Die neuen Weltmeisterinnen feiern ausgelassen ihren Sieg im Zweierbob, während die Konkurrenz knapp geschlagen wird.
Gold für Buckwitz und Mark bei Bob-WM in Winterberg

Die Feier zum Titel zusammen mit der Geburtstagsparty begann bereits auf der Zielgeraden mit den neuen Weltmeisterinnen. Lisa Buckwitz und ihre Anschieberin Vanessa Mark waren vor Glück ausgelassen und sprangen bereits aus dem Zweierbob, bevor sie sich über den WM-Gold-Sieg bewusst wurden.
«Ich wollte es im Zweierbob besser machen, denn zu zweit ist es einfach schöner. Es ist erst meine zweite WM als Pilotin, so langsam komme ich in Fahrt, es ist halt eine Erfahrungssportart», sagte Buckwitz, die als Anschieberin von Mariama Jamanka 2018 in Pyeongchang überraschend Olympia-Gold gewonnen hatte.
Die Athletin, die für den BRC Thüringen startet, setzte sich am Samstag in Winterberg mit einem Vorsprung von fünf Hundertstelsekunden vor Laura Nolte durch. Die Olympiasiegerin im Zweierbob von Peking, die mit Deborah Levi aus Potsdam fuhr, verpasste somit nach ihrem Sieg im Monobob ihr erstes WM-Double. Auf dem dritten Platz landete Kim Kalicki vom TuS Eintracht Wiesbaden mit ihrer Anschieberin Leonie Fiebig aus Winterberg.
Mark: «Besser hätte der Tag nicht laufen können»
«Alle drei deutschen Mädels hatten den gleichen Schlitten. Aber die Harmonie stimmte einfach bei uns», sagte Buckwitz, die ihre Anschieberin von Eintracht Frankfurt noch am Morgen hereinlegte. «Eine Überraschung und ganz viele Lügen – weil alle Teamkollegen aus dem Haus raus sind und ich mich gewundert habe, dann meinte sie, wir müssen noch eine Tonaufnahme machen, gehen rüber und da standen dann alle. Jetzt hat sie mich mit dem Weltmeistertitel nochmal überrascht, besser hätte der Tag nicht laufen können», sagte Vanessa Mark an ihrem 28. Geburtstag.
Dabei hatte «Pink Lady» Nolte, wie sie aufgrund ihres pinkfarbenen Transporters, ihrer Mütze und ihrer Handschuhe im Team genannt wird, mit Startnummer eins gleich stark vorgelegt und in 55,93 Sekunden den neun Jahre alten Bahnrekord von Ex-Weltmeisterin Anja Schneiderheinze (56,54 Sekunden) geknackt. Dieser wurde dann umgehend von Kalicki auf 55,89 Sekunden geschraubt. Allerdings patzte Kalicki dann. Im dritten Lauf fuhr Buckwitz fast blitzsauber und verteidigte mit Laufbestzeit ihre Führung. Im vierten und letzten Lauf setzten Kalicki und Nolte mit ihren jeweiligen Bahnrekordfahrten sie nochmal unter Druck, Buckwitz blieb locker: «Ich habe nur an mich gedacht, egal, was die anderen machen».
Das war keine leichte Aufgabe. Denn im Monobob wurde sie von Nolte gestoppt. Dieses Mal bewahrte das Social-Media-Girl im deutschen Team einen kühlen Kopf. Buckwitz hat mittlerweile auf Instagram 522.000 Follower, während die Bob- und Skeleton-Sparte des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) nur knapp 5500 hat. Die gebürtige Berlinerin, die Sportmanagement in Potsdam studiert, posierte vor zwei Jahren für den Playboy, was auch Bobfahrer und Freund Hans Peter Hannighofer nicht störte.








