Was für eine Ansage vor dem Start der Premier League: Arsenal schlägt Manchester City im Community Shield mit 3:0. Für Markus Babbel ist dieser Erfolg weit mehr als nur eine weitere Trophäe. Im Football Monday Podcast erklärt der frühere Liverpool-Profi, warum die Gunners erneut zu den großen Titelkandidaten gehören und sogar vor einer neuen Erfolgsära stehen könnten. Besonders die Kaderbreite, der neue Hunger nach Titeln und die enorme Qualität der Mannschaft beeindrucken Babbel. Manchester City muss dagegen nach der Guardiola-Ära schnell Antworten finden.
Arsenal demütigt City! Babbel sieht neue Ära auf die Premier League zukommen

Arsenal schickt eine Warnung an die gesamte Premier League
Die neue Premier-League-Saison hat noch nicht richtig begonnen – doch Arsenal hat bereits das erste dicke Ausrufezeichen gesetzt.
Mit 3:0 schlagen die Gunners Manchester City im Community Shield. Für Markus Babbel war dieser Auftritt eine echte Überraschung. Nur eine Woche zuvor hatte er Arsenal noch gegen Borussia Dortmund gesehen und dabei eine Mannschaft erlebt, die längst nicht auf ihrem höchsten Niveau spielte.
Im Duell mit City zeigte sich plötzlich ein völlig anderes Bild. „Das war jetzt erstmal ein Statement von Arsenal, ganz klar“, erklärt Babbel im aktuellen Football Monday Podcast.
Besonders beeindruckt zeigt sich der ehemalige Liverpool-Profi davon, wie deutlich Arsenal einen der stärksten Konkurrenten bezwingen konnte. „Die putzt du mal 3:0 weg.“
Für Babbel ist dieser Erfolg deshalb nicht einfach irgendein Sieg in der Vorbereitung. Arsenal habe gezeigt, dass die Mannschaft sofort wieder bereit sei, wenn es um einen Titel geht.
Babbel sieht eine neue Arsenal-Ära kommen
Noch spannender wird Babbels Analyse beim Blick auf die kommenden Jahre.
Arsenal hat nach einer langen Durststrecke wieder gelernt, Titel zu gewinnen. Genau daraus könnte sich nach Einschätzung des früheren Nationalspielers eine völlig neue Dynamik entwickeln.
„Das kann gut passieren, dass da so eine Ära wieder entsteht bei Arsenal.“ Babbel erinnert an frühere Zeiten unter Arsène Wenger, als die Gunners über Jahre zu den dominierenden Mannschaften Englands gehörten.
Inzwischen sieht er wieder viele Voraussetzungen dafür erfüllt.
Arsenal besitzt einen qualitativ starken und breiten Kader. Gleichzeitig stimmt die Altersstruktur. Neben erfahrenen Leistungsträgern drängen junge Spieler nach und erhöhen den Konkurrenzkampf. Hinzu kommt die Erfahrung der vergangenen Saison. Arsenal ist nicht mehr nur der Herausforderer. Die Gunners wissen inzwischen, wie es sich anfühlt, englischer Meister zu werden.
Und sie wissen, dass sie die ganz großen Gegner schlagen können.
„Jeder Titel hilft dir zu wachsen“
Genau diese Mentalität hält Babbel für entscheidend. „Jeder Titel hilft dir zu wachsen.“
Der Community Shield mag sportlich nicht dieselbe Bedeutung besitzen wie die Premier League oder Champions League. Doch für Babbel zählt vor allem die Erfahrung, ein Finale gegen eine Spitzenmannschaft zu gewinnen. Manchester City sei schließlich „keine Laufkundschaft“.
Solche Siege würden einer Mannschaft Selbstvertrauen geben und das eigene Selbstverständnis verändern. Arsenal tritt nicht mehr mit der Hoffnung an, irgendwann vielleicht einen Titel gewinnen zu können. Die Gunners haben inzwischen bewiesen, dass sie dazu in der Lage sind.
Das macht den Klub auch auf dem Transfermarkt attraktiver. Topspieler wollen zu Mannschaften wechseln, bei denen sie realistische Chancen auf große Titel besitzen. Genau diese Perspektive kann Arsenal inzwischen wieder bieten.
Arsenal hat plötzlich wieder das Sieger-Gen
Babbel sieht auch einen psychologischen Effekt.
Über viele Jahre gehörte Arsenal zwar regelmäßig zum erweiterten Kreis der englischen Spitzenmannschaften, doch bei der Frage nach dem Meister wurden andere Vereine genannt.
Manchester City.
Liverpool.
Chelsea.
