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Katze richtig erziehen – ein umfassender Leitfaden–

Die Erziehung von Katzen erfordert Geduld und Konsequenz. Katzen sind eigenwillig und reagieren besser auf positive Verstärkung als auf Bestrafung. Ein klarer Umgang mit unerwünschtem Verhalten ist entscheidend für eine harmonische Beziehung.

Katze richtig erziehen - ein umfassender Leitfaden–
KI-generiert

Wenn man sich entscheidet, sein Leben mit einer Katze zu teilen, stellt sich oft die Frage:

Wie kann ich meine Katze erziehen?

Es ist wichtig zu verstehen, dass Katzen eigenständige Wesen sind und sich nicht wie Hunde trainieren lassen. Sie sind sensible, dämmerungs- und nachtaktive Tiere, deren angeborenes Verhalten in bestimmten Situationen reflexartig abläuft und nicht verändert werden kann. Ein Beispiel hierfür ist das „Treteln“, bei dem viele Katzen beim Streicheln ihre Vorderpfoten rhythmisch aus- und einfahren. Diese Bewegung stammt aus ihrer frühen Kindheit, als sie den Milchfluss bei ihrer Mutter anregten.

Ein weiteres typisches Verhalten ist das Kratzen an Gegenständen, um ihre Krallen zu schärfen und Duftmarken zu hinterlassen. Um zu verhindern, dass sie an unerwünschten Orten kratzen, ist es notwendig, ihnen attraktive Alternativen anzubieten.

Freigängerkatzen folgen ihrem natürlichen Jagdinstinkt und bringen oft Beute, meist Mäuse, mit nach Hause, um sie ihren Menschen zu präsentieren. Es ist jedoch sinnlos, die Katze dafür zu schimpfen, da sie dies nicht verstehen wird. Es gibt verschiedene Theorien über die Gründe für dieses Verhalten, doch bisher konnten diese nicht eindeutig erforscht werden.

Wer also einen Stubentiger adoptieren möchte, sollte sich bewusst sein, dass es nicht möglich ist, bestimmte Verhaltensweisen abzutrainieren. Vielmehr sollte man sich fragen, wie man mit diesen umgehen kann.

Positive Verstärkung und klare Konsequenz

Von Anfang an ist es entscheidend, dass alle im Haushalt lebenden Personen klar definieren, was die Katze darf und was nicht. Nur so können Erfolge erzielt werden. Geduld ist hierbei unerlässlich, denn die Erziehung einer Katze ist ein langwieriger Prozess. Inkonsequenz führt nicht nur zu Verwirrung bei den Tieren, sondern kann auch dazu führen, dass der Katzenhalter frustriert wird und die Katze bestraft. Dies ist jedoch nicht zielführend und kann das Vertrauen der Katze zerstören.

Wenn die Katze für gewünschtes Verhalten Lob, Streicheleinheiten oder Leckerlis erhält, verknüpft sie diese Belohnungen mit ihrem positiven Verhalten und versteht schnell, was für sie vorteilhaft ist.

Das richtige „Nein!“

Katzen sind besonders gut darin, Verknüpfungen herzustellen. Daher sollte ihr Name niemals in Verbindung mit einem Tadel genannt werden. Dies ist ein häufiger Fehler in der Katzenerziehung. Es ist wichtig zu beachten, dass Katzen intelligent sind und auch ohne ihren Namen zu hören, wissen, wenn mit ihnen gesprochen wird. Mimik, Körpersprache und Tonfall sind im Umgang mit ihnen von großer Bedeutung.

Bei unerwünschtem Verhalten sollte ein festgelegtes Wort verwendet werden, auf das das Haustier reagieren kann. Ob „Nein!“, „Stopp!“, „Lass das!“ oder etwas anderes, spielt keine Rolle. Es muss ruhig, aber bestimmt ausgesprochen werden, ohne zu schreien, da dies die Katze eher verwirren würde.

