Wie lange hält die Batterie eines E-Autos wirklich? Neue Studien zeigen: Die Sorge vor starkem Akku-Verschleiß bei gebrauchten Elektrofahrzeugen ist meist unbegründet. Selbst ältere Modelle erreichen oft noch hohe Restkapazitäten – ein wichtiger Faktor für Kaufinteressenten auf dem Gebrauchtwagenmarkt.
Studie entkräftet Batterie-Ängste bei gebrauchten E-Autos

Viele potenzielle Käufer von gebrauchten Elektroautos zögern noch – ein Hauptgrund sind Bedenken über den Zustand der Batterie und ihre Lebensdauer. Doch neue Daten und aktuelle Studien entkräften diese Angst vor dem schnellen Batterieverschleiß deutlich: Die Akkus moderner E-Fahrzeuge sind nach Jahren im Einsatz in der Regel erstaunlich fit, auch bei höherer Laufleistung.
Akku-Leistung bleibt im Alter überraschend hoch
Eine aktuelle britische Analyse des Unternehmens Generational+ wertete mehr als 8.000 Batteriechecks von Elektroautos unterschiedlicher Baujahre aus. Das Ergebnis: Selbst acht bis neun Jahre alte Fahrzeuge mit deutlich über 100.000 Kilometern zeigen meist noch eine Restkapazität von über 88 Prozent, im Durchschnitt sogar bei rund 95 Prozent der ursprünglichen Leistung. Damit liegen die realen Batteriezustände vieler E-Autos deutlich über den typischen Garantiegrenzen der Hersteller.
Auch andere groß angelegte Datensammlungen bestätigen, dass moderne E-Auto-Akkus robust sind. Langzeitmessungen zeigen, dass der durchschnittliche jährliche Verlust an Batteriekapazität oft im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegt und eine Batterie damit theoretisch den Lebenszyklus des Fahrzeugs überdauern kann.
Markt-Realität: Günstige Preise trotz robustem Akku
Trotz dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse bleibt der Gebrauchtmarkt für E-Autos hinter dem Potenzial zurück. Analyse-Umfragen zeigen, dass viele Interessenten noch skeptisch sind: In Deutschland gaben in einer DEKRA/Ipsos-Befragung über 60 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer an, ein E-Auto eher nicht oder gar nicht in Betracht zu ziehen, wobei Angst vor der Batterie und unklaren Restwerten zu den wichtigsten Vorbehalten gehören.
Gleichzeitig sind gebrauchte Elektrofahrzeuge häufig preiswert zu haben, weil sie schneller an Wert verlieren als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor – ein Trend, der nicht zuletzt auf die weit verbreiteten Vorurteile über Batterien zurückgeführt wird.
Praxis-Empfehlungen für Kaufinteressenten
Experten raten potenziellen Käufern, sich bei der Bewertung eines gebrauchten E-Autos nicht allein auf das Alter oder die Laufleistung zu verlassen, sondern konkrete Batterie-Tests (State of Health-Checks) durchführen zu lassen. Diese geben einen verlässlicheren Eindruck vom tatsächlichen Zustand des Akkus und können Unsicherheiten im Kaufprozess verringern.
Fazit: Batterien sind heute kein Ausschlusskriterium mehr
Die aktuellen Auswertungen zeigen klar: Die Angst vor einem schnellen Akku-Verschleiß bei gebrauchten Elektroautos ist weitgehend unbegründet. Die Batterie gilt nach wie vor als teuerste und technologisch komplexeste Komponente eines E-Fahrzeugs – doch realistische Daten belegen eine hohe Leistungsfähigkeit über viele Jahre, was den Einstieg in die Elektromobilität auch über den Gebrauchtwagenmarkt attraktiver macht.








