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Pavlovic-Ausfall ohne Konsequenzen für DFB-Zukunft

Julian Nagelsmann hatte sich auf Bayern-Jungstar Pavlovic gefreut. Doch der Teenager muss seine DFB-Premiere verschieben. Ein Blick in die FIFA-Statuten erklärt die Konsequenzen.

Muss sein Debüt in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft verschieben: Aleksandar Pavlovic.
Foto: Tom Weller/dpa

Eine Mandelentzündung verhindert das Debüt des Bayern Münchens Jungstars Aleksandar Pavlovic in der Fußball-Nationalmannschaft. Trotz der Absage aus gesundheitlichen Gründen hat dies keine Konsequenzen für die generelle Zukunft des hochtalentierten Mittelfeldspielers als deutscher Nationalspieler.

Der 19-Jährige hätte sich auch bei den Einsätzen für die DFB-Auswahl in den EM-Tests in Frankreich am Samstag (21.00 Uhr/ZDF) in Lyon und am folgenden Dienstag (20.45 Uhr/RTL) gegen die Niederlande nach den FIFA-Statuten noch nicht für eine Nation festgespielt. Ein Verbandswechsel nach Serbien wäre weiterhin möglich. Erst mit einem EM-Einsatz würde sich Pavlovic auf eine Fußball-Nation festlegen.

Pavlovic war in der Vorwoche erstmals für die deutsche A-Auswahl von Julian Nagelsmann nominiert worden. «Er war bei Bayern aktuell mit der stabilste Spieler mit dominantem Spiel. Er ist dazu einer, der viel in der Kabine spricht, der viel coacht, der sich trotz seines jungen Alters nicht versteckt», sagte der Bundestrainer über den jungen Profi. Seine Nominierung nach nur etwas mehr als einem Dutzend Pflichtspielen für den FC Bayern habe keine «politischen Gründe» gehabt, versicherte Nagelsmann.

Serbiens Nationalcoach: «Wir haben alles versucht»

Pavlovic hatte aufgrund eines Infekts seine Anreise nach Frankfurt verschoben, die eigentlich für Montag geplant war. Die komplette Absage erfolgte einen Tag später. Beim 5:2-Sieg der Münchner bei Darmstadt 98 am Samstag hatte der Jungstar bei einem Zusammenprall eine dicke Schwellung über dem linken Auge erlitten. Diese Verletzung war jedoch nicht der Grund für die Absage.

Pavlovic, der in München geboren wurde, hat einen serbischen Vater und eine deutsche Mutter und ist daher spielberechtigt für beide Länder. Serbien hat sich ebenfalls für die EM qualifiziert. Am Donnerstag bestreitet das Team einen umstrittenen Test gegen die russische Nationalmannschaft, die aufgrund des Kriegs in der Ukraine von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen ist.

Serbiens Nationalcoach Dragan Stojkovic wählte zur Personalie Pavlovic freundliche Worte. «Wir sollten nicht böse sein, wir haben alles versucht. Wir hatten Anfang Dezember Kontakt zu seiner Familie, dann zum Agenten und zu Alexander. Es gibt keine Wut», ergänzte Stojkovic, der 1993 als Spieler von Olympique Marseille gemeinsam mit dem heutigen DFB-Sportdirektor Rudi Völler die Champions League gewonnen hatte.

dpa