Die Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlung zur Meningokokken-Impfung erweitert. Künftig sollen Kinder umfassender gegen mehrere Serogruppen geschützt werden. Warum Experten die Anpassung für wichtig halten – und was Eltern jetzt wissen sollten.
Neue Impfempfehlung gegen Meningokokken: STIKO erweitert Schutz für Kinder

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlung zur Impfung gegen Meningokokken angepasst. Künftig sollen Säuglinge und Kleinkinder umfassender gegen bestimmte Untergruppen der gefährlichen Bakterien geschützt werden. Hintergrund sind aktuelle epidemiologische Daten sowie neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe.
Was sind Meningokokken?
Meningokokken sind Bakterien, die schwere Erkrankungen wie Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen können. Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche. Der Krankheitsverlauf kann innerhalb weniger Stunden dramatisch werden – trotz moderner Medizin enden Infektionen in einigen Fällen tödlich oder hinterlassen schwere Folgeschäden wie Hörverlust, neurologische Beeinträchtigungen oder Amputationen.
In Deutschland treten invasive Meningokokken-Erkrankungen insgesamt selten auf, verlaufen aber häufig schwer. Laut Daten des Robert Koch-Instituts werden jährlich einige Hundert Fälle gemeldet.
Erweiterte Empfehlung für Kinder
Bislang wurde standardmäßig eine Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C im zweiten Lebensjahr empfohlen. Neu ist, dass die STIKO nun eine breitere Immunisierung gegen mehrere Serogruppen – insbesondere A, C, W und Y – für bestimmte Altersgruppen empfiehlt. Damit reagiert das Expertengremium auf veränderte Verbreitungsmuster der Erreger.
Darüber hinaus wird die Impfung gegen Meningokokken B bereits seit einigen Jahren für Säuglinge empfohlen. Diese Empfehlung bleibt bestehen und wird durch die aktuelle Anpassung ergänzt. Ziel ist ein möglichst umfassender Schutz in den besonders vulnerablen Altersgruppen.
Warum die Anpassung erfolgt
Die STIKO überprüft regelmäßig wissenschaftliche Studien, internationale Entwicklungen und Infektionszahlen. In den vergangenen Jahren haben sich die Verteilung einzelner Meningokokken-Serogruppen sowie Reisebewegungen verändert. Zudem stehen inzwischen gut geprüfte Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung, die mehrere Serogruppen abdecken.
Fachleute betonen, dass Meningokokken-Infektionen zwar selten sind, aber aufgrund ihres oft rasanten Verlaufs und der hohen Komplikationsrate besondere Aufmerksamkeit verdienen.
Wer sollte sich impfen lassen?
Die neue Empfehlung richtet sich vor allem an Säuglinge und Kleinkinder. In bestimmten Fällen – etwa bei chronischen Erkrankungen, Immundefekten oder geplanten Auslandsreisen – kann auch für ältere Kinder, Jugendliche oder Erwachsene eine Impfung sinnvoll sein.
Eltern sollten sich dazu individuell von Kinderärztinnen und Kinderärzten beraten lassen. Die Kosten für von der STIKO empfohlene Impfungen werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Fazit
Mit der aktualisierten Empfehlung stärkt die STIKO den Schutz vor potenziell lebensbedrohlichen Meningokokken-Infektionen. Auch wenn die Erkrankungen selten sind, kann eine Impfung schwere Verläufe verhindern. Für Eltern bedeutet die Anpassung vor allem: frühzeitig informieren und gemeinsam mit dem Arzt prüfen, welcher Impfschutz für das eigene Kind sinnvoll ist.








