Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Wachsendes Demenzrisiko: Anzeichen und Risikofaktoren im Überblick

Die Zahl der Demenzkranken in Deutschland steigt, wobei Alzheimer die häufigste Form darstellt. Frühe Symptome wie Vergesslichkeit oder Orientierungsprobleme sind entscheidend, um rechtzeitig zu handeln und das Risiko zu minimieren.

Demenz-Symptome: Diese Anzeichen sind Warnsignale für Alzheimer
KI-generiert

Ausblick: Die Zunahme der Demenzerkrankungen stellt ein ernsthaftes gesellschaftliches Problem dar. In Deutschland sind gegenwärtig etwa 1,8 Millionen Menschen von dieser Erkrankung betroffen. Besonders die Alzheimer-Krankheit, die vorherrschende Form der Demenz, ist besonders herausfordernd, da eine Heilung nach Diagnosestellung nicht möglich ist; stattdessen kann der Verlauf der Krankheit lediglich verlangsamt werden. Daher ist es entscheidend, die Risikofaktoren zu identifizieren und, wo dies möglich ist, zu vermeiden.

Symptome von Demenz: Aufmerksam bleiben

Es gibt zahlreiche Symptome, die auf eine beginnende Demenz hinweisen können. Zu den häufigsten Anzeichen zählen:

  1. Vergesslichkeit bezüglich wichtiger Termine und Verabredungen.
  2. Schwierigkeiten, bei Gesprächen mit mehreren Personen den Überblick zu behalten.
  3. Probleme beim Erinnern an die Inhalte von Gesprächen, während frühere Erinnerungen noch klar präsent sind.
  4. Orientierungsprobleme in vertrauten Umgebungen, wie der eigenen Wohnung oder dem gewohnten Supermarkt.
  5. Unklarheiten, warum man sich an einem bestimmten Ort oder in einem Raum befindet.
  6. Schwierigkeiten bei der Zubereitung von komplexen Mahlzeiten.
  7. Wiederholtes Lesen von Texten, um sie zu verstehen, und allgemeine Konzentrationsschwierigkeiten.
  8. Eine Zunahme von Nachlässigkeit und Unordentlichkeit im Alltag.
  9. Häufiges Fehlen von passenden Worten im Gespräch.

Risikofaktoren für Demenz: Ein Überblick

Die Forschung hat verschiedene Risikofaktoren identifiziert, die zur Entwicklung von Demenz beitragen können. Es ist wichtig zu beachten, dass kein einzelner Faktor alleine verantwortlich ist. Vielmehr spielen viele Faktoren zusammen. Anja Schneider, die Leiterin der Arbeitsgruppe für translationale Demenzforschung, hebt hervor, dass viele dieser Faktoren miteinander in Verbindung stehen.

Einige Risikofaktoren sind nicht beeinflussbar:

  • Alter: Ab dem 60. Lebensjahr verdoppelt sich das Risiko für Demenz alle fünf Jahre.
  • Geschlecht: Frauen sind tendenziell stärker gefährdet als Männer.
  • Genetische Faktoren: Eine bestimmte Variante des ApoE-Gens kann das Risiko für Alzheimer erhöhen, insbesondere bei Trägern des ApoE4-Allels, die früher Symptome aufweisen.

Veränderbare Risikofaktoren für Demenz

Etwa 30 Prozent des Risikos für Alzheimer können durch folgende sieben veränderbare Faktoren beeinflusst werden:

  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • Adipositas
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen
  • geringe Bildung
  • Depression

Anja Schneider weist zudem darauf hin, dass auch Hörprobleme als Risikofaktor betrachtet werden sollten, da sie zu sozialer Isolation führen können, was wiederum das Risiko für Depressionen erhöht.

Neu entdeckte Risikofaktoren für Demenz

Jüngste Studien haben zusätzliche Risikofaktoren identifiziert:

  • Small Vessel Disease: Einblutungen in kleinen Gehirngefäßen können auf eine drohende Demenz hinweisen. Bluthochdruck sollte ab einem Alter von 45 Jahren behandelt werden.
  • Psychischer Stress in mittleren Jahren: Finanzielle und berufliche Probleme können das Demenzrisiko um etwa 25 Prozent erhöhen.
  • Alleinleben: Einsamkeit im Alter kann das Risiko um 44 Prozent steigern.
  • Kurzer REM-Schlaf: Verkürzte REM-Phasen können das Risiko für Alzheimer erhöhen.
  • Überzuckerte Getränke: Ein hoher Konsum kann mit einem erhöhten Risiko für Alzheimer in Verbindung stehen, da er oft mit einem ungesunden Lebensstil assoziiert wird.

Wann sollte ein Arzt konsultiert werden?

Bei Anzeichen von Demenz ist es wichtig, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen. Eine rechtzeitige Diagnose kann dazu beitragen, die Lebensqualität zu verbessern und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Unterstützung für Betroffene und Angehörige

Um die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu verbessern, bieten verschiedene Organisationen umfassende Unterstützung an. Dazu gehören spezielle Kurse und Schulungen, die sich mit dem Umgang mit Demenz befassen. Diese Angebote sind für gesetzlich Versicherte in der Regel kostenlos und können wertvolle Hilfestellungen im Alltag bieten.

Die Herausforderungen, die mit Demenz verbunden sind, erfordern ein hohes Maß an Verständnis und Unterstützung. Durch gezielte Maßnahmen und Informationen können Betroffene und ihre Angehörigen besser mit der Erkrankung umgehen und die Lebensqualität erhalten.



Quellen: Focus, t-online

Ronny Winkler