Gleichzeitig oder unmittelbar danach sollte gehandelt werden. Wenn die Katze beispielsweise auf einen Tisch oder die Arbeitsplatte springt, sollte sie mit dem festgelegten Warnwort hochgehoben und an einen anderen Ort gesetzt werden. Es ist wichtig, die Katze nicht am Nackenfell zu packen. Um zu verhindern, dass die Katze auf verbotene Oberflächen springt, sollte man auch vor dem Verlassen der Wohnung die Küchentür schließen, da sie sich sonst während der Abwesenheit auf diesen Plätzen bequem machen könnte.

Wird die Katze nicht auf frischer Tat ertappt, sondern erst später festgestellt, dass sie etwas angestellt hat, wie das Umstoßen eines Blumentopfs oder das Verrichten ihres Geschäfts außerhalb des Katzenklos, ist es sinnlos, sie dafür zu tadeln. Sie wird diese Handlung nicht mehr mit ihrem Fehlverhalten in Verbindung bringen können, selbst wenn man sie an den Ort des Geschehens zurückbringt.

Katzen von Pflanzen fernhalten

Einige Verhaltensweisen kann man der Katze nur abgewöhnen, wenn man entsprechende Maßnahmen ergreift und lohnenswerte Alternativen anbietet. Knabbert die Katze an Zimmer- oder Balkonpflanzen, kann dies nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich sein, da viele Pflanzen für sie giftig sind. Es ist ratsam, sich im Vorfeld zu informieren und solche Pflanzen zu vermeiden. Wenn man die Katze beim Knabbern erwischt, sollte man sofort handeln und sie mit dem strengen Warnwort vom „Tatort“ wegbringen.

Um die Katze in Zukunft von den bevorzugten Pflanzen fernzuhalten, hat sich bewährt, diese und die Erde regelmäßig mit einer Mischung aus 1:1 Haushaltsessig (5 % Säure) und Wasser zu besprühen.

Um den Reiz für die Stubentiger, an Zimmerpflanzen zu knabbern, zu minimieren und gleichzeitig ihren Bedarf an Grünfutter zu decken, sollte immer frisches Katzengras bereitstehen. Katzengras ist eine wichtige Nahrungsergänzung, die unter anderem Folsäure liefert und somit vor Blutarmut schützt. Zudem unterstützt es die Verdauung und hilft den Katzen, verschluckte Haare leichter zu erbrechen. Dies kann einer Blockade des Magenausgangs oder einem Darmverschluss durch übermäßige Haarballenbildung vorbeugen. Beim Kauf von Katzengras sollte darauf geachtet werden, dass die Blätter weder zu hart noch scharfkantig sind, um Verletzungen zu vermeiden.

Katzen das Kratzen an Gegenständen abgewöhnen

Wenn die Katze ihre Krallen an Möbeln, Tapeten oder anderen Objekten wetzt, sollte man sie zu ihrem Kratzbaum oder Kratzbrett bringen und ihre Pfoten über die Oberfläche streichen, um ihre Duftmarkierung zu hinterlassen. Durch Kratzbewegungen mit den Fingern wird ihnen zudem gezeigt, wie sie ihre eigenen Utensilien nutzen sollen. Positive Verstärker wie Katzenminze- oder Baldrianspray können eingesetzt werden, um die Katze zusätzlich zu motivieren, ihre Kratzgegenstände zu nutzen. Die Belohnung für richtiges Verhalten sowie die Maßnahmen nach einem „Nein“ müssen immer sofort erfolgen, da die Tiere sonst keine Verbindung mehr herstellen können.

Es ist absolut inakzeptabel, Katzen, die sich danebenbenommen haben, zur Strafe zu stoßen, zu treten, zu schütteln, zu schlagen, zu verletzen oder ihnen anderweitig Schmerzen zuzufügen. Dies zerstört nicht nur das Vertrauensverhältnis, sondern stellt auch Tierquälerei dar, die strafrechtlich verfolgt wird.

Stubentiger kratzen oft auch aus folgenden Gründen: Einzelkatzen, die nur drinnen gehalten werden und sich vernachlässigt fühlen, reagieren aus Unzufriedenheit, Einsamkeit oder Langeweile. Wenn sie mehr Aufmerksamkeit, ausgiebige Schmuseeinheiten und ausreichend Spielzeit erhalten, werden sie ausgeglichener. In Mehrkatzenhaushalten treten erfahrungsgemäß weniger Probleme und Schäden in dieser Hinsicht auf, da sich die Tiere gegenseitig beschäftigen können. Auch bei unkastrierten Katern, manchmal auch Kätzinnen, kann sich das Revierverhalten durch vermehrtes Kratzmarkieren äußern. Eine Kastration kann hier Abhilfe schaffen. Um die Möbel zu schützen, kann an den bevorzugten Kratzstellen ein spezielles Anti-Kratz-Klebeband angebracht werden.

