Kann regelmäßiger Kaffee das Demenzrisiko senken? Studien deuten darauf hin, dass moderater Koffeinkonsum positive Effekte auf das Gehirn haben könnte – Experten betonen jedoch, dass er nur ein Baustein eines insgesamt gesunden Lebensstils ist.
Kaffee und Koffein: Kann der Wachmacher das Demenzrisiko senken?

Regelmäßiger Kaffeekonsum könnte das Risiko für Demenz und andere neurodegenerative Erkrankungen senken – darauf deuten mehrere aktuelle Studien hin. Forscher untersuchen seit Jahren, ob Koffein und andere Inhaltsstoffe des Kaffees eine schützende Wirkung auf das Gehirn haben. Neue Auswertungen liefern nun weitere Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen moderatem Konsum und einer besseren geistigen Gesundheit im Alter.
Studienlage: Moderater Konsum mit möglichem Schutzeffekt
In verschiedenen internationalen Beobachtungsstudien zeigte sich, dass Menschen, die regelmäßig Kaffee trinken, seltener an Alzheimer-Demenz oder anderen Formen kognitiver Beeinträchtigungen erkranken. Besonders häufig wird ein Bereich von zwei bis vier Tassen pro Tag genannt, bei dem ein möglicher Schutzeffekt beobachtet wurde.
Dabei handelt es sich jedoch um statistische Zusammenhänge. Die Studien belegen nicht eindeutig, dass Kaffee Demenz verhindert, sondern zeigen lediglich, dass regelmäßiger Konsum mit einem geringeren Risiko einhergeht. Auch Lebensstilfaktoren wie Bewegung, Ernährung, Bildung oder soziale Aktivität spielen eine entscheidende Rolle.
Warum könnte Kaffee das Gehirn schützen?
Koffein wirkt stimulierend auf das zentrale Nervensystem. Es blockiert sogenannte Adenosin-Rezeptoren, wodurch Müdigkeit reduziert und die Aufmerksamkeit gesteigert wird. Darüber hinaus enthalten Kaffeebohnen zahlreiche Antioxidantien, die entzündungshemmend wirken und möglicherweise Nervenzellen vor Schäden schützen.
Einige Laborstudien legen nahe, dass Koffein die Bildung von Beta-Amyloid-Ablagerungen, die mit Alzheimer in Verbindung gebracht werden, beeinflussen könnte. Diese Erkenntnisse stammen jedoch überwiegend aus Tier- oder Zellstudien und lassen sich nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen.
Wie viel Kaffee gilt als sinnvoll?
Experten raten zu einem maßvollen Konsum. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bewertet eine tägliche Aufnahme von bis zu 400 Milligramm Koffein – das entspricht etwa drei bis vier Tassen Filterkaffee – für gesunde Erwachsene als unbedenklich.
Mehr ist jedoch nicht automatisch besser: Zu hohe Koffeinmengen können Nebenwirkungen wie Herzrasen, Schlafstörungen oder Nervosität verursachen. Zudem reagieren Menschen unterschiedlich sensibel auf Koffein.
Kein Ersatz für gesunden Lebensstil
Mediziner betonen, dass Kaffee allein keine Garantie für geistige Fitness im Alter ist. Entscheidend für ein geringeres Demenzrisiko bleiben Faktoren wie regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, geistige Aktivität, soziale Kontakte und die Kontrolle von Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes.
Kaffee könnte somit Teil eines insgesamt gesunden Lebensstils sein – nicht jedoch dessen Ersatz.
Fazit: Vielversprechende Hinweise, aber kein Wundermittel
Die aktuelle Forschung liefert interessante Hinweise darauf, dass moderater Kaffeekonsum mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden sein könnte. Ein klarer ursächlicher Beweis steht jedoch noch aus. Wer Kaffee gut verträgt, kann ihn weiterhin genießen – idealerweise eingebettet in einen insgesamt gesunden Lebensstil.








