Jens Filbrich ist schnell ein Teil des Teams geworden. Die Biathleten soll er schneller und besser in der Loipe machen. Das Vertrauen der Sportler ist da.
Bessermacher Filbrich: Ex-Athlet bringt Biathleten nach vorn

Der Einfluss von Jens Filbrich ist schon nach wenigen Monaten erkennbar. Staunten manche bei der Beförderung des früheren Langläufers zum neuen Co-Trainer der deutschen Biathleten vielleicht noch, hat sich schnell herauskristallisiert: Der 44-Jährige ist ein «Bessermacher». Das zeigt sich in den Ergebnissen und im Feedback, was Filbrich von den Athleten bekommt.
«Läuferisch haben wir einen Schritt nach vorn gemacht», befand Johannes Kühn. Und auch Routinier Benedikt Doll lernt mit seinen 33 Jahren noch dazu: «Das Training ist das eine. Aber das Akribische, die Energie und Motivation, die einen ansteckt, das ist einfach super beim Jens. Das macht Spaß, im Team so zu arbeiten.»
Filbrich: «Extrem schöner Auftakt»
Der neue Weg scheint erfolgreich zu sein: Nach den ersten vier Weltcups haben wir sieben Einzel-Podestplätze erreicht – das sind zwei mehr als in der gesamten letzten Saison. Das erste Trimester mit den Rennen in Östersund, Hochfilzen und Lenzerheide war der beste Saisonstart der Männer überhaupt.
«Das war ein extrem schöner Auftakt als Trainer für mich und da guckt man dankbar auf die Wochen zurück», sagte Filbrich in Oberhof. In Ruhpolding soll es ab Donnerstag so weitergehen.
Nachdem der langjährige Bundestrainer Mark Kirchner zurückgetreten ist, hat der Deutsche Skiverband mit Biathlon-Sportdirektor Felix Bitterling alles umgekrempelt, indem er erstmals den Slowenen Uros Velepec zum Cheftrainer ernannt hat – und Filbrich befördert hat. Der gebürtige Suhler ist für das Laufen zuständig und bringt nicht nur jahrelange Erfahrung mit sich, sondern auch große Erfolge wie Olympia-Silber und -Bronze sowie sieben WM-Medaillen.
«Die Komplexität des Biathlons ist brutal, da bin ich nur am Aufsaugen», sagte Filbrich über seine neue Aufgabe, die ihm zugleich unheimlich viel Spaß macht: «Ich bin von allen von Anfang an mit offenen Armen aufgenommen worden. Man hat gleich gemerkt, wenn wir gemeinsam eine neue Richtung einschlagen, dass da gemeinsam was entsteht.»
Filbrich ist ein Experte, ein sehr gewissenhafter Arbeiter und strahlt eine positive Energie und Kompetenz aus. Um neue Bewegungsmuster zu erlernen und bereits Eingeübtes zu verbessern, ist es wichtig, dass die Sportler großes Vertrauen haben – und das hat sich Filbrich in kurzer Zeit verdient gemacht.
Filbrich punktet mit einem Miteinander
Er setzte sich mit jedem Athleten zusammen, analysierte Trainingsdaten, um individuelle Schwerpunkte und Potenziale zu benennen. An der Trainingsmethodik hinzu mehr Umfängen und weniger Intensitäten wurde etwas geändert, genau wie bei der Auswahl der Trainingslager. «Es war ein Miteinander und ich bin froh, dass auch alle motiviert daran arbeiten», sagte Filbrich.
Mit dem Miteinander punktet Filbrich. Er könne sich als Ex-Sportler «sehr gut hineinfühlen», sagte Philipp Nawrath. Auch für Philipp Horn passt «Fips» menschlich ins Team und «ich glaube, es ist jetzt wirklich zum ersten Mal in der Weltcup-Mannschaft so, dass jemand mit den Athleten die Strecken abläuft und vor dem Wettkampf sagt: Hier musst du ruhig bleiben oder hier ist der Teil, wo du angreifen musst. Einer, der einfach mit den Jungs die Streckenbegehung macht.»
Für Filbrich ist es der Anfang einer «langen Reise, die auch erfolgreich sein wird. Und wenn man das als Trainer ausstrahlt, dann gehen die Sportler auch mit». Die ersten Schritte dahin hat Filbrich gemacht.








