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Deutsche Skifahrer enttäuschen im Super-G von Kitzbühel

Cheftrainer Schwaiger hofft auf bessere Leistung bei der Abfahrt und bleibt trotz Debakel optimistisch.

Routinier Romed Baumann scheidet im Super-G von Kitzbühel aus.
Foto: Barbara Gindl/APA/dpa

Die heftige Blamage im Super-G hat die deutsche Vorfreude auf den großen Abfahrts-Klassiker von Kitzbühel getrübt. «Ich bin echt deprimiert, dass wir solche technischen Mängel haben», klagte Cheftrainer Christian Schwaiger. Seine Skirennfahrer hatten zum Auftakt des Hahnenkamm-Wochenendes schwer enttäuscht: Im Super-G schieden drei der vier Starter teils kläglich aus, Luis Vogt landete abgeschlagen nur auf Rang 44.

Ob es am heutigen Samstag (11.30 Uhr/ARD und Eurosport) bei der Abfahrt auf der legendären Streif besser wird? Trainer Schwaiger sagt, er habe etwas gefunden, das ihn trotz des Freitags-Debakels optimistisch stimmt. Was das ist, wollte er vor dem Rennen vor erwarteten 45.000 Zuschauern nicht verraten.

Coach deutlich: «Ein bisschen die Melone einschalten»

Nach dem Super-G ging er seinen Schützlingen zunächst etwas aus dem Weg, von einer wilden Standpauke halte er nichts. «Ich könnte Ihnen Stoff geben, dass Sie nicht mehr wissen, was Sache ist», meinte Schwaiger. «Aber nein, ich glaube, du musst eher vernünftig reden.» Wie es zu den Aussetzern seiner beiden besten Abfahrer kam, das aber kann sich der Trainer nicht erklären.

Simon Jocher, Ende 2025 im Weltcup von Livigno noch Fünfter, kam früh im Rennens in Straucheln und vermied einen womöglich folgenschweren Sturz nur knapp. Just vor diesem Streckenteil bei der Seidlalm seien die Fahrer extra gewarnt worden. «Der Super-G war grundsätzlich nicht schwer. Es gab genau zwei Passagen, wo man ein bisschen die Melone einschalten musste», sagte Schwaiger. Jocher ist der einzige deutsche Speed-Spezialist, der nach einem insgesamt bereits enttäuschenden Winter zu Olympia nach Bormio fährt.

Kein Dreßen-Instinkt, keine Odermatt-Klasse

Romed Baumann verfehlte nach enttäuschenden Rennen sein Ticket zu den Winterspielen – in Kitzbühel erlitt der 40-Jährige den nächsten Rückschlag. Er schied am Oberhausberg nach einem Innenskifehler aus. «Er ist umgefallen», klagte Schwaiger. «Das ärgert mich immer wieder, auf so einer Passage so einen Fehler zu machen. Das sind Leichtigkeitsfehler, nichts anderes.»

Die Zeiten, in denen deutsche Fahrer wie Thomas Dreßen im Jahr 2018 oder Josef Ferstl im Jahr 2019 in Kitzbühel gewonnen haben, liegen weit zurück. Den Instinkt à la Dreßen oder die Klasse und Konsequenz, die der diesjährige Sieger Marco Odermatt aus der Schweiz immer wieder zeigt, kann man nicht erlernen.

dpa