Ohne Zverev gewinnen sie in Ungarn und wahren die Chance auf den ersten Titel seit 1993.
Deutsche Tennis-Herren qualifizieren sich für Davis Cup Gruppenphase

Die deutschen Tennis-Herren haben sich auch ohne Alexander Zverev für die Gruppenphase des Davis Cups qualifiziert und die Möglichkeit auf den ersten Titel in dem angesehenen Nationen-Wettbewerb seit 1993 bewahrt.
Dank des erfolgreichen Doppels von Tim Pütz und Kevin Krawietz sowie Jan-Lennard Struffs Sieg am Samstag in Tatabánya war das Weiterkommen beim Spiel in Ungarn vorzeitig gesichert. Struff ließ den deutschen Tross mit einem souveränen 6:3, 6:2 gegen den ungarischen Ersatzspieler Mate Valkusz und dem Punkt zum 3:1 jubeln.
Vorher sorgte das Doppel Tim Pütz und Kevin Krawietz für die beruhigende 2:1-Führung. Das Team von Kapitän Michael Kohlmann bewies somit zum Start in die neue Saison des reformierten Davis Cups, dass es auch ohne den erkrankten Australian-Open-Halbfinalisten Zverev stark genug für das erste Etappenziel ist.
«50:50»-Partien
Vom 10. bis 15. September kämpft das Team des Deutschen Tennis Bundes in den Gruppenpartien nun um den Einzug in die Finalwoche. Allerdings wird es laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur anders als 2022, als Hamburg Austragungsort war, in diesem Jahr keine Spiele in Deutschland geben.
Die Auswärtsaufgabe in Ungarn hatte das deutsche Team als äußerst unangenehm eingestuft. Es seien «50:50»-Partien, kündigte Teamchef Michael Kohlmann an. Der Vorteil, in Zverev einen Top-Ten-Spieler in den eigenen Reihen zu haben, hatte sich mit dessen Absage am Mittwoch erledigt. Am Ende war es ein Erfolg des Teams: Struff, Krawietz/Pütz und der am Freitag siegreiche Dominik Koepfer punkteten.
Das Doppel, das sich als Stärke des deutschen Teams bestätigte, war erneut enorm bedeutend. Krawietz und Pütz erfüllten ihre Favoritenrolle und besiegten Fabian Marozsan und Valkusz mit 6:3, 7:6 (7:3). Das Duo glänzte zu Beginn und widerstand im ausgeglichenen zweiten Satz dem Druck und der Stimmung, als sie zweimal gegen den Satzverlust aufschlugen. Im Tiebreak bewiesen sie am Ende Nervenstärke.
Jetzt schon weiter als letzter Jahr
Struff hatte den Anfang des Doppels noch von der ersten Reihe hinter der Bande beobachtet, bevor er sich zur Vorbereitung zurückzog. Die Ungarn schickten dann nicht ihren verletzten Spitzenspieler Marozsan (Weltranglisten-57.), vor dem die Deutschen großen Respekt hatten, sondern Valkusz auf den Platz. Die Situation änderte sich plötzlich: Valkusz (213.) war noch nie unter den Top 200 der Welt, Struff hingegen ist die Nummer 24. Das unterstrich eindeutig die Favoritenrolle des Sauerländers. Und der 33-Jährige ließ keinen Zweifel an seinem Erfolg aufkommen.
Am Ende spielte es keine Rolle, dass Struff sein Einzel am Freitag verloren hatte. Die deutschen Tennis-Herren vermieden den nächsten Rückschlag, viereinhalb Monate nach dem vermiedenen Abstieg in Mostar gegen Gastgeber Bosnien-Herzegowina.
Im Jahr 2023 mussten sie ihre Ambitionen in dem angesehenen Wettbewerb bereits nach der ersten Runde aufgeben. Vor einem Jahr konnte auch Zverev, damals gerade von seiner Fußverletzung zurückgekehrt, das Ausscheiden in Trier gegen die Schweiz nicht verhindern.