Wenn man die Katze genau beobachtet, kann man oft schon vor ihrer geplanten Aktion erkennen, was sie vorhat. Durch rechtzeitigen Tadel in Verbindung mit einer bestimmten und immer gleichen Geste kann man sie davon abhalten. Lässt man Fehlverhalten inkonsequent durchgehen, tut man weder sich selbst noch der Katze einen Gefallen, da dies die Katze verwirrt und sie es immer wieder einfordern wird. Bereits bestehende unerwünschte Angewohnheiten, die trotz Alternativangeboten oder beseitigter Ursachen weiter bestehen, wird die Katze möglicherweise aufgeben, wenn sie dabei jedes Mal eine negative Erfahrung macht. So können beispielsweise zusätzlich zu dem scharf ausgesprochenen Warnwort nicht zu laute, aber unangenehme Klapper- oder Rasselgeräusche zur rechten Zeit eingesetzt werden, um das Abgewöhnen zu unterstützen.

Für plötzlich oder allmählich auftretende unerwünschte Verhaltensauffälligkeiten gibt es viele situations- oder krankheitsbedingte Ursachen, denen man auf den Grund gehen muss, um diese zu beseitigen und das Fehlverhalten wieder abzustellen. Auch wenn man sich manchmal provoziert fühlt, sollte man wissen, dass keine Katze ihren Besitzer mit Boshaftigkeit strafen will, sondern vielmehr auf etwas hinweisen möchte, das ihr zu schaffen macht. Wenn eine bisher sanfte und umgängliche Katze in bestimmten Situationen plötzlich mit Protest, Verweigerung oder Aggression reagiert, lässt sich dies meist auf Stress, Frust, Eifersucht, Angst oder Schmerzen zurückführen.

Babykatzen erziehen

Es ist wichtig, die kleinen Kätzchen frühestens im Alter von 12, besser jedoch mit 14 Wochen von ihrer Katzenfamilie zu trennen, da sie durch Beobachten und Nachahmen lernen. Die Mutter dient dabei als Vorbild und ist zunächst für die Erziehung zuständig. Sowohl bei der Interaktion mit ihr als auch mit den Wurfgeschwistern lernen sie, wo ihre Grenzen liegen und wann sie zurückstecken müssen.

Die Prägung der kleinen Katzen wird auch von genetischen Faktoren, der Umgebung, in der sie aufwachsen, und den Erfahrungen, die sie mit ihren „ersten Menschen“ machen, beeinflusst. Die sozialen Verhaltensmuster, die sie in den ersten Monaten entwickeln, werden sie ein Leben lang begleiten. Gut sozialisierte Katzen können besser mit neuen Situationen umgehen. Ihr Verhalten gegenüber anderen Tieren und Menschen unterscheidet sich grundlegend von dem von zu früh isolierten oder schlecht behandelten Tieren. Dies hat auch Auswirkungen auf ihre weitere Erziehung durch ihre neue Menschenfamilie.

Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Erziehung

Wenn der kleine Stubentiger – oder besser zwei – eingezogen ist, ist es besonders wichtig, eine vertrauensvolle Beziehung zu ihnen aufzubauen, um ein harmonisches Miteinander zu gewährleisten. Die Samtpfötchen müssen sich in ihrem neuen Zuhause sicher, wohl und geborgen fühlen, damit die Grundzüge der Erziehung gelingen können. Dazu ist es notwendig, viel Zeit mit ihnen zu verbringen, mit den Kätzchen zu spielen, sie zu streicheln und dabei mit sanfter, beruhigender Stimme zu sprechen und häufig ihren Namen zu nennen. Man sollte den Minis auf „Augenhöhe“ begegnen, also auf Knien oder in der Hocke, um den Größenunterschied zu minimieren und sie nicht zu verängstigen. Es ist wichtig, sich den Samtpfötchen langsam zu nähern und sie nicht durch schnelles Zulaufen zu erschrecken. Zudem sollte man darauf achten, die Katzen beim direkten Blickkontakt nicht anzustarren, da dies für sie bedrohlich wirkt. Ein langsames Blinzeln hingegen wird von den Tieren als Zeichen der Zuneigung gewertet.

