Die Freiburger trennten sich vom 1. FC Heidenheim mit 1:1. Trotz zahlreicher Chancen gelang der erhoffte Sieg nicht.
SC Freiburg verpasst Sieg zum Abschied von Christian Streich

Beim Abschiedsspiel von Christian Streich verpasste der SC Freiburg den erhofften Sieg als Geschenk für den langjährigen Coach. In Streichs 195. und letztem Bundesligaspiel vor eigenem Publikum trennten sich die engagierten Breisgauer vom 1. FC Heidenheim mit 1:1 (1:1).
Ritsu Doan (29. Minute) sorgte zunächst für gute Stimmung im ausverkauften Stadion mit 34.700 Zuschauern. Allerdings glich Heidenheims Kevin Sessa für den in dieser Saison überraschend starken Aufsteiger aus (38.).
Die Freiburger konnten auch im achten aufeinanderfolgenden Heimspiel nicht ihre Serie ohne Sieg im Europapark-Stadion beenden. Trotzdem können die Badener als Tabellensiebter weiterhin auf die dritte Teilnahme am Europapokal in Folge hoffen. Die Heidenheimer von Frank Schmidt liegen drei Punkte hinter Freiburg.
Nach dem Spiel sollte Streich gewürdigt werden. «Danke Christian und Patrick für all die Jahre voller Leidenschaft, Haltung & Demut», stand auf einem Banner, das die Fans zu Ehren von Streich und dessen Co-Trainer Patrick Baier am Ende in der Kurve aufhingen.
Freiburgs Fans feiern Streich
Streich hatte auf der Pressekonferenz versucht, seinen bevorstehenden Abschied zu ignorieren und als «uninteressant» abzutun. Auch aus Selbstschutz lasse er die Gefühle noch nicht zu, wie er vor Spielbeginn dem Pay-TV-Sender Sky erklärte. «Ich habe mir so ein Kästchen gebaut, in mir drin, und da kommt alles rein. Sonst schaffst du es nicht», sagte Streich, der insgesamt 29 Jahre in verschiedenen Positionen beim SC war. «Sonst geht es hoch und runter, dann bist du emotional erledigt, das ist zu viel.» Wenn am Ende alles positiv ausgehe, «gehen wir heim und heulen».
Schon vor dem Anpfiff flimmerten als Dankeschön an Streich Bilder der vergangenen zwölf Jahre über die Leinwände. Lautstark feierten die Fans den Coach als «besten Mann». Ein letztes Mal im eigenen Stadion gestikulierte der 58-Jährige dann in seiner typischen Art an der Seitenlinie. Schrie, dirigierte, schimpfte und klatschte für gelungene Aktionen.
Es war offensichtlich, dass sein Team dem Streich einen letzten Heimsieg widmen wollte. Die Gastgeber, mit Mittelfeldspieler Nicolas Höfler nach seiner abgesessenen Gelb-Sperre zurück, starteten energisch und drängten die Gäste zu Beginn in ihre Hälfte. Yannik Keitels erster Kopfballversuch nach einer Freistoß-Flanke von Vincenzo Grifo verfehlte das Ziel (13.). Michael Gregoritsch scheiterte zweimal daran, die Führung zu erzielen (16./24.).
Grifo trifft nur die Latte
Streich nahm das 1:0 dann zumindest äußerlich ruhig hin. Über Roland Sallai kam der Ball zu Kapitän Christian Günter, dessen Flanke vollstreckte Doan per Flugkopfball. Statt zu jubeln, gönnte sich Streich ein paar Schlücke Wasser. Die Freude der Fans wurde wenig später kurzzeitig gedämpft, als Sessa eine Lücke der Freiburger Defensive zum Ausgleich nutzte. Die Heidenheimer wurden mit dem Treffer mutiger.
Nach der Halbzeitpause kämpfte der Sport-Club weiterhin hart für den angestrebten Sieg, sie hatten genügend Chancen. Gregoritsch verpasste nach einem Grifo-Freistoß aus kurzer Entfernung eine große Gelegenheit zur erneuten Führung (56.). Grifos Schuss aus der Drehung traf kurz danach die Latte (61.). Auch Sallai schoss knapp daneben (73.), ein Kopfball von Lucas Höler, der eingewechselt wurde, verfehlte knapp den Pfosten (78.). An diesem besonderen Nachmittag gelang der entscheidende Treffer nicht.








