Schmerzende Knie, steife Finger oder Beschwerden in der Hüfte können den Alltag bei Arthrose erheblich beeinträchtigen. Neben Bewegung und klassischen Behandlungsmöglichkeiten interessieren sich deshalb viele Betroffene für ergänzende Methoden. Eine davon ist Akupressur. Dabei werden bestimmte Punkte des Körpers mit den Fingern gedrückt oder massiert. Doch wie funktioniert die Methode, welche Punkte spielen eine Rolle und was sollte man bei Arthrose beachten?
Akupressur bei Arthrose: Diese Punkte sollen bei Gelenkbeschwerden helfen

Wenn Arthrose den Alltag bestimmt
Morgens fühlen sich die Gelenke zunächst steif an. Beim Aufstehen schmerzt das Knie, längere Spaziergänge werden unangenehm und manchmal machen sogar kleine Handgriffe Probleme. Arthrose kann sich auf ganz unterschiedliche Weise bemerkbar machen.
Besonders häufig betrifft sie Knie, Hüfte und Finger. Im Gelenk verändert sich unter anderem die schützende Knorpelschicht. Sie kann dünner werden, während weitere Strukturen des Gelenks ebenfalls betroffen sein können.
Typisch sind Schmerzen bei Belastung, eine eingeschränkte Beweglichkeit und eine gewisse Steifigkeit nach Ruhephasen. Bei fortgeschrittener Arthrose können Beschwerden auch in Ruhe oder nachts auftreten.
Viele Betroffene suchen deshalb zusätzlich zu ihrer medizinischen Behandlung nach Möglichkeiten, selbst etwas gegen ihre Beschwerden zu unternehmen.
Eine Methode, die sich leicht zu Hause ausprobieren lässt, ist die Akupressur.
Eine Anleitung zu Akupressur-Punkten finden Sie hier:
Was ist Akupressur überhaupt?
Akupressur stammt aus der traditionellen chinesischen Medizin und ist eng mit der Akupunktur verwandt.
Der entscheidende Unterschied: Es kommen keine Nadeln zum Einsatz.
Stattdessen werden bestimmte Körperpunkte mit Fingern oder Daumen gedrückt beziehungsweise massiert. Die Anwendung lässt sich dadurch grundsätzlich ohne besondere Hilfsmittel durchführen.
Je nach Methode wird ein Punkt für einige Sekunden oder länger mit gleichmäßigem Druck behandelt. Teilweise kommen zusätzlich kleine kreisende Bewegungen zum Einsatz.
Viele Menschen empfinden bereits die Massage und den gezielten Druck als angenehm und entspannend.
Wichtig ist jedoch: Akupressur sollte nicht mit einer ursächlichen Arthrose-Therapie verwechselt werden. Sie kann als ergänzende Maßnahme betrachtet werden, ersetzt aber weder eine ärztliche Diagnose noch eine individuell notwendige Behandlung.
Warum Akupressur für Menschen mit Arthrose interessant ist
Gerade bei wiederkehrenden Beschwerden wünschen sich viele Betroffene eine Methode, die unkompliziert in den Alltag integriert werden kann.
Akupressur benötigt normalerweise keine Geräte. Die entsprechenden Punkte können beispielsweise zu Hause auf dem Sofa, während einer Pause oder unterwegs stimuliert werden.
Das macht die Methode für viele Menschen interessant.
Dabei sollte jedoch nicht der Eindruck entstehen, dass sich geschädigter Gelenkknorpel durch das Drücken bestimmter Punkte wiederherstellen lässt. Eine solche Wirkung ist nicht belegt.
Vielmehr geht es darum, eine ergänzende Möglichkeit kennenzulernen, die manche Menschen als wohltuend empfinden.
Die richtigen Punkte sind entscheidend
Wer Akupressur ausprobieren möchte, steht schnell vor einem Problem: Wo genau muss eigentlich gedrückt werden?
Der menschliche Körper besitzt eine Vielzahl traditionell beschriebener Akupressurpunkte. Abhängig von der jeweiligen Beschwerde werden unterschiedliche Stellen verwendet.
Genau deshalb kann eine bebilderte Anleitung hilfreich sein. Sie zeigt, wo sich die entsprechenden Punkte befinden und wie sie stimuliert werden.
Hier können Sie sich die Anleitung zu den Akupressur-Punkten ansehen:
Bewegung bleibt bei Arthrose besonders wichtig
Wer unter Arthrose leidet, neigt verständlicherweise dazu, schmerzende Gelenke zu schonen. Dauerhafte Inaktivität ist jedoch häufig der falsche Weg.
Gezieltes Training gehört zu den wichtigsten Maßnahmen bei Arthrose. Bewegung stärkt die Muskulatur rund um das Gelenk und kann die Funktion verbessern.
Besonders bei Knie- und Hüftarthrose können je nach persönlicher Situation beispielsweise Spaziergänge, Radfahren, Schwimmen sowie gezielte Kräftigungs- und Beweglichkeitsübungen infrage kommen.
Entscheidend ist, die Belastung an die eigenen Beschwerden anzupassen.
Akupressur sollte deshalb nicht an die Stelle von Bewegung treten. Sie lässt sich vielmehr als ergänzende Maßnahme verstehen.
