Julia Tannheimer ist die nächste deutsche Biathlon-Hoffnung. Im Juni legt sie ihr Abitur ab, schon jetzt darf sie im Weltcup ran. Die Nachwuchsentwicklung bei den Frauen ist positiv.
Debütantin Tannheimer: Ihr gehört die Biathlon-Zukunft

Julia Tannheimer, eine Abiturientin, die erst 18 Jahre alt ist, hat laut Biathlon-Sportdirektor Felix Bitterling eine vielversprechende Zukunft vor sich.
Tannheimer gibt beim Heimspiel in Ruhpolding im Sprint als nächste große Nachwuchshoffnung ihr Weltcup-Debüt. «Sie hat einen extremen Leistungsgedanken. Das zeigt, was ihr Anspruch ist», sagte Bitterling. Vor allem im Laufen hat sie ihre große Stärke, zuletzt gewann sie im zweitklassigen IBU-Cup schon ihr erstes Rennen.
Positive Entwicklung
Der Einsatz von Talenten auch in der Eliteklasse ist das Resultat einer erfreulichen Entwicklung bei den deutschen Frauen, auf die die Verantwortlichen lange gewartet haben. Der Druck aus dem Nachwuchs nimmt immer mehr zu, was früher nicht der Fall war. Da sich niemand aus den jüngeren Jahrgängen aufdrängte, spielte es im Weltcup lange Zeit keine große Rolle, welche Leistung erbracht wurde, man blieb trotzdem dabei, wie Damen-Trainer Kristian Mehringer erklärte.
Das sei nun anders. «Sorgen brauchen wir uns keine machen. Natürlich ist das für uns als Trainer optimal», sagte Mehringer: «Mit Druck muss ich mich weiterentwickeln – und das ist optimal.»
In anderen Nationen wie Frankreich oder Norwegen werden Talente oft früher ans Top-Level herangeführt als in Deutschland. Das ändert sich. «Das gehört auch zu unserer Strategie, dass wir sagen, wir wollen die Jungen sehen und gezielt einbauen und ihnen die Möglichkeit geben, reinzuschnuppern», sagte Bitterling.
Bei den Männern hat es der Nachwuchs schwerer
Geduld ist aber gefragt. Zur Weltspitze wie Denise Herrmann-Wick müssten die jungen Athletinnen zwar «noch ein, zwei Schritte machen, aber wir sind optimistisch», sagte Mehringer. So startet die fünfmalige Junioren-Weltmeisterin Grotian nach durchwachsenen Leistungen erst mal wieder im IBU-Cup. «Das ist keine Bestrafung, sondern einfach ein Schachzug, von dem wir denken, dass er wichtig ist», sagte Bitterling.
Bei den Männern hat es der Nachwuchs schwerer. Athleten wie Danilo Riethmüller (24) und Simon Kaiser (24) wären gut genug für den Weltcup, wie Bundestrainer Uros Velepec sagte. Aber da das Niveau im A-Team höher ist als zuvor, bekommen sie noch keine Chance. Dementsprechend schwer haben es auch jüngere Skijäger. Velepec hofft, dass das nicht dazu führt, dass einige mit dem Biathlon aufhören. «Ich hoffe, dass die Jungs mit 18, 19, 20 Jahren motiviert bleiben. Sie müssen diese schweren Jahre überstehen.»








