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Basler entlarvt Dortmunds Meisterträume – warum der BVB sich selbst belügt

Borussia Dortmund rückt tabellarisch näher an den FC Bayern heran – und plötzlich ist sie wieder da, die Meisterdiskussion. Doch Mario Basler hält dagegen. Nicht Dortmund ist stärker geworden, sondern Bayern schwächer.

Foto: depositphotos

Borussia Dortmund rückt tabellarisch näher an den FC Bayern heran – und plötzlich ist sie wieder da, die Meisterdiskussion. Doch Mario Basler hält dagegen. In der aktuellen Folge des Podcasts Basler Ballert zerlegt der frühere Nationalspieler die Dortmunder Euphorie und spricht von Selbsttäuschung statt Substanz. Seine Diagnose ist hart: Nicht Dortmund ist stärker geworden, sondern Bayern schwächer. Warum Basler die Titelträume des BVB für gefährlich hält und wo er die wahren Probleme sieht.


Ein Satz, der Dortmunds Euphorie stoppt

Es ist einer dieser Sätze, die eine ganze Erzählung zum Einsturz bringen. Mario Basler sagt ihn ruhig, fast beiläufig – und doch mit maximaler Sprengkraft:
Dortmund sei nicht deshalb wieder im Titelrennen, weil man selbst überragend spiele, sondern weil der FC Bayern zuletzt Punkte verschenkt habe.

Für Borussia Dortmund ist das ein Frontalangriff auf das eigene Selbstbild. Denn rund um den BVB wird wieder von Meisterschaft gesprochen, Spieler äußern sich ambitioniert, Fans beginnen zu träumen. Basler hält all das für verfrüht – und vor allem für unehrlich.


Warum Basler von Selbsttäuschung spricht

Baslers Kernkritik zielt nicht auf einzelne Spiele, sondern auf das große Ganze. Der BVB habe den Rückstand auf Bayern verkürzt, ja – aber nicht durch eine Phase konstant überragender Leistungen. Vielmehr sei es ein Resultat externer Umstände.

Sein Vorwurf lautet sinngemäß: Dortmund interpretiert die Tabelle, nicht die Leistung. Und genau darin liegt laut Basler die Gefahr. Wer sich stärker redet, als er ist, verliere den Blick für die eigenen Defizite. Diese Defizite sieht Basler weiterhin deutlich – in der Spielkontrolle, in der Konstanz und vor allem im Umgang mit Drucksituationen.


Bundesliga reicht nicht als Maßstab

Besonders brisant ist Baslers Analyse, weil sie den Kontrast zwischen Bundesliga und Anspruch offenlegt. National sammelt Dortmund Punkte, oft auch unspektakulär, manchmal mit Glück. International jedoch, so Baslers indirekter Vergleich, fehle genau jene Souveränität, die einen echten Titelkandidaten ausmacht.

Für Basler ist klar: Wer Meister werden will, muss unabhängig von der Schwäche anderer dominieren. Dortmund tue das nicht. Stattdessen schwanke der BVB zwischen soliden Auftritten und Spielen, in denen er selbst gegen deutlich schwächere Gegner ins Wanken gerät.


Der falsche Zeitpunkt für große Worte

Besonders kritisch sieht Basler den Zeitpunkt der Meisteransagen. Titelambitionen mitten in der Saison zu formulieren, wenn sich die Tabelle kurzfristig öffnet, hält er für den falschen Weg. Sein Wunsch an Dortmund ist eindeutig: Klarheit von Beginn an oder Zurückhaltung bis zum Beweis.

Basler argumentiert dabei mit Mentalität. Ein Klub, der wirklich an den Titel glaubt, müsse diesen Anspruch tragen, wenn es schwer ist – nicht erst dann, wenn es plötzlich bequem erscheint. Genau hier sieht er ein strukturelles Problem im Dortmunder Denken.


Warum diese Diskussion gefährlich werden kann

Die Meisterdebatte ist für Basler kein harmloses Medienthema. Sie verändert Erwartungshaltungen, erhöht den Druck und kann am Ende sogar lähmen. Wenn der BVB diesen Anspruch selbst nicht dauerhaft erfüllen kann, droht eine erneute Enttäuschung – sportlich wie emotional.

Baslers Warnung ist deshalb weniger Spott als Mahnung. Dortmund solle sich auf Leistung konzentrieren, nicht auf Narrative. Denn Titel gewinnt man nicht mit Aussagen, sondern mit Konstanz.

TS