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Bayerns nächste Machtdemonstration: Sieben Tore in Bochum

Dieser FC Bayern München spielt in einer eigenen Liga. Beim 7:0 beim VfL Bochum rehabilitiert sich der Rekordmeister für die bittere Pleite im Februar. Der VfL kassierte eine historische Klatsche.

Bayerns Neuzugang Matthijs de Ligt jubelt über seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0.
Foto: Bernd Thissen/dpa

Die Bayern-Stars hakten die nächste beeindruckende Spiel-Spaß-Vorstellung routiniert ab.

Die sieben Tore beim VfL Bochum, der seine höchste Heimniederlage kassierte, feierten die Spieler von Trainer Julian Nagelsmann auf dem Rasen mit kurzen Handshakes – die Konkurrenten in der Fußball-Bundesliga dürften zittern! «Wir setzen uns erstmal keins», sagte Nagelsmann nach dem 7:0 (4:0) bei DAZN gefragt nach dem Limit seiner Mannschaft. «Wir versuchen immer, die Leistung zu bringen.»

Während der vermeintlich ärgste Herausforderer Borussia Dortmund am Samstag gegen Werder Bremen erstmals gepatzt hatte, stehen die Bayern nach drei Spieltagen als einziges Team mit der Maximalausbeute von neun Punkten an der Spitze. Die Torbilanz von jetzt +14 bedeutet den besten Start eines Teams in der Bundesliga-Historie. «Die Energie, die in der Mannschaft steckt, die Stimmung, da gönnt jeder jedem alles», schwärmte Nagelsmann. «Das war letztes Jahr nicht immer so, das ist sehr angenehm.»

Die Bochumer waren hingegen schwer frustriert. «Brutal bitter», meinte Simon Zoller. «So zerstört wurde ich noch nie.» Bayerns Torschütze Kingsley Coman wertete: «Wir sind bei 100 Prozent. (…) Wir haben vorne viele Möglichkeiten.» Matthijs de Ligt, der sein Debüt mit einem Treffer gefeiert hatte, äußerte: «Es war wichtig, fokussiert zu bleiben. Dann triffst du sieben Mal.»

Nagelsmann beweist glückliches Händchen

Trainer Julian Nagelsmann freute sich beim 7:0 (4:0) beim kaum bundesligatauglichen VfL auch über sein glückliches Händchen bei der Personalauswahl. Erstmals in dieser Saison musste der 35-Jährige seine in zuvor drei Pflichtspielen erprobte Startelf auf drei Positionen ändern. Alle drei Neuen trafen auf Anhieb: Treffer von Leroy Sané (4. Minute), De Ligt (25.) und Coman (33.) fielen nach teils heftigen individuellen Aussetzern der VfL-Profis, die im dritten Spiel die dritte Niederlage kassierten.

Sadio Mané (42./60., Handelfmeter) erhöhte in einem höchst einseitigen Spiel. Der sechste Treffer fiel bezeichnenderweise durch ein Eigentor von Cristian Gamboa (69.). Der eingewechselte Serge Gnabry (77.) durfte auch noch jubeln.

Von Beginn an wurden die verletzten oder geschonten Alphonso Davies (Muskelverhärtung), Jamal Musiala (Zerrung) und der spätere Torschütze Gnabry, der diesmal von der Bank kam, bestens vertreten. In der Offensive sorgte insbesondere der aus der Jugend des Bochumer Clubs SG Wattenscheid stammende Sané mit seiner Schnelligkeit für erhebliche Probleme bei den VfL-Profis. Schon bei der frühen Führung durch einen herrlichen Sané-Schuss ins linke obere Tor-Eck sah Bochums Keeper Riemann nicht gut aus.

Der Wortführer im VfL-Team leistete sich freilich beim zweiten Gegentor von 67-Millionen-Euro-Zugang De Ligt einen noch größeren Fauxpas, als er einen Eckball von Joshua Kimmich unterlief.

Bochum als Tabellenletzter zum SC Freiburg

Der von Juventus Turin gekommene De Ligt lief erstmals in dieser Saison von Beginn an auf und sorgte auch in der Abwehr gegen allerdings auch völlig harmlose Bochumer für Stabilität. Erstmals in dieser Saison überhaupt stand Coman nach seiner Rotsperre aus der vergangenen Spielzeit im Team und besorgte die frühe Entscheidung. Seinem Treffer ging ebenfalls ein schwerer individueller Fehler von Gamboa voraus. Auch Bayern-Zugang Mané war mehrere Klassen zu gut für die Bochumer. Mit seinem Doppelpack machte der frühere Liverpool-Profi das Debakel für den VfL früh perfekt.

Nichts war mehr vom Spirit aus dem Februar zu erkennen, als die Bayern beim 2:4 eine bittere Niederlage in Bochum kassiert hatten. Nach der dritten Niederlage im dritten Saisonspiel und 3:12 Toren reist das Team von Trainer Thomas Reis am Freitag als Tabellenletzter zum SC Freiburg. Kaum ein Spieler erreichte Bundesliga-Niveau. Im zweiten Jahr nach der Erstliga-Rückkehr scheint der VfL vor einer ganz schwierigen Spielzeit zu stehen.

dpa