Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Jeder dritte Europäer riskiert zu hohe Quecksilberaufnahme durch Fisch

Jeder dritte Europäer nimmt laut aktuellen Daten zu viel Quecksilber über Fisch auf. Besonders große Raubfische gelten als stark belastet. Experten warnen vor Risiken für das Nervensystem – vor allem bei Schwangeren und Kindern – und raten zu einer bewussten Auswahl der Fischarten.

Artikel hören

Foto: NF24 / KI

Immer mehr Europäer essen regelmäßig Fischarten, die deutlich erhöhte Mengen des Schwermetalls Quecksilber enthalten – und überschreiten damit nach Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfohlene Sicherheitsgrenzen. Ein aktueller Bericht zeigt, dass etwa jeder dritte Erwachsene in der EU potenziell zu viel belasteten Fisch konsumiert.

Warum Quecksilber im Fisch ein Problem ist

Quecksilber gelangt vor allem in Form von Methylquecksilber in die Nahrungskette: Kleinere Organismen nehmen es aus der Umwelt auf, größere Raubfische reichern es im Laufe ihres Lebens an. Da dieser Stoff besonders gesundheitsschädlich ist und sich im Körper ansammelt, gelten zu hohe Mengen als Risikofaktor vor allem für das Nervensystem.

Die EFSA definiert eine potenziell unsichere Aufnahme als den regelmäßigen Verzehr von drei oder mehr Portionen pro Woche von Fisch mit einem Quecksilbergehalt von mindestens 1 mg Methylquecksilber pro Kilogramm Frischgewicht.

Signifikanter Anstieg des Risikoverhaltens

Die Daten aus Befragungen in allen 27 EU-Mitgliedstaaten zeigen einen starken Anstieg im Konsum quecksilberreicher Fische. 2023 gaben nur etwa 26 Prozent der Befragten an, drei oder mehr solcher Portionen pro Woche zu essen – im Jahr 2024 stieg dieser Anteil auf rund 50 Prozent.

Dies deutet darauf hin, dass ein wachsender Teil der Bevölkerung nicht nur den gesundheitlichen Nutzen von Fisch (etwa durch Omega-3-Fettsäuren) schätzt, sondern zugleich die Risiken durch Schadstoffe wie Quecksilber weitgehend unterschätzt. Nur 10 bis 14 Prozent der Befragten gaben an, über diese Risiken gut informiert zu sein.

Besonders betroffene Gruppen: Schwangere und Kinder

Besondere Vorsicht ist nach Ansicht der EFSA bei Schwangeren, Stillenden, Frauen mit Kinderwunsch, Säuglingen und Kleinkindern geboten. Methylquecksilber kann die neurologische Entwicklung von Kindern beeinträchtigen, weshalb diese Gruppen ihren Fischkonsum aufmerksam auswählen sollten.

Welche Fischarten sind am stärksten belastet?

Große Raubfische wie Hai, Schwertfisch oder große Thunfischarten weisen in der Regel höhere Quecksilberkonzentrationen auf, da sie am oberen Ende der Nahrungskette stehen. Kleinere und kurzlebige Arten wie Lachs, Makrele, Forelle, Sardinen oder Sardellen enthalten deutlich weniger Methylquecksilber und gelten als sichere Alternativen – vorausgesetzt, sie stammen aus sauberen Fanggebieten.

Fisch: Nutzen nicht gänzlich in Frage gestellt

Trotz der Risiken betonen Ernährungsexperten, dass Fisch generell Teil einer gesunden Ernährung bleiben kann. So zeigen Studien, dass ein moderater Konsum (etwa ein bis zwei Portionen pro Woche) mit einem verminderten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einer besseren neurologischen Gesundheit bei Kindern verbunden ist – solange stark belastete Arten gemieden werden.

Fazit: Bewusster Konsum statt Verzicht

Die aktuellen EFSA-Daten verdeutlichen, dass Bewusstsein und Auswahl entscheidend sind: Fisch kann gesundheitlich wertvoll sein, doch der regelmäßige Verzehr quecksilberreicher Großfische sollte eingeschränkt werden, um langfristige Gesundheitsrisiken durch Schwermetallbelastung zu minimieren.

bh
Quellen: n-tv.de