Vier Tage vor dem Start der Olympischen Winterspiele gibt es einen Dopingfall. Die betroffene Italienerin stammt aus Antholz, dem Austragungsort der Biathlonrennen.
Biathletin Passler vor Heim-Olympia mit positivem Dopingtest

Das italienische Biathlon-Team wird unmittelbar vor Beginn der Olympischen Winterspiele im eigenen Land von einem Dopingfall erschüttert. Rebecca Passler aus Antholz, wo ab kommendem Sonntag die olympischen Rennen der Skijäger stattfinden, wurde bei einer außerhalb des Wettkampfs durchgeführten Kontrolle positiv getestet. Laut der italienischen Anti-Doping-Behörde wurden bei ihr Spuren von Letrozol gefunden.
Das Medikament kann den Östrogenspiegel senken, wird jedoch hauptsächlich zur Krebsbehandlung verwendet. Passler wurde vorläufig suspendiert, da sie gegen Regeln verstoßen hat, aber sie hat bisher nicht reagiert.
Die 24-jährige Passler ist seit Ende 2021 im Weltcup unterwegs. Im Januar war sie bei den Wettkämpfen in Oberhof Startläuferin der italienischen Frauenstaffel, die ohne die Stars Lisa Vittozzi und Dorothea Wierer nur den zehnten Platz belegte. Ihre besten Karriereresultate sind zwei elfte Plätze im Sprint von Oberhof und im Massenstart von Annecy.
Passler nur mit der Staffel auf dem Weltcup-Podest
Die ehemalige Junioren-Weltmeisterin hat es bisher noch nicht geschafft, in einem Einzelrennen in die Top Ten zu kommen. Im Winter 2022/2023 erreichte sie mit der Frauenstaffel Italiens zweimal den dritten Platz, zusammen mit Wierer und Vittozzi.
Passler ist die Nichte des ehemaligen italienischen Biathleten Johann Passler, der 1988 in Calgary zweimal Olympia-Bronze gewann. Johann Passler wird laut italienischen Medien bei den am Freitag beginnenden Winterspielen auch als Logistikhelfer im Stadion von Antholz arbeiten.
Es gab bereits einen Dopingfall mit Letrozol in Italien. Sara Errani, eine ehemalige French-Open-Finalistin, wurde im Jahr 2017 positiv auf das Mittel getestet. Letrozol ist seit 2008 im Leistungssport verboten und steht auf der Liste der verbotenen Substanzen der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada). Errani bestritt damals, die Substanz eingenommen zu haben, und vermutete eine Verunreinigung von Nahrungsmitteln.








