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MPU bestehen: So läuft der „Idiotentest“ ab – und darauf kommt es wirklich an

Viele fürchten ihn – doch wer vorbereitet ist, kann bestehen: So läuft die MPU wirklich ab und darauf kommt es beim sogenannten „Idiotentest“ entscheidend an.

Foto: depositphotos

Der Begriff MPU löst bei vielen Autofahrern Unbehagen aus. Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung gilt als große Hürde auf dem Weg zurück zum Führerschein. Doch Experten sind sich einig: Wer den Ablauf kennt und sich gezielt vorbereitet, hat gute Chancen zu bestehen. Der sogenannte „Idiotentest“ ist weniger Willkür als vielmehr eine strukturierte Prüfung der Fahreignung.

Wann wird eine MPU angeordnet?

Eine MPU wird angeordnet, wenn Zweifel an der Fahreignung bestehen. Häufige Gründe sind:

  • Alkohol- oder Drogenfahrten
  • wiederholte Verkehrsverstöße
  • aggressives oder gefährliches Fahrverhalten
  • Punktehäufung in Flensburg

Die Fahrerlaubnisbehörde entscheidet im Einzelfall, ob eine MPU erforderlich ist, bevor der Führerschein neu erteilt wird.

So ist die MPU aufgebaut

Die MPU besteht aus mehreren Teilen, die alle bestanden werden müssen. Ziel ist es, zu prüfen, ob die betroffene Person künftig sicher und verantwortungsvoll am Straßenverkehr teilnehmen kann.

Medizinischer Teil

Hier werden körperliche Voraussetzungen überprüft. Je nach Anlass der MPU gehören dazu Urin- oder Bluttests, um Alkohol- oder Drogenfreiheit nachzuweisen.

Leistungstests am Computer

Reaktionsfähigkeit, Konzentration und Aufmerksamkeit werden mithilfe standardisierter Computertests geprüft. Diese Tests sollen zeigen, ob man den Anforderungen im Straßenverkehr gewachsen ist.

Psychologisches Gespräch – der wichtigste Teil

Der zentrale Bestandteil der MPU ist das Gespräch mit einem Verkehrspsychologen. Dabei geht es nicht um Fangfragen, sondern um Einsicht und Verhaltensänderung.

Geprüft wird unter anderem:

  • ob das Fehlverhalten verstanden wurde
  • welche Ursachen es hatte
  • was konkret geändert wurde
  • wie Rückfälle verhindert werden sollen

Warum viele an der MPU scheitern

Ein häufiger Grund für das Nichtbestehen ist mangelnde Selbstkritik. Wer Ausreden sucht, die Schuld auf andere schiebt oder das eigene Verhalten verharmlost, hat schlechte Karten.

Auch unzureichende Vorbereitung oder falsche Vorstellungen über den Ablauf führen oft zum negativen Gutachten.

Vorbereitung erhöht die Erfolgschancen deutlich

Experten empfehlen eine professionelle Vorbereitung, etwa durch Verkehrspsychologen oder spezielle MPU-Kurse. Dort lernen Betroffene, ihr Verhalten realistisch zu reflektieren und glaubwürdig darzustellen, was sich geändert hat.

Wichtig ist, dass die Vorbereitung frühzeitig beginnt – nicht erst kurz vor dem Termin.

Ehrlichkeit statt auswendig gelernter Antworten

Gutachter erkennen schnell, ob Antworten auswendig gelernt sind. Entscheidend ist Authentizität. Wer ehrlich über Fehler spricht und konkrete Veränderungen im Alltag benennen kann, wirkt glaubwürdig.

Dazu zählen etwa geänderte Trinkgewohnheiten, der Verzicht auf Drogen oder ein bewussteres Fahrverhalten.

Kosten und Dauer der MPU

Die Kosten einer MPU variieren je nach Anlass, liegen aber häufig im hohen dreistelligen Bereich. Hinzu kommen mögliche Ausgaben für Vorbereitungskurse und Abstinenznachweise.

Das gesamte Verfahren kann sich über mehrere Monate erstrecken, insbesondere wenn Abstinenzzeiträume nachgewiesen werden müssen.

MPU ist kein „Idiotentest“

Auch wenn der Begriff hartnäckig bleibt: Die MPU soll keine Menschen bloßstellen, sondern prüfen, ob eine nachhaltige Verhaltensänderung stattgefunden hat. Wer das Verfahren ernst nimmt und sich ehrlich mit dem eigenen Fehlverhalten auseinandersetzt, kann die Untersuchung erfolgreich meistern.

TS
Quellen: T-Online.de