Wer wird englischer Meister? Kurz vor dem Start der neuen Premier-League-Saison legt sich Markus Babbel im Football Monday Podcast fest. Für den früheren Liverpool-Profi führt der Weg zum Titel vor allem über Titelverteidiger Arsenal und Manchester City. Doch auch Manchester United, Liverpool und Chelsea könnten für Gefahr sorgen
Babbel legt sich fest – diese Teams kämpfen um den Titel

Babbel legt sich im Premier-League-Titelkampf fest
Die neue Premier-League-Saison steht vor der Tür – und die vielleicht wichtigste Frage lautet bereits vor dem ersten Spieltag: Wer holt diesmal den Titel? Markus Babbel hat im aktuellen Football Monday Podcast eine ziemlich klare Vorstellung davon.
Der frühere Liverpool-Profi sieht zwei Mannschaften vor dem Rest der Konkurrenz: den amtierenden Meister Arsenal und Manchester City. „Arsenal und Man City sind für mich die zwei Hauptfavoriten auf die Saison“, stellt Babbel unmissverständlich klar.
Liverpool, Chelsea und Manchester United schreibt er keineswegs ab. Doch wenn er sich festlegen müsse, führe der Weg zur Meisterschaft über Arsenal und City.
Kann Arsenal den Titel tatsächlich verteidigen?
Besonders spannend wird die Situation beim amtierenden Champion.
Arsenal hat endlich geschafft, worauf der Klub so lange gewartet hatte: die englische Meisterschaft. Doch Babbel weist auf eine Herausforderung hin, die womöglich noch schwieriger ist als der erste Titelgewinn.
„Das muss man auch lernen. Und dieses jetzt zu bestätigen, das ist die große Herausforderung.“ Nach einem großen Erfolg könne sich eine gewisse Sättigung einschleichen. Genau das dürfe bei Arsenal nicht passieren. Babbel glaubt allerdings, dass die Londoner die nötige Qualität besitzen. „Ich traue Arsenal definitiv zu, den Titel zu verteidigen.“
Der entscheidende Vorteil ist für ihn die enorme Breite des Kaders. Bereits vor der vergangenen Saison hatte Babbel von „Arsenal 1A und Arsenal 1B“ gesprochen. Fast jede Position könne auf hohem Niveau doppelt besetzt werden. Gerade angesichts der enormen Belastung im modernen Spitzenfußball könnte das erneut zum entscheidenden Trumpf werden.
Die große Frage: Wie hungrig ist Arsenal noch?
Talent und Kaderbreite alleine reichen allerdings nicht.
Babbel beschäftigt vor allem eine Frage: Haben die Spieler nach dem lang ersehnten Triumph noch denselben Hunger?
Er beschreibt es bildlich: Arsenal habe „am Honigtopf genascht“. Jetzt müsse sich zeigen, ob die Mannschaft noch mehr davon wolle.
Gerade Titelverteidiger stehen unter besonderer Beobachtung. Jeder Gegner möchte den Meister schlagen, jeder Fehler wird stärker bewertet und gleichzeitig steigt der Erwartungsdruck. Babbel sieht bei Arsenal jedoch die Voraussetzungen, genau mit dieser Situation umgehen zu können. Die Mannschaft ist eingespielt, große Leistungsträger sind geblieben und der Kader wurde punktuell verstärkt.
Manchester City beginnt eine neue Zeitrechnung
Der vielleicht größte Herausforderer kommt aus Manchester. Doch bei City ist diesmal vieles anders.
Nach zehn Jahren unter Pep Guardiola beginnt eine neue Ära. Babbel hält genau diesen Trainerwechsel für einen der interessantesten Faktoren der gesamten Saison. Wie reagieren Spieler, die jahrelang unter Guardiola gearbeitet haben, plötzlich auf neue Abläufe und andere taktische Vorstellungen?
Babbel sieht darin sowohl eine Chance als auch ein Risiko. Ein erfolgreicher Start könnte neue Energie freisetzen. Läuft es dagegen zunächst schlecht, könnten schnell Zweifel entstehen und Vergleiche mit Guardiola beginnen.
Haaland bleibt Citys ultimative Waffe
Bei einem Spieler hat Babbel dagegen keinerlei Zweifel: Erling Haaland. „Er ist eine Maschine.“
Der Norweger beeindruckt den ehemaligen Nationalspieler weiterhin mit seiner unglaublichen Konstanz. Ob Salzburg, Borussia Dortmund, Manchester City oder die norwegische Nationalmannschaft – Haaland erzielt überall seine Tore.
„Der batscht die Dinger einfach rein. Egal, wie der Gegner heißt, er macht es halt.“
Gerade in einem engen Titelrennen könnte ein Torjäger dieser Qualität wieder den entscheidenden Unterschied ausmachen. Während andere Spieler nach einer langen Weltmeisterschaft möglicherweise mit Müdigkeit kämpfen, scheint Haaland für Babbel nahezu unverwüstlich.
Manchester United ist wieder da
Und dann wäre da noch der andere Klub aus Manchester. Manchester United hat unter Michael Carrick offenbar zurück zu seiner Identität gefunden.
„Man United macht wieder Man-United-Sachen. Und das gefällt mir.“ Babbel lobt insbesondere, dass ausgerechnet ein Trainer aus dem eigenen Stall die Mannschaft wieder stabilisiert hat.
Nach zahlreichen prominenten Trainern und großen Investitionen scheint Carrick verstanden zu haben, was der Verein benötigt. Babbels Erwartungshaltung ist deshalb enorm. „Man United muss die Top-4-Plätze spielen. Alles andere ist ein Skandal.“
Für die Meisterschaft sieht er United noch nicht zwingend bereit. Sollte die Mannschaft jedoch gut starten und die Konkurrenz Schwächen zeigen, könnte sich daraus eine völlig neue Dynamik entwickeln.
Die Belastung könnte zum Meistermacher werden
Ein weiteres großes Thema der neuen Saison ist die körperliche Belastung.
Viele Premier-League-Stars kommen direkt aus einer langen Weltmeisterschaft. Danach folgten nur wenige Wochen Pause und bereits die Vorbereitung auf die neue Saison. Dazu kommen Premier League, Champions League und die englischen Pokalwettbewerbe.
Babbel bezeichnet diese Belastung als „exorbitant hoch“. Seiner Meinung nach führt diese Entwicklung zwangsläufig dazu, dass Spitzenklubs praktisch zwei komplette Mannschaften benötigen.
Und genau hier könnte Arsenal erneut einen entscheidenden Vorteil besitzen. Die enorme Kaderbreite machte bereits in der vergangenen Saison einen Unterschied. Sollte die Konkurrenz im Frühjahr körperlich einbrechen, könnten die vielen Alternativen der Gunners erneut Gold wert sein.
Arsenal gegen City: Babbel erwartet den großen Zweikampf
Liverpool ist gefährlich. Chelsea besitzt enormes Potenzial. Manchester United findet wieder zu alter Stärke. Trotzdem legt sich Markus Babbel fest.
Wenn es um den Premier-League-Titel geht, stehen für ihn zwei Mannschaften über allen anderen. Arsenal muss beweisen, dass der erste Meistertitel nicht das Ende, sondern der Beginn einer neuen Erfolgsära war.
Manchester City muss dagegen zeigen, dass der Klub auch nach zehn Jahren Pep Guardiola weiterhin die Liga dominieren kann. Genau dieser Gegensatz macht den bevorstehenden Titelkampf so spannend. Und Babbel lässt keinen Zweifel daran, wo er die größten Chancen sieht: „Es wird über Arsenal und Man City laufen.“








