Klara Bühl und Lea Schüller erzielen die entscheidenden Tore für das DFB-Team, das nun im Sommer nach Paris darf.
DFB-Frauen sichern sich Olympia-Traum gegen die Niederlande

Dank Klara Bühl und Lea Schüller haben die deutschen Fußballerinnen und Interimstrainer Horst Hrubesch ihren Olympia-Traum verwirklicht. Die DFB-Frauen dürfen nach dem hart erkämpften 2:0 (0:0) gegen die Niederlande im Sommer nach Paris.
Im Spiel um den dritten Platz der Nations League in Heerenveen erzielten die Spielerinnen aus München, Bühl (66. Minute) nach einer Vorlage der überragenden Lena Oberdorf und Schüller (78.), die Tore für die Vize-Europameisterinnen. Vor mehr als 20.000 Zuschauern im Abe-Lenstra-Stadion jubelten Kapitänin Alexandra Popp und ihre Teamkolleginnen ausgelassen nach dem Abpfiff.
Das Team von Hrubesch zeigte sich fünf Tage nach der 1:2-Niederlage in Frankreich, der ersten vergebenen Olympia-Chance, deutlich verbessert, musste jedoch lange bangen. Sechs Monate nach dem WM-Debakel in Australien verhinderten die DFB-Frauen schließlich den nächsten schweren Rückschlag.
2021 hatte das deutsche Team die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio verpasst. Jetzt können die Spielerinnen auf das zweite deutsche Olympia-Gold nach Rio de Janeiro 2016 hoffen. Unter anderem sind bei den Sommerspielen Weltmeister Spanien, Frankreich, die USA, Kanada, Brasilien und Kolumbien dabei. Die Gruppenauslosung findet am 20. März statt.
Der DFB hat durch den Sieg gegen das Oranje-Team von Trainer Andries Jonker Zeit gewonnen, um einen Nachfolger für Hrubesch zu finden. Das HSV-Idol wird die Fußballerinnen bei den Sommerspielen betreuen und seine zweite Amtszeit nicht vorzeitig beenden. Ab April muss er Popp und Co. jedoch erst durch die EM-Qualifikation für die Schweiz 2025 bringen. Die deutschen U21-Männer, die vor acht Jahren unter Chefcoach Hrubesch Silber gewonnen haben, haben es nicht zu den Spielen in Paris geschafft.
Hrubesch reagierte auf die schwache erste Halbzeit von Lyon und entschied sich dazu, auf eine Doppelspitze Popp/Schüller zu verzichten. Anstelle von Schüller spielte ihre Münchner Clubkollegin Sydney Lohmann als Spielmacherin. Die DFB-Spielerinnen gingen mit viel Power und Zweikampfstärke in das Spiel und ließen den Niederländerinnen zunächst kaum Luft.
Nach 25 Minuten traf Sjoeke Nüsken nach energischer Balleroberung den linken Pfosten. Marina Hegering und Oberdorf sorgten vor allem für die nötige Absicherung, indem sie den Spielaufbau der WM-Zweiten von 2019 immer wieder störten.
Trotzdem gelang es der Offensivabteilung um Popp nicht, in der vordersten Reihe durchzubrechen – die Zuspiele waren zu ungenau. Giulia Gwinn blieb auch bei einem vielversprechenden Konter stecken – und Jule Brand lief sich auf der rechten Seite immer wieder fest.
In der zweiten Halbzeit brachte Hrubesch Schüller ins Spiel, aber es war immer noch schwierig, nach vorne zu kommen. Popp, die packende Zweikämpfe mit ihrer Wolfsburger Clubkollegin Dominique Janssen führte, war nach einem Zusammenprall mit ihr angeschlagen.
Oberdorf leitete dann den entscheidenden Angriff ein und gab mit einem energischen Kopfball die Vorlage für Bühl. Die Münchnerin schoss aus sechs Metern ein. Schüller vergab in der Schlussphase gleich zweimal, ehe ihr doch noch das befreiende 2:0 gelang, und die mitgereisten Fans sangen: «Paris, Paris, wir fahren nach Paris.»