Arsenal dagegen kämpfte zeitweise eher um die Champions-League-Plätze. Dieses Bild hat sich inzwischen komplett verändert. Die Gunners gehen als amtierender Meister in die Saison und unterstreichen mit dem 3:0 gegen City sofort wieder ihre Ambitionen.
„Das tut dem Verein exorbitant gut, das tut der Mannschaft exorbitant gut, dass du einfach weißt: Wir können große Spiele gewinnen“, erklärt Babbel.
Der Kader macht Arsenal so gefährlich
Ein entscheidender Faktor bleibt die Qualität in der Breite. Babbel hatte bereits vor der vergangenen Saison darauf hingewiesen, dass Arsenal praktisch über zwei hochklassige Mannschaften verfügt.
Auch jetzt ist der Konkurrenzkampf enorm. Spieler müssen sich ihre Position im Team immer wieder neu erarbeiten. Gleichzeitig können Ausfälle und Belastungsspitzen besser aufgefangen werden.
Genau das könnte in einer langen Saison mit Premier League, Pokalwettbewerben und internationalen Spielen wieder zum entscheidenden Vorteil werden. Arsenal hat sich nach Einschätzung Babbels zudem nicht verschlechtert, sondern punktuell weiter verstärkt.
Deshalb ist seine Einschätzung eindeutig: Die Gunners besitzen alles, was sie für eine erfolgreiche Titelverteidigung benötigen.
Manchester City erlebt einen Fehlstart unter Maresca
Ganz anders ist die Ausgangslage bei Manchester City. Nach dem Ende der langen Ära von Pep Guardiola beginnt mit Enzo Maresca ein völlig neues Kapitel.
Das erste große Duell ging allerdings gründlich daneben. 0:3 gegen Arsenal.
Babbel möchte den neuen City-Trainer deshalb noch lange nicht abschreiben. Im Gegenteil: Er hält große Stücke auf Maresca und lobt dessen Arbeit ausdrücklich.
„Ich bin nach wie vor von Maresca total überzeugt.“
Dennoch ist die Aufgabe gewaltig. Nach zehn Jahren Guardiola müssen sich die Spieler an neue Abläufe, eine andere Ansprache und möglicherweise auch an eine veränderte Spielidee gewöhnen.
Babbel zieht dabei Parallelen zu Manchester United nach dem Ende der Ära von Sir Alex Ferguson. Auch dort zeigte sich, wie schwierig es sein kann, einen Trainer zu ersetzen, der einen Klub über Jahre geprägt hat.
Arsenal wird vom Jäger zum Gejagten
Für die Gunners verändert sich gleichzeitig die Rolle. Arsenal ist nicht länger die Mannschaft, die Manchester City vom Thron stoßen möchte.
Jetzt sind die Londoner selbst der Gegner, den alle schlagen wollen. Genau darin liegt für Babbel die nächste große Prüfung. Kann die Mannschaft den Hunger konservieren? Kann sie erneut über eine komplette Saison ihre Leistung abrufen? Und wie reagiert sie auf den gestiegenen Erwartungsdruck? Der Community Shield liefert zumindest ein erstes Indiz.
Arsenal scheint bereit.
Auch United, Liverpool und Chelsea lauern
Trotz des beeindruckenden Auftritts möchte Babbel Arsenal nicht zum alleinigen Topfavoriten erklären.
Die Premier League unterscheidet sich für ihn gerade dadurch von der Bundesliga, dass gleich mehrere Vereine realistische Chancen auf die Meisterschaft besitzen.
Manchester City bleibt trotz des 0:3 gefährlich. Manchester United befindet sich wieder im Aufwind. Liverpool gehört ohnehin zum Kreis der Spitzenmannschaften.
Und auch Chelsea besitzt genügend Qualität, um oben anzugreifen. „Du hast so vier, fünf Vereine, wo du dir vorstellen kannst: Die können es packen.“
Genau deshalb erwartet Babbel eine besonders spannende Saison.
Arsenal sendet das erste große Signal
Noch ist kein einziger Premier-League-Punkt vergeben. Der eigentliche Saisonstart steht erst bevor.
Doch Arsenal hat bereits gezeigt, dass mit dem Meister wieder zu rechnen ist. Das 3:0 gegen Manchester City war deutlich, überzeugend und für Babbel vor allem eines: ein Statement.
Die Mannschaft besitzt Qualität, Tiefe, Selbstvertrauen und inzwischen auch die Erfahrung, Titel zu gewinnen. Und deshalb steht für den früheren Nationalspieler sogar eine größere Entwicklung im Raum.
Aus einem erfolgreichen Jahr könnte mehr werden. Vielleicht beginnt bei Arsenal gerade tatsächlich eine neue Ära.








