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Basler wird deutlich: Eigentlich interessiert es ja auch keinen, was in Wolfsburg passiert

Mario Basler spricht aus, was viele im deutschen Fußball nur denken. Der VfL Wolfsburg spielt Bundesliga, verfügt über Geld, Infrastruktur und einen ordentlichen Kader – und ist trotzdem egal.

Foto: Newsflash24

Wolfsburg und das große Schweigen

„Eigentlich interessiert es ja auch keinen, was in Wolfsburg passiert.“
Dieser Satz von Mario Basler ist kein Ausrutscher, kein Witz, keine Provokation um der Provokation willen. Er ist eine nüchterne Beschreibung eines Zustands, den man kaum noch schönreden kann.

Der VfL Wolfsburg spielt Jahr für Jahr Bundesliga. Und trotzdem findet der Klub medial, emotional und atmosphärisch kaum statt. Siege verpuffen. Niederlagen empören niemanden. Trainer kommen, Trainer gehen. Spieler wechseln. Alles läuft – aber nichts lebt.


Geld, Kader, Möglichkeiten – und trotzdem egal

Wolfsburg ist kein armer Verein. Im Gegenteil. Der Klub verfügt über einen Konzern im Rücken, Trainingsbedingungen auf Top-Niveau und regelmäßig über Spieler, die bei anderen Bundesligisten sofort Führungsspieler wären.

Und doch stellt sich jede Woche dieselbe Frage:
Warum berührt dieser Klub niemanden?

Es gibt keinen Mythos, keine Wucht, keine Geschichte, die über Tabellenplätze hinausgeht. Selbst im Abstiegskampf fehlt die Dramatik. Während andernorts ganze Städte zittern, bleibt Wolfsburg leise. Zu leise für eine Liga, die von Emotionen lebt.


Wenn selbst der Abstieg kein Drama ist

Das eigentlich Erschreckende: Selbst ein möglicher Abstieg würde vermutlich keine große Welle schlagen. Keine Bilder von Tausenden Fans, keine bundesweite Debatte, kein Aufschrei.

Basler bringt es brutal ehrlich auf den Punkt:
Was soll denn passieren?

Kein emotionaler Hexenkessel, kein kollektiver Widerstand, kein „Jetzt erst recht“. Im Zweifel wird die Tür kurz zugemacht, der Spielbetrieb angepasst – und weitergemacht. Fußball als Verwaltungsakt.


Trainer, Spieler, Konzepte – alles austauschbar

Wolfsburg steht exemplarisch für ein strukturelles Problem der Bundesliga. Es gibt Vereine, bei denen alles korrekt läuft – aber nichts Bedeutung hat. Trainer werden installiert, erhalten Verträge, werden infrage gestellt, noch bevor sie richtig angekommen sind.

Spieler performen ordentlich, verlieren Spiele knapp, gewinnen manchmal glücklich – und verschwinden wieder aus dem Fokus. Es gibt keine Identifikation. Keine Erzählung. Kein klares „Dafür stehen wir“.


Ist das noch Bundesliga oder nur Betriebssport?

Die Bundesliga lebt von Reibung. Von Rivalitäten. Von Angst, Hoffnung, Größenwahn und Absturz. Wolfsburg entzieht sich all dem. Der Klub wirkt wie ein neutraler Körper in einer emotionalen Liga.

Und genau das macht Baslers Aussage so explosiv. Sie greift nicht nur Wolfsburg an, sondern stellt eine grundsätzliche Frage:
Wie viele solcher Klubs verträgt der deutsche Fußball noch?

TS