum Hamburg.
Dem Fußball blieb er auch im höheren Alter eng verbunden und spielte unter anderem für Traditionsmannschaften.
HSV verliert innerhalb kurzer Zeit die nächste große Legende
Der Tod von Peter Nogly trifft den Hamburger SV in einem Jahr, in dem der Verein bereits von weiteren bedeutenden Persönlichkeiten Abschied nehmen musste.
Erst im Juli 2026 war der frühere HSV-Weltstar Kevin Keegan im Alter von 75 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Keegan und Nogly hatten Ende der 1970er-Jahre gemeinsam für die Hamburger gespielt.
Nun verliert der Verein mit Peter „Eiche“ Nogly einen weiteren Spieler aus jener Mannschaft, die den HSV zu einem europäischen Spitzenclub machte.
Der Hamburger SV erklärte nach Bekanntwerden seines Todes, die Gedanken seien bei Noglys Familie, seinen Freunden und seinen Wegbegleitern. Der Verein werde seinem langjährigen Kapitän und Meisterspieler ein ehrendes Andenken bewahren.








