Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

„Champions League? Vergiss es!“ Basler fällt klares Frankfurt-Urteil

Eintracht Frankfurt will wieder nach Europa – doch Mario Basler bremst die Erwartungen deutlich. Im neuen Basler Ballert Podcast erklärt der Ex-Nationalspieler, warum er die Eintracht derzeit nicht auf Champions-League-Niveau sieht. Basler glaubt, dass der Kader sogar Qualität verloren hat. Seine Prognose: Mit etwas Glück reicht es für die Europa League. Gleichzeitig nennt er einen anderen Bundesligisten, dem er erneut den Sprung nach Europa zutraut.

Foto: Echo Media Group / KI unterstützt

Basler korrigiert seine Frankfurt-Prognose deutlich

Mario Basler ist bekannt dafür, sich bei seinen Prognosen nicht hinter Floskeln zu verstecken. Und wenn er danebenliegt, spricht er auch das offen an. Genau das passiert in der neuen Spezialfolge des Basler Ballert Podcast.

Gemeinsam mit Oliver Dütschke nimmt Basler diesmal jene Bundesliga-Klubs unter die Lupe, die zumindest mit einem Auge in Richtung internationales Geschäft schauen. Im Mittelpunkt stehen Eintracht Frankfurt, Mainz 05, der SC Freiburg und die TSG Hoffenheim.

Bei Frankfurt muss Basler zunächst seine eigene Einschätzung aus der vergangenen Saison korrigieren. „Ich hab gedacht, sie können ja die Meisterschaft mitspielen.“ Das ging deutlich daneben, wie Basler selbst einräumt. Und diesmal fällt seine Prognose wesentlich vorsichtiger aus.

„Mit ein bisschen Glück Europa League – mehr auch nicht“

Eines ist für Basler klar: Mit dem Abstieg wird Eintracht Frankfurt seiner Einschätzung nach nichts zu tun bekommen. Wer deshalb aber glaubt, dass er die Hessen automatisch wieder in Richtung Champions League schickt, wird enttäuscht.

Basler sieht die Eintracht momentan nicht auf diesem Niveau. „Die Eintracht wird eine normale Saison spielen. Mit ein bisschen Glück, wie gesagt, Europa League. Mehr auch nicht.“

Das ist ein bemerkenswert nüchternes Urteil für einen Verein, der eigentlich wieder den Blick nach oben richten möchte. Basler betont ausdrücklich, dass eine solche Saison keineswegs schlecht sein müsse. Er mag den Verein und hebt auch die besondere Atmosphäre rund um die Eintracht hervor. Für die ganz großen Ziele fehlt ihm derzeit allerdings etwas.

Basler sieht Frankfurt aktuell sogar geschwächt

Der entscheidende Punkt ist für Basler die Kaderentwicklung.

Im Podcast werden mehrere Abgänge und mögliche Verstärkungen diskutiert. Oliver Dütschke verweist darauf, dass bis zum Ende der Transferperiode noch Bewegung entstehen könne. Basler bewertet allerdings den aktuellen Stand – und der überzeugt ihn nicht.

„Ich finde, dass der Verlust größer ist als das, was sie bis jetzt geholt haben.“ Noch deutlicher wird er unmittelbar danach:

„Ich finde halt, dass sie schon Qualität verloren haben.“ Genau darin liegt Baslers Zweifel an einer möglichen Champions-League-Saison. Zwar können noch Spieler kommen, doch zum Zeitpunkt der Aufnahme sieht er keine Verbesserung des Kaders.

Kann die fehlende Doppelbelastung Frankfurt helfen?

Dütschke bringt allerdings ein interessantes Gegenargument ins Spiel.

Nach Jahren mit hoher Belastung könnte Frankfurt davon profitieren, sich stärker auf die Bundesliga konzentrieren zu können. Gerade im Vergleich zu Mannschaften, die zusätzlich international gefordert sind, könnte das im Laufe der Saison ein Vorteil werden.

Basler schlägt Gladbach-Alarm: „Ganz, ganz große Probleme!“
„Da kann jeder absteigen!“ Baslers knallharte Bundesliga-Prognose
„Argentinien wird Weltmeister!“ – Baslers klare WM-Prognose 🇦🇷😳

Auch Dütschke hält die Champions League derzeit für zu hoch gegriffen, sieht die Europa League aber durchaus als realistisches Ziel.

Damit liegen beide in ihrer grundsätzlichen Einschätzung gar nicht weit auseinander: Frankfurt dürfte stabil genug sein, um nicht nach unten schauen zu müssen. Für die Königsklasse fehlt derzeit aber die Überzeugung.

Bei Mainz sieht Basler sogar Abstiegskampf

Noch zurückhaltender fällt Baslers Einschätzung zu Mainz 05 aus.

Dütschke bezeichnet die Mainzer als „Wundertüte“, die sowohl positiv als auch negativ überraschen könne. Basler sieht die Mannschaft ebenfalls weit von den internationalen Plätzen entfernt.

„Mainz 05 wird sich auch da in den unteren, mittleren Regionen bewegen.“

Basler glaubt nicht, dass die Mannschaft stark genug ist, um ernsthaft um Europa mitzuspielen.

Ganz ohne Sorgen dürfte die Saison seiner Ansicht nach ebenfalls nicht verlaufen. Er rechnet damit, dass Mainz zumindest phasenweise mit dem Abstiegskampf in Berührung kommen könnte. Gleichzeitig zieht Basler einen Vergleich zum FC Augsburg: Auch dort werde häufig vor der Saison über den Abstieg gesprochen, bevor sich die Mannschaft irgendwie durch die Saison kämpfe.

