Der Chihuahua, die kleinste Hunderasse der Welt, hat mexikanische Wurzeln und fasziniert durch seine verschiedenen Haarvarianten. Erfahren Sie mehr über seine Herkunft, Merkmale und die gesundheitlichen Herausforderungen dieser besonderen Rasse.
Rassebeschreibung Chihuahua

Chihuahua: Die kleinste Hunderasse der Welt
Der Chihuahua ist eine von der FCI anerkannte Hunderasse aus Mexiko und gilt als die kleinste Hunderasse weltweit. Diese Rasse gehört zur Gruppe 9, Sektion 6 und trägt den Standard Nr. 218. Der Chihuahua ist bekannt für seine geringe Größe und sein lebhaftes Wesen.
Ursprung und Geschichte
Die Herkunft des Chihuahuas ist von verschiedenen Theorien umgeben. Eine gängige Annahme besagt, dass er von den Techichis abstammt, den Opferhunden der alten Mexikaner. Diese Hunde wurden von adligen Azteken als spirituelle Begleiter ins Jenseits mitgegeben. Eine andere Theorie führt die Abstammung auf die Insel Malta zurück.
Merkmale des Chihuahuas
Der Chihuahua hat einen charakteristischen Apfel- oder Rehkopf mit einem ausgeprägten Stop und einem kurzen, manchmal spitzen Fang. Die großen Ohren stehen im Winkel von 45 Grad ab. Der kompakte Körper ist etwas länger als hoch und hat gut bemuskelte, gerade Beine. Die Rute wird über den Rücken gebogen getragen.
„Die Chihuahua, in Mexiko heimisch, gehören einer sehr seltenen Rasse an. Ihre außerordentlich starke Konstitution wird gewiß alle Versuche, sie in England zu ziehen, scheitern lassen.“ – Raudon B. Lee, Allgemeine Sport-Zeitung, 20. April 1907
Fellvarianten und Farben
Der Rassestandard erlaubt eine Vielzahl von Farben, darunter rein weiß, tricolor und schwarz. Allerdings sind die Farben Blau und Merle problematisch, da sie oft mit gesundheitlichen Problemen einhergehen. Es gibt zwei Hauptvarianten des Chihuahuas:
- Langhaariger Chihuahua: Diese Variante hat weiches, befranstes Haar, einen ausgeprägten Halskragen und eine voll behaarte Rute.
- Kurzhaariger Chihuahua: Diese Hunde besitzen dichtes, glänzendes Haar, das am Körper anliegt.
Gesundheitliche Aspekte
Die Rasse ist bekannt für ihre überproportional großen Augen und die kurze Schnauze, was zu empfindlichen Augen, Atemproblemen und Zahnproblemen führen kann. Zudem sind Patellaluxationen häufig. Das Idealgewicht für einen Chihuahua liegt zwischen 1,5 und 3 Kilogramm, wobei auch Hunde zwischen 500 Gramm und 1,5 Kilogramm akzeptiert werden. Hunde, die über 3 Kilogramm wiegen, werden in vielen Zuchtverbänden von Ausstellungen ausgeschlossen.
Zucht und Tierschutz
Die Zucht extrem kleiner Chihuahuas, die nur 500 Gramm wiegen, hat in der letzten Zeit zugenommen, was zu einer Vielzahl gesundheitlicher Probleme führt. Diese Praktiken werden aus Tierschutzgründen als Qualzucht kritisiert. Um das Risiko einer Dystokie zu minimieren, werden bei Chihuahuas häufig geplante Kaiserschnitte durchgeführt.
Charakter und Verhalten
Chihuahuas sind bekannt für ihr lebhaftes, wachsam und mutiges Wesen. Sie sind oft sehr anhänglich und genießen es, in der Sonne zu liegen.
Wert und Beliebtheit
Im 19. Jahrhundert waren Chihuahuas so wertvoll, dass es zu Diebstählen kam. In England herrschte eine wahre Chihuahua-Manie, und die Preise für diese Hunde stiegen erheblich. Ende der 1940er Jahre kostete ein Chihuahua bis zu 4.000 US-Dollar, was heute inflationsbereinigt etwa 8.000 bis 12.000 US-Dollar entspricht.
„Die sogenannten Chihuahua- oder mexikanischen Hunde wurden in so hohem Maße aus Mexiko ausgeführt, dass es fast unmöglich sein soll, einen echten solchen Hund zu erwerben.“ – Allgemeine Sport-Zeitung, 2. Juni 1895
Fazit
Der Chihuahua ist nicht nur aufgrund seiner geringen Größe bemerkenswert, sondern auch wegen seiner lebhaften Persönlichkeit und der vielfältigen Herausforderungen, die mit seiner Zucht und Haltung verbunden sind. Diese Rasse bleibt ein beliebter Begleiter und ein faszinierendes Beispiel für die Vielfalt der Hunderassen.