Arthrose ist mehr als einfacher „Verschleiß“
Noch immer wird Arthrose häufig als klassischer Gelenkverschleiß bezeichnet. Das kann allerdings ein falsches Bild vermitteln.
Im Gelenk laufen komplexe biologische Prozesse ab. Neben Veränderungen des Knorpels können beispielsweise Knochen, Gelenkinnenhaut, Bänder und Muskulatur beteiligt sein.
Das erklärt auch, warum die Beschwerden von Mensch zu Mensch so unterschiedlich ausfallen können.
Manche Menschen haben auf Röntgenbildern deutliche Veränderungen und trotzdem kaum Schmerzen. Andere leiden unter starken Beschwerden, obwohl die sichtbaren Gelenkveränderungen vergleichsweise gering erscheinen.
Die Behandlung sollte sich deshalb nicht allein nach einem Röntgenbild richten, sondern nach den tatsächlichen Beschwerden und der individuellen Situation.
Was Sie selbst für Ihre Gelenke tun können
Neben einer ärztlich abgestimmten Behandlung gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Alltag gelenkfreundlicher zu gestalten.
Regelmäßige Bewegung spielt dabei eine zentrale Rolle. Kräftige Muskeln können das betroffene Gelenk stabilisieren und entlasten.
Bei starkem Übergewicht kann eine Gewichtsreduktion insbesondere Knie und Hüfte entlasten.
Auch die Belastung im Alltag lässt sich häufig anpassen. Bei Beschwerden an Händen und Fingern können beispielsweise ergonomische Hilfsmittel sinnvoll sein. Bei Knie- oder Hüftproblemen können geeignete Schuhe oder andere Hilfsmittel infrage kommen.
Ergänzende Maßnahmen wie Wärme, Kälte, Massage oder Akupressur werden von manchen Betroffenen ebenfalls als angenehm empfunden.
Wann Gelenkschmerzen ärztlich abgeklärt werden sollten
Nicht jeder Gelenkschmerz ist automatisch Arthrose.
Beschwerden können zahlreiche Ursachen haben. Deshalb sollten insbesondere neue, ungewöhnlich starke oder länger anhaltende Schmerzen ärztlich abgeklärt werden.
Das gilt besonders, wenn ein Gelenk plötzlich stark anschwillt, ungewöhnlich warm oder rot wird oder die Beweglichkeit deutlich eingeschränkt ist.
Auch wer bereits eine Arthrose-Diagnose erhalten hat und plötzlich deutlich stärkere oder veränderte Beschwerden bemerkt, sollte ärztlichen Rat einholen.
Akupressur als kleine Routine für den Alltag
Ein Vorteil der Akupressur liegt in ihrer einfachen Anwendung.
Wer die richtigen Punkte kennt und keine medizinischen Gründe dagegensprechen, kann die Methode relativ unkompliziert in seine persönliche Routine integrieren.
Dabei ist es sinnvoll, vorsichtig zu beginnen. Der Druck sollte spürbar, aber nicht stark schmerzhaft sein. Auf verletzten, entzündeten oder anderweitig auffälligen Hautstellen sollte nicht ohne fachlichen Rat gearbeitet werden.
Und vor allem sollte man realistische Erwartungen haben.
Akupressur ist kein Mittel, das Arthrose verschwinden lässt. Sie kann vielmehr eine ergänzende Möglichkeit sein, sich bewusst Zeit für den eigenen Körper und die betroffenen Bereiche zu nehmen.
Akupressur-Punkte Schritt für Schritt kennenlernen
Wer die Methode ausprobieren möchte, sollte zunächst wissen, welche Körperstellen gemeint sind und wie die Punkte richtig stimuliert werden.
Eine entsprechende Anleitung kann dabei helfen, die Positionen leichter zu finden und typische Fehler bei der Anwendung zu vermeiden.
Hier geht es zur Anleitung mit den Akupressur-Punkten:
Häufige Fragen zu Akupressur und Arthrose
Kann Akupressur Arthrose heilen?
Nein. Arthrose ist bislang nicht heilbar. Akupressur sollte daher nicht als Ersatz für medizinisch etablierte Behandlungsmöglichkeiten verstanden werden.
Kann ich Akupressur selbst durchführen?
Viele Akupressur-Anwendungen sind grundsätzlich für die Selbstanwendung gedacht. Wichtig ist, die jeweiligen Punkte korrekt zu identifizieren und vorsichtig vorzugehen.
Muss ich meine Gelenke bei Arthrose schonen?
Eine dauerhafte Schonung ist normalerweise nicht sinnvoll. Gezielte Bewegung und Training gehören zu den wichtigsten Maßnahmen bei Arthrose. Welche Belastung geeignet ist, hängt jedoch vom betroffenen Gelenk und der persönlichen Situation ab.
Wann sollte ich zum Arzt?
Bei neu auftretenden, starken oder länger anhaltenden Gelenkbeschwerden sollte die Ursache medizinisch abgeklärt werden. Das gilt ebenfalls bei deutlichen Schwellungen, Rötungen oder einer plötzlich stark eingeschränkten Beweglichkeit.
Wo finde ich die Anleitung zu den Akupressur-Punkten?
Die Anleitung mit den entsprechenden Informationen finden Sie hier:








