Erst Gnabry, nun Coman – das Verletzungspech setzt den Bayern vor dem Arsenal-Rückspiel weiter zu. Trainer Tuchel muss «Lösungen finden», vor allem hinten links und offensiv.
Bayerns Arsenal-Sorgen: Zuversicht bei Neuer und Sané

Thomas Tuchel konnte vor dem wichtigen Champions-League-Spiel des FC Bayern gegen den FC Arsenal zumindest in einem Punkt aufatmen, nachdem sein Team einen Pflichtsieg gegen den 1. FC Köln errungen hatte.
«Wir haben das Ergebnis, das wir gebraucht haben und auch wollten», sagte der Münchner Coach nach dem 2:0. Nun könne man sich «ohne weitere Störungen» auf das Viertelfinal-Rückspiel am Mittwoch vorbereiten.
Coman-Aus nächster «großer Wermutstropfen»
Ohne Störungen, aber nicht ohne Probleme. Denn die Personalsituation hat sich durch den nächsten schwerer verletzten Fußball-Profi in der Offensive weiter verschlechtert. Nach Serge Gnabry, der sich beim 2:2 im Hinspiel gegen Arsenal erneut am Muskel verletzt hatte, erwischte es gegen Köln Kingsley Coman. Der Franzose fällt mit einer Muskelbündelverletzung im rechten Oberschenkel wochenlang aus. Tuchel sprach von einem «großen Wermutstropfen», zumal in Leroy Sané ein weiterer Offensivakteur auch nur bedingt einsatzfähig ist und in der Bundesliga aussetzen musste.
Coman musste gestützt vom Platz gebracht werden, das rechte Bein zog er dabei hinter sich her. «Das zieht sich durch die ganze Saison», sagte Sportdirektor Christoph Freund ratlos zur hohen Zahl der Muskelblessuren.
«Du brauchst Tempo auf dem Platz, du brauchst die Bank», haderte Tuchel mit Blick auf Arsenal. Immerhin äußerte sich Sportdirektor Freund am Samstagabend «sehr positiv» dazu, dass Torwart Manuel Neuer und auch Tempodribbler Sané wieder «auf dem Platz stehen werden». Ein Blick auf die heißen Bayern-Personalien vor der Viertelfinalentscheidung:
Tor
Kapitän Neuer klagte beim Training vor Köln wieder über Adduktorenprobleme. Ein Einsatz hätte laut Tuchel «ein Restrisiko» beinhaltet, das der Trainer nicht eingehen wollte. Die Bayern brauchen den Nationaltorhüter für den Einzug ins Königsklassen-Halbfinale. Sven Ulreich vertrat Neuer ausgezeichnet gegen Köln, hielt alles, was auf sein Tor kam.
Davies-Ersatz
Alphonso Davies sah in London Gelb. Darum ist der Kanadier im Rückspiel gesperrt. Als linken Außenverteidiger testete Tuchel darum gegen Köln Noussair Mazraoui, der zwar Rechtsfüßer ist, die Position aber aus Marokkos Nationalelf kennt. «Nous hat lange nicht gespielt, es war wichtig, dass er Spielplaxis kriegt», sagte Freund zur durchwachsenen Leistung von Mazraoui. Ob er wirklich Arsenals Wirbelwind Bukayo Saka stoppen kann? Die Alternative wäre Raphael Guerreiro. Mazraoui sei «einen Tick defensivstärker als Rapha», bemerkte Tuchel. Heißt übersetzt: Vorteil Mazraoui.
Angriff
„Harry Kane hat gegen Köln nur den Pfosten getroffen und nicht das Tor, aber um den Engländer muss sich niemand sorgen machen. Der Torjäger ist bereit. Thomas Müller hat nicht viel erreicht, aber er hat in der Nachspielzeit das 2:0 erzielt. Das war wichtig, weil er gegen Arsenal diesmal dringend gebraucht werden dürfte, anders als im Hinspiel.“
Gnabry ist nicht verfügbar, Coman ist nicht verfügbar, der junge Mathys Tel ist eher ein Joker. Sané wird durchhalten. Und der etwas überfordert wirkende Jamal Musiala wurde gegen Köln bis zur Coman-Verletzung in den ersten 50 Minuten geschont. «Wir werden Lösungen finden», sagte Tuchel zu den personellen Baustellen: «Wir werden bereit sein am Mittwoch.»








