Ein verabredetes BDSM-Treffen endet tödlich: Der britische Schauspieler Michael Barron stirbt nach einer über 30 Minuten andauernden Strangulation.
Schauspieler Michael Barron stirbt bei BDSM-Treffen

Urteil vor Gericht in Manchester
Vor dem Minshull Street Crown Court in Manchester ist am Dienstag der 28-jährige Josh Baxter zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Baxter seinen 38-jährigen Sexpartner Michael Barron vorsätzlich stranguliert beziehungsweise erstickt und ihm schwere Körperverletzungen zugefügt hatte. Vom schwereren Vorwurf der fahrlässigen Tötung wurde er jedoch freigesprochen.
Der tödliche Vorfall ereignete sich am 26. Januar 2025 in einer Wohnung im Stadtteil Blackley in Manchester. Die beiden Männer hatten sich zuvor über die Dating-App Grindr kennengelernt und im Vorfeld Nachrichten über ihre Vorlieben für „extreme“ sexuelle Praktiken ausgetauscht.
Über 30 Minuten Strangulation
Nach Darstellung der Anklage soll Michael Barron auf Anraten von Josh Baxter vor dem sexuellen Treffen große Mengen Wodka konsumiert haben. Der Alkohol habe ihn stark beeinträchtigt. Anschließend soll Baxter Barron über einen Zeitraum von mindestens 30 Minuten stranguliert haben.
Die Gewalt war laut Gerichtsmedizinern so massiv, dass Knochen und Knorpel im Halsbereich des Opfers brachen. Infolge des Sauerstoffmangels erlitt Barron einen Herzstillstand und starb noch in der Wohnung.
Gericht sieht bewusste Missachtung von Risiken
Josh Baxter hatte vor Gericht angegeben, er sei von einer einvernehmlichen BDSM-Situation ausgegangen und habe den Tod seines Partners nicht beabsichtigt. Das Gericht stellte jedoch fest, dass Baxter im Vorfeld im Internet nach Informationen zur Strangulationspraxis gesucht und Warnhinweise gelesen hatte.
Trotz dieser Kenntnisse habe er die Risiken ignoriert. Zudem habe er Barron aktiv dazu gebracht, besonders viel Alkohol zu trinken, wodurch dessen Fähigkeit zur Einschätzung der Gefahr weiter eingeschränkt worden sei.
Opfer war aus TV-Serien bekannt
Michael Barron war als Schauspieler tätig und hatte unter anderem Rollen in den britischen Fernsehserien „Hollyoaks“ und „Emmerdale“. Er wurde 39 Jahre alt.
Nach dem Urteil veröffentlichte die Familie des Verstorbenen eine Erklärung. Darin beschrieben sie Barron als warmherzigen und einzigartigen Menschen, der insbesondere innerhalb der queeren Community vielen Mut und Selbstvertrauen gegeben habe. Sein Tod habe eine tiefe Lücke hinterlassen und die Familie zutiefst erschüttert.








