Verbraucherschützer warnen vor einer neuen Betrugsmasche mit PayPal: Kriminelle nutzen offenbar die Gastzahlungs-Funktion, um mit fremden Bankdaten einzukaufen. Betroffene müssen unberechtigte Abbuchungen selbst stoppen – und schnell reagieren.
Neue PayPal-Betrugsmasche: Verbraucherschützer schlagen Alarm

Verbraucherschützer in Nordrhein-Westfalen warnen aktuell vor einer neuen Betrugsmasche, bei der Kriminelle eine Funktion von PayPal ausnutzen, um mit fremden Bankdaten Einkäufe zu tätigen. Die Täter können offenbar über die „Gastzahlungen“ des Dienstes ohne eigenes PayPal-Konto bestellen – und Betroffene müssen selbst aktiv werden, um finanziellen Schaden zu begrenzen.
Wie die Masche funktioniert
Im Zentrum der Warnung steht die Option „Bezahlen ohne PayPal-Konto“, die PayPal Kunden erlaubt, per Lastschrift oder Kreditkarte zu zahlen, ohne ein PayPal-Konto zu haben. Dabei verlangt der Dienst lediglich Name, Adresse und IBAN – eine Identitätsprüfung der eingegebenen Daten findet offenbar nicht statt. Das eröffnet Tätern die Möglichkeit, gestohlene Kontodaten für Bestellungen zu verwenden, ohne sofort aufzufallen.
In einem dokumentierten Fall versuchten Kriminelle so, einen Einkauf über 56,75 Euro zu tätigen – und verlangten die Abbuchung von einem Konto, das der Betroffene seit Jahren nicht mehr nutzt. Woher die Betrüger die Kontodaten hatten, ist unklar; mögliche Quellen sind Datenlecks, Hacking-Angriffe oder Datenbanken im Darknet.
Warum Verbraucher selbst reagieren müssen
Die Verbraucherzentrale NRW kritisiert, dass PayPal bei diesen Zahlungen nur geringe bis keine Schutzmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung implementiert habe. Zwar führe das Unternehmen bei anderen Zahlungsvorgängen automatische Risiko- und Sicherheitsprüfungen durch – für die Gastzahlung gibt es offenbar keine klare Prüfung, ob die IBAN auch zur Person gehört, die den Einkauf tätigt.
Bei unberechtigten Abbuchungen können Betroffene daher nur selbst aktiv werden: Dazu gehört, der Forderung schriftlich zu widersprechen, die Zahlung bei der Bank zurückzubuchen (Lastschrift-Rückbuchung innerhalb mehrerer Wochen/Monate möglich) und Anzeige bei der Polizei zu erstatten.
Schutz vor Betrug: Wichtige Hinweise
Verbraucherschützer raten generell dazu, Bank- und Kontodaten zurückhaltend anzugeben und niemals leichtfertig preiszugeben. Darüber hinaus sollten Nutzer regelmäßig Kontoauszüge prüfen, verdächtige Abbuchungen sofort melden und Zweifeln an der Legitimität einer Transaktion nicht ignorieren. Gegebenenfalls kann es sinnvoll sein, Benachrichtigungen über Kontobewegungen zu aktivieren, um unautorisierte Zugriffe frühzeitig zu entdecken.
Die Warnung reiht sich ein in eine Reihe ähnlicher Hinweise zu Online-Betrugsversuchen im PayPal-Umfeld, wie etwa Smishing-SMS und Phishing-E-Mails, die auf Kontozugang und persönliche Daten abzielen. Eine konsequente Skepsis bei unerwarteten Zahlungen oder Kontaktaufnahmen bleibt daher zentral für den Schutz vor finanziellen Schäden.








