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Beeinträchtigt Fasten die geistige Leistungsfähigkeit?

Kann Fasten die Konzentration und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen? Studien zeigen: Kurzzeitig sind leichte Einbußen möglich – dauerhafte Schäden gelten jedoch als unwahrscheinlich. Wovon die geistige Leistungsfähigkeit während einer Fastenphase wirklich abhängt.

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Foto: NF24 / KI

Fasten gilt in vielen Kulturen und Religionen als bewusste Zeit des Verzichts – doch wie wirkt sich der Nahrungsentzug auf das Gehirn aus? Forschende haben untersucht, ob und in welchem Umfang zeitweises Fasten das Denkvermögen beeinflusst. Das Ergebnis: Kurzfristige Einschränkungen sind möglich, gravierende oder dauerhafte Leistungseinbußen gelten jedoch als unwahrscheinlich.

Energie fürs Gehirn – was passiert ohne Nahrung?

Das menschliche Gehirn benötigt kontinuierlich Energie, vor allem in Form von Glukose. Bleibt die Nahrungszufuhr aus, greift der Körper zunächst auf gespeicherte Reserven zurück. Nach mehreren Stunden stellt sich der Stoffwechsel teilweise um und nutzt verstärkt Ketonkörper als Energiequelle.

Studien zeigen, dass in den ersten Fastenstunden Konzentrationsfähigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit leicht nachlassen können – insbesondere wenn zusätzlich Flüssigkeit fehlt oder der Blutzuckerspiegel stark schwankt. Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Reizbarkeit sind mögliche Begleiterscheinungen.

Kurzfristige Effekte – keine langfristigen Schäden

Wissenschaftliche Untersuchungen zu religiösem Fasten, etwa während des Ramadans, kommen überwiegend zu dem Schluss, dass gesunde Erwachsene keine dauerhaften kognitiven Einbußen erleiden. Einzelne Tests zeigen zwar zeitweise reduzierte Aufmerksamkeit oder verlangsamte Reaktionszeiten, vor allem am späten Nachmittag. Diese Effekte gelten jedoch als reversibel.

Andere Studien weisen darauf hin, dass sich der Körper bei regelmäßigem Fasten anpasst. Manche Forschende diskutieren sogar mögliche positive Effekte intermittierenden Fastens auf Stoffwechselprozesse und neuronale Schutzmechanismen – etwa durch die Aktivierung zellulärer Reparaturprozesse.

Einflussfaktoren: Schlaf, Flüssigkeit, Alltag

Ob Fasten die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigt, hängt stark von den Rahmenbedingungen ab. Schlafmangel – etwa bei nächtlichen Mahlzeiten – kann die Konzentration stärker beeinflussen als der Nahrungsverzicht selbst. Auch Dehydrierung spielt eine wichtige Rolle: Schon ein geringer Flüssigkeitsmangel kann Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung messbar reduzieren.

Berufliche Anforderungen, Prüfungen oder körperliche Belastungen können subjektiv als anstrengender empfunden werden, insbesondere in den ersten Fasttagen.

Wer besonders vorsichtig sein sollte

Für gesunde Erwachsene gilt kurzfristiges Fasten in der Regel als unproblematisch. Anders sieht es bei Menschen mit chronischen Erkrankungen, Diabetes oder Kreislaufproblemen aus. In solchen Fällen sollte eine ärztliche Beratung erfolgen, bevor längere Fastenzeiten eingehalten werden.

Kinder, Schwangere, ältere Menschen oder Personen mit Untergewicht gehören ebenfalls zu Gruppen, bei denen besondere Vorsicht geboten ist.

Fazit

Fasten kann vorübergehend die Konzentrationsfähigkeit beeinflussen, führt nach heutigem wissenschaftlichem Stand jedoch bei gesunden Erwachsenen nicht zu nachhaltigen kognitiven Schäden. Entscheidend sind ausreichende Flüssigkeitszufuhr, genügend Schlaf und eine bewusste Gestaltung des Alltags. Wer seinen Körper kennt und auf Warnsignale achtet, kann auch während einer Fastenphase geistig leistungsfähig bleiben.

bh
Quellen: n-tv.de