Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Beck verfehlt WM-Medaille im Freiwasser klar

Als Titelverteidigern zählt Leonie Beck beim ersten Freiwasserrennen der Schwimm-WM zu den Favoritinnen. Mit der Medaillenvergabe hat sie aber nichts zu tun. Dass sie das kaum ärgert, hat einen Grund.

Kam bei der Schwimm-WM über zehn Kilometer nur auf den 20. Platz: Leonie Beck.
Foto: Jo Kleindl/DSV/dpa

Leonie Beck zitterte am ganzen Körper. Im stürmischen Wind von Katar erklärte die deutsche Vorzeige-Freiwasserschwimmerin mit vor Kälte brüchiger Stimme ihren missglückten Start bei den Weltmeisterschaften. «Mir war vorher klar, dass es ein sehr schwieriges Rennen wird», sagte die 26-Jährige. «Das Wasser ist kalt. Kaltes Wasser ist nicht so meins.»

Platz 20 als Titelverteidigerin – das entspricht eigentlich nicht den Erwartungen der Bayerin. Trotzdem war sie nicht allzu verärgert darüber, da sie vor einem halben Jahr bereits ihr Olympia-Ticket in Japan gesichert hatte.

«Es war mir sehr wichtig, dass ich mich letztes Jahr in Fukuoka qualifiziere. Da habe ich schon echt einen guten Job gemacht, dass ich das letztes Jahr geschafft habe», sagte Beck im Hafen von Doha. «Jetzt ist es Platz 20. Das ist jetzt nicht schlimm. Wenn es die Qualifikation gewesen wäre, wäre es sehr, sehr schlimm. Deswegen: Alles gut.»

Anders als für Beck ging es für die meisten ihrer Konkurrentinnen noch um die Teilnahme am Wettbewerb in Paris. Das olympische Kräftemessen in der Seine ist der große Saisonhöhepunkt. Entsprechend umkämpft war das Zehn-Kilometer-Rennen am Samstag. «Alle wollen irgendwie das Ticket ergattern. Es war ein sehr hartes Rennen», sagte Beck.

Beck und Spiwoks halten lange mit

Im komplexen Qualifikationssystem war Platz 16 von ihrer Nationalteamkollegin Jeannette Spiwoks ausreichend, um dem Deutschen Schwimm-Verband den zweiten Quotenplatz zu garantieren. Ob die 25-Jährige jedoch selbst diesen Platz einnehmen darf, ist noch unklar.

Die Niederländerin Sharon van Rouwendaal sicherte sich den WM-Sieg im Schlussspurt nach 1:57:26,8 Stunden. Sie war 19,2 Sekunden schneller als Spiwoks und schlug 45 Sekunden vor Beck an. María de Valdés aus Spanien gewann Silber, während sich die Portugiesin Angélica André die Bronze sicherte.

Beck und Spiwoks hatten in einer großen Spitzengruppe lange mitgehalten. Auf der letzten Runde wurden sie von den Tagesbesten dann aber abgehängt. Die Wassertemperaturen von nur gut 20 Grad, dazu das wellige Meer und Neoprenverbot: «Da verliert man viel Energie», sagte Beck. «Auf der letzten Runde bin ich stehen geblieben.»

Nach den Frauen sind an diesem Sonntag die Männer gefragt. Wie Beck nimmt auch Florian Wellbrock als Titelverteidiger um 8.30 Uhr (MEZ) an dem zehn Kilometer Rennen teil. Oliver Klemet, der Bronzegewinner von 2023, hat ebenfalls Chancen auf eine Medaille.

dpa