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Topteams zurück im Finale: Bayern gegen Alba Favorit

Im vergangenen Jahr erlebten Bayern und Alba das Basketball-Finale von der Couch aus. Nun sind sie zurück – mit ganz unterschiedlichen Vorzeichen.

Der FC Bayern München um Ex-NBA-Star Serge Ibaka (r) trifft auf Johannes Thiemann und Alba Berlin.
Foto: Angelika Warmuth/dpa

Die Topteams sind zurück! Nach dem Überraschungsfinale zwischen ratiopharm Ulm und den Telekom Baskets Bonn im vergangenen Jahr haben Deutschlands Basketball-Schwergewichte die Kräfteverhältnisse wieder gerade gerückt. Bayern München gegen Alba Berlin heißt die Endspielserie von diesem Samstag an – zum sechsten Mal in den vergangenen zehn Jahren machen die beiden Euroleague-Mannschaften den Meister unter sich aus. «Es ist immer wieder schön, den sogenannten deutschen Klassiker im Finale zu sehen», sagte Bayerns Weltmeister Andreas Obst.

Im letzten Jahr hatte Ulm auf dem Weg zum Titel erst Berlin und dann München besiegt. Und auch in dieser Saison war der Weg ins Finale für die Topfavoriten kein Spaziergang. Bayern musste im Viertelfinale einen Schreckmoment überwinden und verlor das erste Spiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg. Alba musste gegen die Niners Chemnitz an ihre Grenzen gehen und sicherte sich den Finaleinzug erst am Donnerstagabend mit einem 97:84 in Spiel fünf.

Bayern ausgeruht ins Finale

Die Bayern konnten entspannt von der Couch aus das Geschehen in der Berliner Uber Arena verfolgen. Vor dem ersten Finale an diesem Samstag (20.30 Uhr/Dyn) in München hatten die Spieler vom Isar fünf Tage Pause, während Alba nur etwa 48 Stunden zur Regeneration blieben.

Aus diesem Grund gelten die Bayern als Favoriten in der Serie. Außerdem haben die Münchner in der bisherigen Saison drei von vier Duellen in der Meisterschaft und der Euroleague deutlich gewonnen – nur im unbedeutenden letzten Hauptrundenspiel der Bundesliga in Berlin haben sie den Sieg verschenkt.

Dennoch zeigen sich die Münchner vor dem Showdown gewarnt. Berlin werde zwar immer mal wieder abgeschrieben, erinnerte Obst am Freitag. «Aber das ist ein Team, das gut funktionieren und einem immer weh tun kan. Da müssen wir als Mannschaft bereit sein.»

Dass Alba am Donnerstagabend noch gefordert war, müsse kein Nachteil sein. «So ein Sieg kann eine große Euphorie und Zusammenhalt entfachen.» Und Münchens erfahrener Trainer Pablo Laso sagte sogar: «Üblicherweise ist ein Team, das im Flow ist, schneller im Rhythmus und spielt besser.»

Alba-Bosse loben Mentalität

Bei Alba sind sie erst einmal froh, dass es die Mannschaft allen Widrigkeiten zum Trotz wieder ins Finale geschafft hat. «Ich bin sehr stolz auf das Team. Wir haben dieses Jahr viel durchmachen müssen, hatten viele Probleme. Aber das Team hatte die Kapazität, gegen alle Widerstände anzukämpfen», sagte Trainer Israel Gonzalez.

Die Hauptstädter traten gegen Chemnitz mit ihrem letzten Aufgebot an. Vier Verletzte fehlten, ebenso ein gelernter Point Guard. Weltmeister Johannes Thiemann spielte trotz Knieschmerzen die gesamte Partie. In der Halbzeit konnte er sich vor Schmerzen nicht mehr bewegen. «Er litt und weinte, war völlig zerstört», sagte Sportdirektor Himar Ojeda. Dennoch biss der Kapitän auf die Zähne und zeigte die beeindruckende Berliner Mentalität.

Bayern-Star Ibaka sorgt für Lacher

Für Bayerns NBA-Routinier Serge Ibaka ist in der Serie daher alles offen. Was bislang gewesen sei, spiele keine Rolle mehr, sagte der NBA-Champion von 2019. «Alles kann passieren», warnte der Spanier. Der erfahrene Center betonte, dass ein Endspiel seine eigene Dynamik bereithalte. Dabei unterlief ihm ein kleiner Versprecher, als er sagte: «Das hier ist das NBA-Finale…» Teamkollege Obst korrigierte Ibaka bei der Pressekonferenz grinsend: «Es ist das BBL-Finale.»

dpa