Die Heuschnupfen-Saison beginnt in Deutschland immer früher und verläuft für viele Betroffene intensiver als früher. Experten machen vor allem den Klimawandel und steigende Pollenkonzentrationen für die zunehmende Belastung verantwortlich.
Heuschnupfen beginnt früher – und die Beschwerden werden stärker

Allergiker in Deutschland spüren es bereits: Die Heuschnupfen-Saison startet immer früher im Jahr – und die Symptome fallen vielerorts intensiver aus als noch vor einigen Jahrzehnten. Experten führen diese Entwicklung vor allem auf den Klimawandel, steigende Temperaturen und veränderte Vegetationsperioden zurück.
Pollenflug verschiebt sich deutlich nach vorn
Nach Angaben von Allergologen und Umweltmedizinern beginnt der Pollenflug bestimmter Baumarten inzwischen bereits im Winter. Hasel und Erle setzen ihre Pollen teilweise schon im Januar frei, in milden Jahren sogar noch früher. Damit verlängert sich die Allergiesaison erheblich.
Während früher vor allem das Frühjahr als Hochphase galt, zieht sich der Pollenflug inzwischen häufig von Januar bis in den Spätsommer oder Herbst. Besonders Gräser- und Birkenpollen gelten als starke Auslöser allergischer Beschwerden.
Klimawandel als treibender Faktor
Fachleute sehen einen klaren Zusammenhang zwischen steigenden Durchschnittstemperaturen und der verlängerten Pollensaison. Wärmere Winter führen dazu, dass Pflanzen früher blühen. Gleichzeitig produzieren manche Arten unter erhöhten CO₂-Konzentrationen sogar mehr Pollen – und diese können eine stärkere allergische Reaktion auslösen.
Auch neue, invasive Pflanzenarten wie etwa die Ambrosia breiten sich weiter aus. Ihre Pollen gelten als besonders aggressiv und können bereits in geringen Mengen starke Symptome hervorrufen.
Symptome oft intensiver
Betroffene berichten zunehmend von stärkeren Beschwerden: tränende Augen, Niesreiz, verstopfte oder laufende Nase sowie Erschöpfung. Bei manchen Patienten entwickeln sich aus anfänglichem Heuschnupfen chronische Atemwegsprobleme oder allergisches Asthma.
Mediziner beobachten zudem, dass Menschen, die früher nur leichte Symptome hatten, inzwischen deutlich stärker reagieren. Die Kombination aus längerer Belastungsdauer und höherer Pollenkonzentration könnte dafür eine Rolle spielen.
Pollenbelastung in Städten besonders hoch
In Ballungsräumen kann die Belastung zusätzlich steigen. Luftschadstoffe wie Stickoxide oder Feinstaub verändern die Oberfläche von Pollen und machen sie möglicherweise reizender für die Atemwege. Zudem wirken sogenannte Wärmeinseln in Städten wie ein Beschleuniger für die Vegetation.
Was Allergiker tun können
Experten raten Betroffenen zu mehreren Maßnahmen:
- Regelmäßiger Blick auf den Pollenflugkalender, um starke Belastungstage zu erkennen
- Lüften zu geeigneten Zeiten (meist morgens in der Stadt, abends auf dem Land)
- Kleidung nach dem Aufenthalt im Freien wechseln
- Gegebenenfalls medikamentöse Behandlung oder Hyposensibilisierung in Rücksprache mit Fachärzten
Langfristig könnte sich die Zahl der Allergiker weiter erhöhen, wenn sich Klima- und Umweltbedingungen weiter verändern.
Fazit
Heuschnupfen ist längst keine reine Frühjahrserscheinung mehr. Durch milde Winter und veränderte Umweltbedingungen verschiebt sich der Saisonstart nach vorne – gleichzeitig nehmen Intensität und Dauer der Beschwerden zu. Für Millionen Betroffene bedeutet das eine deutlich längere Leidenszeit.








