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Wladimir Klitschko wird 50 – Ein Leben im Zeichen des Boxsports und des ukrainischen Kampfes

Wladimir Klitschko feiert seinen 50. Geburtstag und bleibt trotz Comeback-Gerüchte vor allem von den Folgen des Ukraine-Kriegs geprägt. Der Ex-Boxweltmeister setzt sich unermüdlich für seine Heimat ein und betont den ungebrochenen Willen seines Volkes.

Box-Ikone Wladimir Klitscho wird 50 - und kämpft weiter für seine Heimat
MSC/Kuhlmann via Wikimedia Commons (CC BY 3.0 de)

Wladimir Klitschko zeigt auch mit 50 Jahren, dass er im Ring noch immer aktiv ist. Ein kürzlich veröffentlichtes Sparring-Video, das er zu Beginn des Jahres in sozialen Medien teilte, hat erneut Spekulationen über ein mögliches Comeback entfacht. Doch in der gegenwärtigen Situation ist eine Rückkehr in den Boxring nicht denkbar.

„Ich habe nur ein Comeback in meinem Kopf. Genauso wie jeder Ukrainer und Europäer: das Comeback der russischen Truppen zurück nach Russland. Es gibt kein anderes Comeback in meinem emotionalen Zustand“, erklärte Klitschko in einem Interview bei Sandra Maischberger in der ARD.

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine prägt seit vier Jahren Klitschkos Gedanken und Leben, auch an seinem 50. Geburtstag.

Wladimir Klitschko: Ein Leben im Boxring

Während seiner erfolgreichen Karriere als Profiboxer lebte und trainierte Klitschko über viele Jahre in Hamburg, zunächst zusammen mit seinem älteren Bruder Witali. Am 16. November 1996 bestritten beide ihre ersten Profikämpfe in der Sporthalle Wandsbek. 15 Jahre später sicherte sich Wladimir im Hamburger Volksparkstadion den WBA-Titel im Schwergewicht, nachdem er David Haye besiegt hatte.

In den letzten Jahren hat Klitschko unermüdlich auf das Leid seiner Landsleute in der Ukraine hingewiesen. Ob in Kiew, wo sein Bruder als Bürgermeister gegen die russischen Invasoren kämpft, in TV-Studios oder auf der Münchner Sicherheitskonferenz, seine Botschaft bleibt klar:

„Wir verlieren wahnsinnig viel. Trotzdem wird unser Wille dadurch nur stärker. Das kann auch 100 Jahre dauern. Wir werden nicht aufgeben“, sagte er.

Der unermüdliche Kämpfer

Solange russische Soldaten in der Ukraine sind, bleibt Klitschkos Rückkehr in den Boxring unwahrscheinlich. Seine sportlichen Aktivitäten sind eher Ausdruck eines gesunden Lebensstils als einer Rückkehr in den Wettkampf.

„Ich kann es immer noch. Das ist eine tägliche Routine für mich“, betonte er.

Klitschko selbst hat die Diskussion um ein Comeback Ende 2024 angestoßen, als er auf X verkündete, dass ihn momentan nur der Krieg beschäftige, er jedoch bereit wäre, falls ein Kampf zustande käme. Diese Äußerung sorgte in der Boxszene für Aufsehen.

Spekulationen über Rückkämpfe

Die Gerüchte über einen möglichen Rückkampf gegen Tyson Fury, der Klitschko 2015 überraschend besiegte, wurden schnell laut. Alexander Usyk, der aktuelle Schwergewichts-Champion, äußerte sich dazu:

„Ich würde mir diesen Rückkampf sehr gerne ansehen. Aber ich würde sagen, die Wahrscheinlichkeit, dass Wladimir nur für sich selbst trainiert, liegt bei 70 Prozent.“

Eine beeindruckende Karriere

Unabhängig von einem möglichen 70. Profikampf hat Klitschko mit 64 Siegen und fünf Niederlagen eine beeindruckende Karriere hingelegt, die das Boxen in Deutschland maßgeblich geprägt hat. Besonders zwischen 2006 und 2015 dominierte er die Schwergewichtsklasse und hielt gleichzeitig die WM-Titel der Verbände WBA, WBO und IBF.

Sein Karriereende hätte bereits filmreif sein können: Das Duell 2017 gegen Anthony Joshua vor 90.000 Zuschauern im Wembley-Stadion gilt als moderner Klassiker, in dem sich beide Kämpfer gegenseitig zu Boden schickten, bevor Joshua schließlich siegte.

Ein Bruder-Kampf bleibt ausgeschlossen

Die Frage, ob es zu einem Kampf gegen seinen Bruder Witali kommen könnte, stellt sich nicht, da die beiden Brüder ihrer Mutter einst versprochen haben, niemals gegeneinander anzutreten. Diese Vereinbarung haben sie stets respektiert.

Bildquelle: MSC/Kuhlmann via Wikimedia Commons (CC BY 3.0 de)

TS