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Das war die Nacht bei der Leichtathletik-WM

Die USA haben am dritten Tag der Leichtathletik-WM in Eugene viele Gründe zum Feiern – gleich vier Goldmedaillen gehen an die Gastgeber. Ein Favorit aber wird disqualifiziert.

Die Jamaikanerin Shelly-Ann Fraser-Pryce (r) wurde 100-Meter-Weltmeisterin.
Foto: Michael Kappeler/dpa

Weltmeisterschaften sind die Bühne von Shelly-Ann Fraser-Pryce. Zum fünften Mal raste die Sprinterin aus Jamaika zum Titel über die 100 Meter und räumte in Eugene gemeinsam mit Shericka Jackson und Elaine Thompson-Herah alle drei Medaillen für ihre Heimat ab.

100 Meter:

Shelly-Ann Fraser-Pryce holte WM-Gold über die 100 Meter – mal wieder. Schon zum fünften Mal gewann sie die prestigeträchtigste Disziplin einer Leichtathletik-WM und wies ihre Rivalinnen aus dem eigenen Land mit einer Zeit von 10,67 Sekunden in die Schranken. Shericka Jackson in 10,73 Sekunden vor der fünfmaligen Olympiasiegerin Elaine Thompson-Herah, die 10,81 Sekunden brauchte, komplettierten den großen Erfolg für Jamaika. Die deutsche Meisterin Gina Lückenkemper war im Halbfinale mit einer Zeit von 11,08 Sekunden ausgeschieden.

110 Meter Hürden:

Grant Holloway hat seinen Weltmeistertitel verteidigt. In 13,03 Sekunden war er 0,05 Sekunden schneller als sein Teamkollege Trey Cunningham. Bronze holte Asier Martínez aus Spanien in 13,17 Sekunden. Der mit Weltrekordambitionen an den Start gegangene US-Amerikaner Devon Allen, der einen NFL-Vertrag bei den Philadelphia Eagles unterschrieben hat und künftig Football spielen will, wurde wegen eines Fehlstarts disqualifiziert. Der Deutsche Gregor Traber hatte es nicht ins Finale geschafft.

Kugelstoßen:

Weltrekordler Ryan Crouser hat den ersten WM-Titel seiner glanzvollen Karriere gewonnen. Mit einer Weite von 22,94 Metern konnte der Olympiasieger von 2016 und 2021 in einem spannenden Finale seine US-Konkurrenten in Schach halten. Der zweimalige Weltmeister Joe Kovacs kam auf 22,89 Meter und den Silberrang. Dritter wurde Josh Awotunde mit 22,29 Metern.

Diskus:

Keiner der drei Deutschen schaffte den Einzug ins Finale. Für Torben Brandt war mit 54,11 Metern schon nach drei Versuchen Schluss, für Martin Wierig waren 62,28 Meter zu wenig. Henrik Janssen verbuchte nur 61,85 Meter und blieb damit wie die beiden anderen klar unter seiner Saisonbestleistung. Der weiteste Wurf der Qualifikation gelang Mykolas Alekna aus Litauen mit 68,91 Metern.

Stabhochsprung:

Jacqueline Otchere belegte Rang zehn. Die 26-Jährige von der MTG Mannheim scheiterte im Finale an 4,60 Metern und verpasste damit auch die Norm für die EM in München in drei Wochen. Am Ende standen 4,45 Meter für Otchere zu Buche, fünf Zentimeter weniger als bei ihrer Saisonbestleistung in der Qualifikation. Den WM-Titel holte sich Olympiasiegerin Katie Nageotte aus den USA mit 4,85 Metern, die sie im ersten Versuch schaffte. Silber ging an ihre höhengleiche Teamkollegin Sandi Morris. Bronze holte Nina Kennedy aus Australien, die 4,80 Meter übersprang.

10.000 Meter:

Weltrekordler Joshua Cheptegei hat seinen Titel erfolgreich verteidigt. Mit 27:27,43 Minuten gewann der Langstreckenläufer aus Uganda die Goldmedaille. Überraschend sicherte sich der 22 Jahre alte Kenianer Stanley Waithaka Mburu in 27:27,90 Minuten Silber. Die zweite Medaille für Uganda holte Jacob Kiplimo, der in 27:27,97 Minuten Dritter wurde. Deutsche Läufer waren nicht am Start.

Hammerwurf:

Die US-Amerikanerin Brooke Andersen gewann Gold. Mit 78,96 Metern distanzierte sie die Konkurrenz deutlich. Silber sicherte sich die Olympia-Fünfte Camryn Rogers aus Kanada mit 75,52 Metern. WM-Bronze holte Janee‘ Kassanavoid aus den USA mit 74,86 Metern. Unerwartet war die Frankfurterin Samantha Borutta in der Qualifikation gescheitert.

Siebenkampf:

Sophie Weißenberg liegt nach den ersten vier Disziplinen im Siebenkampf mit 3692 Punkten auf Rang neun. Ihr bestes Einzelresultat war der achte Platz über die 200 Meter. In Führung liegt Nafissatou Thiam aus Belgien, die 61 Punkte Vorsprung hat auf Anouk Vetter aus den Niederlanden. Mit 80 Zählern hinter Thiam liegt die US-Amerikanerin Anna Hall auf dem dritten Platz.

dpa