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«Büffel» Haller zu Medizincheck in Dortmund

Borussia Dortmund hat einen Ersatz für Erling Haaland gefunden. Der frühere Frankfurter Sébastien Haller soll den BVB in der kommenden Saison zum ernsten Meister-Konkurrenten des FC Bayern machen.

Der 28 Jahre alte Sebastien Haller wurde mit Ajax zuletzt Meister und zudem Torschützenkönig in den Niederlanden.
Foto: Armando Franca/AP/dpa

Nun auch noch ein «Büffel» als Ersatz für Erling Haaland: Borussia Dortmund wird in Sébastien Haller aller Voraussicht nach seinen Wunsch-Torjäger verpflichten und sich damit weiter für den Angriff auf Serienmeister FC Bayern München rüsten.

Einen Tag nach der Vorstellung von Starstürmer Sadio Mané in München erhielt Haller nach dpa-Informationen von seinem Arbeitgeber Ajax Amsterdam die Freigabe zum Medizincheck in Dortmund. Laut Sky und «Ruhr Nachrichten» traf er um kurz nach 11.00 Uhr am Donnerstag ein.

Haller kommt als Haaland-Ersatz

Der seit Mittwoch 28 Jahre alte Ivorer, der mit Ajax Meister und zudem Torschützenkönig in den Niederlanden wurde, hat als Anführer der «Büffelherde» bei Eintracht Frankfurt mit Ante Rebic und Luka Jovic bereits Spuren in der Fußball-Bundesliga hinterlassen. Nach Informationen verschiedener Medien wird er eine Sockelablöse von rund 31 Millionen Euro plus Bonuszahlungen kosten. Für Haaland, den Haller ersetzen soll, hat der BVB 75 Millionen Euro von Manchester City erhalten.

Ob Haller damit Dortmunds Rekordtransfer wird, ist interpretierbar, auch da die Zuschläge nicht immer bekannt sind. Für Mats Hummels, Donyell Malen, André Schürrle und den auch in diesem Sommer von RB Salzburg geholten Karim Adeyemi hat der BVB rund 30 Millionen Euro gezahlt. Transfermarkt.de führt Ousmane Dembélé mit 35 Millionen als Rekordeinkauf. Für den hatte Dortmund eigentlich nur 15 Millionen an Stade Rennes bezahlt, aber nach dem Verkauf für über 100 Millionen an den FC Barcelona nochmal 20 an den Ex-Verein weiterreichen müssen.

Dortmund verstärkt sich weiter

So oder so ist Haller einer der teuersten Spieler der Clubgeschichte. Und ein weiteres Zeichen dafür, dass die Dortmunder im Kampf gegen die Dauer-Dominanz der Bayern nicht klein beigeben wollen. In Niklas Süle (ablösefrei aus München), Nico Schlotterbeck (für 20 Millionen aus Freiburg) und Adeyemi haben sie alleine in diesem Transferfenster schon drei aktuelle deutsche Nationalspieler verpflichtet. Dazu für 5,5 Millionen Salih Özcan aus Köln, der kürzlich sein Debüt in der türkischen Nationalelf feierte.

Clubchef Hans-Joachim Watzke verzichtet zwar auf die explizite Kampfansage nach München, lauert aber natürlich auf das Ende des nun zehn Jahre dauernden Meister-Abos der Bayern. «Irgendwann bröckelt es, irgendwann in den nächsten Jahren kommt es zum Einsturz», sagte er kürzlich im «Deutschlandfunk»: «Je mehr wir es herbei schreien, desto mehr befeuern wir auch die Bayern, noch achtsamer zu sein. Aber ich glaube, dass in den nächsten drei Jahren etwas passiert, das ist mein Gefühl.»

BVB vor größerem Umbruch

Besonders beachtlich: Die fünf neuen Stars plus der neue Ersatzkeeper Alexander Meyer (Jahn Regensburg) sind bereits vor dem Trainings-Aufgalopp am Montag unter dem neuen, alten Trainer Edin Terzic eingetütet. Der Kader ist damit fast komplett. Interesse hat Dortmund noch an Hoffenheims Nationalspieler David Raum. Doch vor dem Transfer des Linksverteidigers, um den offenbar auch Vereine aus England werben, müssten Verkaufs-Kandidaten wie Nico Schulz, Raphael Guerreiro, Thorgan Hazard oder gegebenenfalls auch Emre Can erst einmal weitere Millionen einbringen.

Haller, der in Frankreich geboren wurde und sämtliche französische Junioren-Mannschaften durchlief, ehe er sich für das A-Team der Elfenbeinküste entschied, stürmte von 2017 bis 2019 erfolgreich für Eintracht Frankfurt und erreichte mit den Hessen das Halbfinale der Europa League. Über West Ham United kam er zu Ajax.

dpa