Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Badeverbot im Rhein: Kölner Ordnungsamt leitet Verfahren wegen Verstöße ein

In Köln gilt ein Badeverbot im Rhein, das seit Herbst letzten Jahres besteht. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 1.000 Euro, und das Ordnungsamt hat bereits 31 Verfahren eingeleitet.

Badeverbot im Rhein: In Köln droht eine fünfstellige Rechnung bei Verstößen
KI generiert

Die anhaltende Hitzewelle in Köln führt dazu, dass viele Menschen versuchen, sich im Rhein abzukühlen. Dabei ignorieren zahlreiche Badegäste nicht nur das bestehende Badeverbot, sondern setzen sich auch in Lebensgefahr.

In den letzten Tagen hat Köln mit extrem hohen Temperaturen zu kämpfen, und am Freitag könnte ein neuer Rekord für die Juni-Höchsttemperatur aufgestellt werden. Am Rheinufer in Rodenkirchen sind bereits am frühen Nachmittag viele Menschen zu sehen, die sich im Wasser erfrischen möchten. Während das Betreten des Wassers bis zu den Knöcheln erlaubt ist, ist das Schwimmen im Rhein aufgrund der Strömung lebensgefährlich und kann mit hohen Geldstrafen geahndet werden.

Das Kölner Ordnungsamt hat seit dem Inkrafttreten des Badeverbots im vergangenen Herbst bereits 31 Bußgeldverfahren eingeleitet. Diese Zahl könnte weiter steigen, da die Stadt auch 50 bis 100 Sensibilisierungsgespräche pro Einsatz führt.

Badeverbot und Aufklärung am Rheinufer

Um die Gefahren des Schwimmens im Rhein zu verdeutlichen, haben das Ordnungsamt, die Feuerwehr und die DLRG eine Informationsveranstaltung am Rheinufer organisiert. Dabei demonstrieren speziell ausgebildete Strömungsschwimmer der DLRG die Risiken, die mit dem Schwimmen in dem Fluss verbunden sind. Diese Übungen werden durch Rettungsboote abgesichert, um im Notfall schnell eingreifen zu können.

Kian Shahbodaghi von der DLRG Köln weist darauf hin, dass selbst geübte Schwimmer gegen die Strömung des Rheins kaum eine Chance haben. Er empfiehlt, im Ernstfall die Füße stromabwärts auszurichten und den Körper in einen 45-Grad-Winkel zu bringen, um die Chancen zu erhöhen, sicher ans Ufer zurückzukehren.

Lebensgefährliche Strömung und hohe Kosten für Rettungseinsätze

Die Realität zeigt jedoch, dass solche Rettungsversuche oft nicht erfolgreich sind. Im Jahr 2025 wurden 36 Menschen aus dem Rhein in Köln gerettet, wobei auch einige Tiere betroffen waren. Die Strömung kann auch für spielende Hunde gefährlich werden.

Ein weiteres Risiko stellt die Sogwirkung von vorbeifahrenden Schiffen dar. Wer in Ufernähe im Wasser steht, kann durch das zurückziehende Wasser schnell in Schwierigkeiten geraten. Feuerwehr-Pressesprecher Ulrich Laschet berichtet von tragischen Vorfällen, bei denen Menschen in anderen Gewässern ertrunken sind.

Die Rettungskräfte warnen eindringlich vor den Gefahren des Rheins. Wer trotz des Badeverbots schwimmen geht, muss nicht nur mit einem Bußgeld rechnen, sondern auch mit hohen Kosten für einen möglichen Rettungseinsatz. Laschet erklärt, dass die Rechnung für eine Rettung schnell im fünfstelligen Bereich liegen kann.

Hohe Zahl an Badeunfällen in Nordrhein-Westfalen

Ordnungsamtsleiter Dirk Käsbach hebt hervor, dass in den Jahren 2024 und 2025 in Nordrhein-Westfalen etwa 50 Menschen in Gewässern ums Leben kamen. Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit, die Öffentlichkeit über die Gefahren aufzuklären. Käsbach betont, dass es nicht ausreicht, den Menschen die Entscheidung zu überlassen, da insbesondere Kinder oft nicht in der Lage sind, die Risiken richtig einzuschätzen.

Ein Passant, der am Rheinufer in Badehose unterwegs ist, äußert, dass er selbst entscheiden könne, ob er ins Wasser gehe. Als die Rettungskräfte jedoch auf die tragischen Todesfälle der letzten Jahre hinweisen, zieht er sich schnell zurück.


Quellen: t-online, Focus, WDR

Bildquelle: KI generiert

Ronny Winkler