Der Tscheche erzielte in der Nachspielzeit die entscheidenden Treffer, nachdem Bayer fast ausgeschieden wäre.
Last-Minute-Traum: Schick schießt Leverkusen ins Viertelfinale

Patrik Schick hat mit zwei Last-Minute-Toren Bayer Leverkusen in einem denkwürdigen Spiel ins Viertelfinale der Europa League gebracht und den Traum vom Titel-Triple am Leben gehalten.
Der Tscheche erzielte in der dritten und siebten Minute der Nachspielzeit beim 3:2 (0:0) im Achtelfinal-Rückspiel gegen Karabach Agdam die entscheidenden Treffer für das Team von Trainer Xabi Alonso. Wie beim 2:2 im Hinspiel in Aserbaidschan war Leverkusen mit 0:2 in Rückstand geraten, drehte das Spiel in Überzahl aber mit drei Treffern ab der 72. Minute und sorgte für eine ausgelassene Feier in der BayArena.
Bayer begann mit vielen vergebenen Chancen, geriet dann in Hektik und stand nach den Toren von Abdellah Zoubir (58.) und Juninho (67.) kurz vor dem Ausscheiden. Nachdem Elvin Jafargulijew zwischen den beiden Toren die Rote Karte wegen einer Notbremse erhalten hatte (64.), begann Jeremie Frimpong (72.) mit der Aufholjagd.
Nach dem 37. Spiel in dieser Saison ohne Niederlage ist der souveräne Tabellenführer der Bundesliga und Halbfinalist im Pokal der einzige verbliebene Bundesligist in der Europa League. Der nächste Gegner sowie der mögliche Halbfinalgegner werden am Freitag ausgelost.
Alonso rotiert erneut kräftig
Trotz seiner vorherigen Beteuerungen, keinen Unterschied zwischen den Wettbewerben zu machen, entschied sich Alonso auch vor dem achten Europa-League-Spiel für Rotation. Diesmal gab es sieben Änderungen im Vergleich zum 2:0 in der Liga am Sonntag gegen Wolfsburg. Allerdings standen Granit Xhaka und Florian Wirtz, die in der schwachen ersten Halbzeit im Hinspiel waren, bei Spielbeginn auf dem Platz. Die bekanntesten Ersatzspieler waren Jonathan Tah oder Alejandro Grimaldo, der beim 5:1 in der Vorrunde zweimal getroffen hatte.
Als Kapitän führte Robert Andrich, der erneut für die Nationalmannschaft nominiert wurde, die Mannschaft auf das Spielfeld. Andrich spielte in der Innenverteidigung, während sein regulärer Nebenmann Xhaka als einziger Sechser agierte.
Iglesias glücklos im Abschluss
Das Team von Alonso begann jedoch stark und bemühte sich schnell um klare Verhältnisse. Nach 67 Sekunden köpfte Borja Iglesias knapp daneben, weitere 67 Sekunden später wieder. In der 6. und 8. Minute versuchte es der Spanier dann jeweils mit dem Fuß, aber sein erstes Tor für Bayer wollte immer noch nicht gelingen. Nach zehn Minuten standen unglaubliche 7:0 Torschüsse für Bayer in der Statistik. Danach gelang es den Gästen, das Spiel zu beruhigen. Und dann musste auch noch Jonas Hofmann, der bis dahin beste Leverkusener, nach 27 Minuten mit muskulären Beschwerden vom Platz. Letztendlich gab es einen Bruch im Spiel, so dass Bayer froh sein konnte über die Halbzeitpause, um sich zu sammeln.
Das war nur teilweise erfolgreich. Agdam erwies sich weiterhin als der erwartet schwierige Gegner. Bayer erhöhte zwar den Druck erneut, spielte jedoch viele Angriffe ungewohnt ungenau und wurde allmählich hektischer. Und dann fiel tatsächlich das 0:1, als Zoubir höher sprang als Frimpong und den Ball aus fünf Metern köpfte. Alonso brachte nun Patrik Schick und Alejandro Grimaldo, doch direkt nach dem Platzverweis wurde Bayer schnell wieder ausgekontert. Alonso setzte sich nun immer wieder auf die Bank, vergrub sein Gesicht in den Händen, analysierte Szenen auf dem Tablet und lief wieder ans Spielfeld, um sein Team anzufeuern. Und nach dem Treffer von Frimpong kehrte der Glaube zurück. Und am Ende war es wie im Hinspiel Schick, der Bayer erlöste.








