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Biathleten ohne Podestplatz: Trotzdem stimmt die Richtung

Die norwegischen Biathleten sind in der Schweiz ebenso wenig zu schlagen wie Justine Braisaz-Bouchet. Für David Zobel endet die Weltcup-Premiere in Lenzerheide dennoch mit einem Erfolgserlebnis.

Norwegens Biathlon-Star Johannes Thingnes Bö siegte auch im Massenstart.
Foto: Georg Hochmuth/APA/dpa

Die norwegischen Biathlon-Dominatoren ließen sich nicht von dem Schreck im eigenen Mannschaftshotel verunsichern und zeigten eine weitere Gala.

Die deutschen Männer konnten zum Abschluss der Weltcup-Premiere im schweizerischen Lenzerheide dagegen nicht auf das Podest klettern. Als bester Athlet des Deutschen Skiverbandes durfte sich David Zobel beim Dreifach-Erfolg der Skandinavier von Johannes Thingnes Bö, Johannes Dale-Skjevdal und Tarjei Bö als Siebter über das Knacken der verbandsinternen WM-Norm freuen. «Das war wichtig, wenn alle im Team im Vorbeigehen die WM-Norm knacken, muss ich natürlich nachziehen», sagte Zobel dem ZDF. «Es macht aktuell Riesenspaß im Team und es ist einfach genial.»

Seine Teamkollegen werden wahrscheinlich nicht die gleiche Meinung haben, wenn es um große Probleme am Schießstand geht. Insbesondere Philipp Nawrath und Benedikt Doll, die im Massenstartrennen jeweils fünf Extra-Runden drehen mussten und auf den Plätzen 24 und 21 landeten. Doll hatte am Freitag im Sprint noch seinen ersten Saisonsieg errungen. Der zweitbeste Deutsche war Philipp Horn (3 Schießfehler) auf dem zwölften Platz. Dahinter belegten Justus Strelow (1) den 16. Platz und Johannes Kühn (3) den 18. Platz.

Schuss im Hotel

Mit einem Schock, der noch ein Nachspiel haben wird, endete das letzte Rennwochenende vor der Weihnachtspause für Sturla Holm Laegreid. Beim Trockentraining des Norwegers habe sich nach Angaben des Weltverbandes IBU ein Schuss gelöst. Laegreid durfte wegen des Verstoßes gegen die Sicherheitsregeln nicht am Massenstart teilnehmen und muss wohl mit einer Geldstrafe rechnen. Denn ein Sprecher der Kantonspolizei Graubünden erklärte, dass der 26-Jährige wegen des «unvorsichtigen Umgangs mit Waffen» angezeigt werde. Ihm wird eine mutmaßliche Übertretung des Graubündener Polizeigesetzes vorgeworfen. 

«So etwas kann im schlimmsten Fall ein Leben kosten. Das ist ein ganz großer Mist, der mir da passiert ist», sagte Laegreid dem Sender NRK mit Tränen in den Augen. «Dieser Vorfall tut mir zutiefst leid und ich entschuldige mich aufrichtig bei der gesamten Biathlon-Familie, meinen Teamkollegen und dem Hotelbesitzer für das, was passiert ist. Dies ist eine brutale Erinnerung für mich und alle Biathleten, wie wichtig Sicherheitsroutinen wirklich sind.»

Franziska Preuß auf Platz sieben

Franziska Preuß zeigte sich deutlich zufrieden nach dem Massenstart der Frauen. Justine Braisaz-Bouchet gewann ihr drittes Rennen in Folge und Preuß erreichte als Siebte erneut einen Platz unter den Top Ten. Obwohl sie gerade erst von einer Coronainfektion genesen war, zeigte Preuß eine einwandfreie Leistung beim Schießen, konnte jedoch auf der Strecke der starken Konkurrenz nicht standhalten.

«Ich habe gemerkt, dass ich auf der Strecke nicht viel zu melden habe, das war ein Überlebenskampf. Deswegen lag der Fokus auf dem Schießen und damit bin ich zu 100 Prozent zufrieden», sagte Preuß und ergänzte: «Ich bin sehr zufrieden, auch allgemein mit dem ersten Trimester. Ich hatte wenige Erwartungen und wenn jemand zu mir gesagt hätte, dass der siebte Platz meine schlechteste Platzierung ist, dann hätte ich das direkt unterschrieben.»

Braisaz-Bouchet, eine Französin, gewann alle drei Rennen in großer Höhe und sicherte sich so das begehrte Leibchen der Gesamtweltcup-Führenden. Die Schwedin Elvira Öberg (2 Schießfehler) belegte den zweiten Platz über 12,5 Kilometer, gefolgt von ihrer älteren Schwester Hanna Öberg (2). Vanessa Voigt war bis zum Stehendanschlag gut im Rennen, verfehlte dann jedoch zweimal das Ziel und fiel auf den 21. Rang zurück. Ihre Teamkollegin Janina Hettich-Walz musste drei Extra-Runden drehen und erreichte den 23. Platz.

«Unterm Strich können wir sagen, dass die Richtung stimmt, auch wenn wir noch nicht in jedem Wettkampf absolut ganz vorn dabei sind», sagte Sportdirektor Felix Bitterling über die 13 Podestplätze nach drei Weltcup-Stationen. «Alles andere wäre höchst arrogant.»

dpa