Freiburg? Basler traut ihnen wieder Europa zu

Ganz anders klingt Basler beim SC Freiburg. Während er Frankfurt und Mainz bremst, zeigt er sich von der langfristigen Arbeit im Breisgau beeindruckt. Freiburg hat erneut hohe Transfererlöse erzielt. Trotzdem erwartet Basler nicht, dass der Klub plötzlich mit Geld um sich wirft. Genau diese Bodenständigkeit gehört für ihn zum Erfolgsrezept.

„Die Freiburger werden wieder eine solide Runde spielen.“ Und Basler geht noch weiter: Er glaubt, dass Freiburg am Saisonende erneut in der Region der Europa-League-Plätze zu finden sein könnte. Damit ist der SC in dieser Folge der Klub, dem Basler die überzeugendsten Aussichten auf das internationale Geschäft bescheinigt.

Großes Lob für Julian Schuster

Besonders positiv spricht Basler über die Arbeit von Julian Schuster.

Nach der langen Ära von Christian Streich war die Frage groß, ob Freiburg den Übergang bewältigen kann. Basler findet, dass Schuster diese schwierige Aufgabe ausgesprochen souverän gemeistert hat.

Überhaupt beeindruckt ihn die Kontinuität des Vereins. „Freiburg ist ein Bestandteil der Bundesliga. Wird es auch die nächsten gefühlt 50 Jahre wahrscheinlich bleiben.“

Basler lobt zudem die Transferpolitik. Bei Freiburg habe man sich bei Verpflichtungen in der Regel etwas gedacht, und große Flops seien selten gewesen.

Für ihn macht es deshalb weiterhin Spaß, zu beobachten, wie Freiburg trotz vergleichsweise kleinem Etat immer wieder um die internationalen Plätze kämpft.

Basler verteidigt Hoffenheim deutlich

Auch die TSG Hoffenheim wird ausführlich diskutiert.

Dabei geht es nicht nur um die sportlichen Aussichten, sondern auch um das Image des Vereins. Dütschke bedauert, dass selbst bei internationalen Spielen möglicherweise nicht jedes Heimspiel ausverkauft sein werde.

Basler hält dagegen. Für ihn muss man akzeptieren, dass Hoffenheim sich seine sportliche Position verdient hat. „Es gibt halt Mannschaften, gibt Vereine, die haben die Berechtigung, Bundesliga zu spielen, haben die Berechtigung, international zu spielen, weil sie sich dafür qualifiziert haben.“

Auch mit dem alten Bild, Dietmar Hopp würde bei Bedarf einfach den Geldbeutel öffnen, räumt Basler auf. Nach seiner Einschätzung ist diese Zeit längst vorbei. Hoffenheim habe in den vergangenen Jahren selbst Spieler für hohe Ablösen verkauft und wirtschaftlich eine andere Grundlage geschaffen.

Sportlich hebt Basler zudem hervor, dass in Hoffenheim regelmäßig ansehnlicher Fußball gespielt werde.

El Mala bleibt – doch Köln bleibt für Basler Abstiegskandidat

Zu Beginn der Folge greifen Basler und Dütschke außerdem noch einmal Said El Mala auf.

Dass das Talent in Köln bleibt, hält Basler für die richtige Entscheidung. Dort könne er versuchen, über eine komplette Bundesliga-Saison Stammspieler zu werden.

Bei Dortmund oder Leipzig hätte er seiner Einschätzung nach womöglich deutlich weniger Startelfeinsätze bekommen. Für Köln verändert El Malas Verbleib Baslers grundsätzliche Prognose allerdings nicht.

„Die Kölner werden trotzdem weiterhin gegen den Abstieg spielen.“

Ein Spieler allein mache aus dem 1. FC Köln schließlich keinen Meisterschafts- oder Champions-League-Kandidaten.

Füllkrug hilft Werder – die Probleme bleiben

Auch Niclas Füllkrug und Werder Bremen werden thematisiert.

Basler sieht einen klaren Vorteil darin, dass Füllkrug den Verein kennt. Gleichzeitig verweist er darauf, dass der Stürmer in den vergangenen Jahren nicht durchgehend Stammspieler war.

Trotz der Verstärkung erwartet Basler weiterhin Schwierigkeiten. Seine Vermutung: Werder könnte sich am Ende irgendwo im Niemandsland der Tabelle wiederfinden. Das wäre angesichts seiner vorherigen Sorgen über Bremen wahrscheinlich bereits ein ordentliches Ergebnis.

Nach Pokal-Debakel schrillen bei Basler die Alarmglocken

Zum Ende der Folge geht es noch um den DFB-Pokal – und hier wird Basler bei Heidenheim besonders deutlich.

Die Höhe und Art der Niederlage bereiten ihm Sorgen. Eine knappe Pokalpleite könne passieren. Ein derart deutlicher Einbruch gegen einen unterklassigen Gegner sei etwas anderes.

Basler verweist auf Trainer Frank Schmidt, dessen Reaktion nach der Partie für ihn vielsagend gewesen sei.

Seine Warnung: „Ich glaube, jetzt sind die Alarmanlagen richtig angegangen nach diesem katastrophalen Spiel.“

Basler geht sogar noch weiter und warnt davor, dass Heidenheim aufpassen müsse, in der 2. Bundesliga nicht direkt weiter durchgereicht zu werden.

Damit endet die dritte Spezialfolge mit einer weiteren deutlichen Prognose. Doch beim eigentlichen Thema des Tages bleibt Baslers Urteil ebenfalls klar: Frankfurt kann nach Europa zurückkehren – für die Champions League reicht es nach seinem derzeitigen Eindruck jedoch nicht. Freiburg sieht er in dieser Hinsicht aktuell sogar überzeugender aufgestellt.

TS