Spitzenspiele kann Thomas Müller. Das hat er oft genug bewiesen. Im Topspiel gegen Stuttgart braucht Bayern-Coach Tuchel den Routinier wohl dringend, weil es nun auch vorne eng wird.
Coman fehlt dem FC Bayern gegen den VfB, Kane fraglich

Vor dem Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga gegen den VfB Stuttgart hat der FC Bayern München plötzlich personelle Sorgen in seiner fulminanten Offensive, zusätzlich zu den bereits gewohnten Engpässen in der Defensive.
Neben Nationalspieler Serge Gnabry (Muskelsehnenverletzung im linken Adduktorenbereich) fällt auch Kingsley Coman am Abend (19.30 Uhr/Sat.1 und DAZN) definitiv verletzt aus. Und im letzten Bayern-Heimspiel des Jahres steht hinter dem der Einsatz des kränkelnden Torjägers Harry Kane ein «fraglich», wie der deutsche Rekordmeister auf seiner Website meldete.
Im prickelnden Verfolgerduell zwischen dem Tabellenzweiten und dem überraschend starken Tabellendritten aus Stuttgart könnte in der ausverkauften Allianz Arena der zuletzt von Tuchel meist nur noch als Teilzeitkraft berücksichtigte Routinier Thomas Müller mal wieder richtig wichtig werden. «Natürlich ist er in der Verlosung, zu beginnen», sagte der Trainer.
Müller flexibel einsetzbar
Müller hat die Möglichkeit, Coman auf der Außenbahn zu ersetzen, aber im Notfall auch Kane als Stürmerposition. Die Nationalspieler Sané und Musiala sind gesichert. Zusätzlich zu Müller gibt es in der Offensive noch Choupo-Moting und den jungen Tel als weitere Alternativen.
Müller ist ein Experte für hochkarätige Spiele aufgrund seiner Erfahrung und konnte sich auch als Joker beim 1:0-Sieg in der Champions League gegen Manchester United empfehlen. Nachdem er eingewechselt wurde, leitete er das Siegtor von Coman ein.
Der 34-Jährige habe sich schon seit Längerem wieder einen Startelfeinsatz verdient, hatte Tuchel am Freitag gesagt. «Er trainiert hervorragend, da gibt es keine Neuigkeiten. Er verhält sich sensationell gut und hat jetzt gegen ManU wieder sehr gut gespielt, als er von der Bank reinkam.» Und Müller könne auch auf dem rechten Flügel spielen. «Da ist er auch groß geworden», erinnerte Tuchel an die Zeiten des jungen Thomas Müller. «Keine der vier Positionen vorne ist ein Problem für ihn», bemerkte der Bayern-Trainer.
Beste Offensive der Liga
Mit 44 Toren in 13 Partien – ein Schnitt von 3,4 – stellen die Münchner die beste Offensive der Liga. Der Ausfall von Coman, der sich in Manchester einen Muskelfaserriss in der Wade zuzog, tue weh, klagte Tuchel: «Kingsley hat das Spiel entschieden gegen ManU und hat sehr stark gespielt über die gesamte Vorrunde.» Sollte allerdings zusätzlich Kane erstmals in der Bundesliga ausfallen, wäre das eine umso größere Schwächung der Angriffswucht.
Der Engländer war an über 50 Prozent der Tore von Bayern in der Liga beteiligt; er hat 18 Tore erzielt und fünf vorbereitet. Gegen Stuttgart sollte es eigentlich zu einem großen Wettschießen zwischen Kane und Serhou Guirassy kommen, der bisher 16 Mal getroffen hat.