Andererseits müssen auch ihre Grundbedürfnisse erfüllt sein. Neben Futter- und Wassernäpfen, die an verschiedenen Orten stehen und sich möglichst weit von den Katzentoiletten entfernt befinden, gehören dazu auch Spielsachen, Kratz- und Klettermöglichkeiten, kuschelige Schlafplätze und Verstecke. Ein respektvoller und liebevoller Umgang sowie die notwendige Geduld und Konsequenz bei der Erziehung sind nicht nur für die jungen, verspielten und neugierigen Kätzchen wichtig, sondern gelten für Katzen jeden Alters. Es ist klar, dass die Kleinen häufig Dinge austesten und herausfinden wollen, wie weit sie gehen können. Auch wenn die Minitiger sehr süß sind, ist es wichtig, konsequent zu bleiben, denn was ihnen einmal durchgelassen wird, merken sie sich für die Zukunft. Die bereits genannten Regeln gelten daher auch für die Kleinen und müssen von Anfang an konsequent angewendet werden.

Wenn man beispielsweise beim Spielen mit der jungen, übermütigen Katze deren Zähnchen und Krallen zu spüren bekommt, sollte dies sofort mit einem strengen und lauteren „Au“ abgebrochen werden. Es ist in Ordnung, wenn das Katzenkind erschrickt und innehält. Auch wenn es bei den Kleinen lustig erscheinen mag, ist es notwendig, dieses Verhalten nicht zu tolerieren, da sie sonst auch als erwachsene Katzen nicht in der Lage sein werden, sanft und gesittet zu spielen. Ein Zeichen der Zuneigung von der Katze ist es jedoch, wenn sie während einer ausgiebigen Schmuseeinheit schnurrend leicht an der Hand ihres Menschen knabbert. Dieser sogenannte Liebesbiss sollte nur dann mit einem „Au“ in normaler Tonlage unterbrochen werden, wenn es zu heftig wird und schmerzt.

Erziehung zur Stubenreinheit

In der Regel sollte es keine Probleme mit der Stubenreinheit geben, da die jungen Kätzchen bereits durch ihre Mutter gelernt haben, die Katzentoilette zu benutzen. Damit dies auch nach dem Einzug weiterhin funktioniert, muss man den kleinen Fellnasen den Standort ihrer Toiletten in der Regel nur einmal zeigen, sie hineinsetzen und mit den Fingern etwas im Streu buddeln. Dabei ist es wichtig, die gleiche Streusorte zu verwenden, an die sie bereits gewöhnt sind. Idealerweise sollte für die Minis eine ihrer Größe entsprechende Toilette verwendet werden, deren Rand nur so hoch ist, dass sie problemlos einsteigen können.

Je nach Größe des neuen Zuhauses ist es ratsam, den Kätzchen besser ein Katzenklo mehr zur Verfügung zu stellen, damit der Weg nicht zu weit ist, wenn es einmal schnell gehen muss. Die Toiletten sollten an einem ruhigen Ort aufgestellt und regelmäßig gereinigt werden. Sollte es aufgrund der anfänglichen Aufregung durch die neuen Eindrücke oder weil sie zu früh von der Mutter getrennt wurden, doch einmal zu einem Missgeschick kommen, wird nicht geschimpft. Stattdessen setzt man die Kätzchen regelmäßig in die Toilette und lobt und streichelt sie, wenn sie anfangen zu scharren oder ihr Geschäft verrichten. Da einige Kätzchen auf den Wechsel der Streusorte mit Unsauberkeit reagieren, empfiehlt es sich, zunächst in einer Toilette zu testen, ob und wie die neue Streu angenommen wird, oder man mischt diese nach und nach unter die alte. Dies sollte jedoch in der Regel erst nach einer angemessenen Eingewöhnungszeit erfolgen.

Ronny Winkler