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DFB-Frauen vergeben erste Olympia-Chance

Nach dem WM-Debakel vom Vorjahr droht dem Fußball-Nationalteam der Frauen ein Sommer ohne Olympia. Den ersten Matchball jedenfalls verhaut die Auswahl von Horst Hrubesch.

Die DFB-Frauen mussten sich Frankreich mit 1:2 geschlagen geben.
Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Die deutschen Fußballerinnen haben nach einer schmerzhaften Lektion in Lyon ihre erste Chance auf Olympia verpasst. Das Team von Interims-Bundestrainer Horst Hrubesch verlor das Halbfinale der Nations League gegen Frankreich mit 1:2 (0:2).

Bei 30.267 Zuschauern im Groupama Stadion mussten die DFB-Spielerinnen kurz vor der Halbzeit zwei Gegentore hinnehmen, die von Kadidiatou Diani (40. Minute) und Sakina Karchaoui per Foulelfmeter (45.+4) erzielt wurden – Giulia Gwinns Handelfmeter (82.) kam zu spät.

Da die Französinnen als Olympia-Gastgeberinnen automatisch qualifiziert sind, hat das deutsche Nationalteam jedoch noch eine letzte Chance, sich für die Sommerspiele in Paris (26. Juli bis 11. August) zu qualifizieren. Dafür müssten die Vize-Europameisterinnen am kommenden Mittwoch das Spiel um Platz drei der Nations League gegen die Niederlande, das im anderen Halbfinale Spanien 0:3 unterlag, gewinnen. Gespielt wird in Heerenveen.

Nächster herber Rückschlag droht

Im Jahr 2016 hatten die deutschen Fußballerinnen in Rio de Janeiro Gold gewonnen, konnten aber die Spiele in Tokio nicht erreichen. Für den Deutschen Fußball-Bund wäre es nach dem WM-Debakel in Australien ein weiterer schwerer Rückschlag, wenn es auch in Paris nicht klappen würde.

Des Weiteren würde damit auch die Amtszeit von Hrubesch enden und der DFB, dessen Präsident Bernd Neuendorf in Lyon auf der Tribüne saß, müsste schnell einen Nachfolger vorstellen. Hrubesch erlitt in seinem 13. Länderspiel als Cheftrainer seine erste Niederlage.

Doppelspitze mit Popp und Schüller

Gegen den Dritten der FIFA-Weltrangliste spielten Alexandra Popp und Svenja Huth als einzige Endspielteilnehmerinnen von 2016 von Beginn an. Sara Däbritz von Olympique Lyon war die erste Halbzeit auf der Bank. Wie von Hrubesch angekündigt, bildeten die Wolfsburgerin Popp und Bayern-Torjägerin Lea Schüller die Doppelspitze – im offensiven Mittelfeld klaffte jedoch von Anfang an eine Lücke.

Kapitänin Popp hatte ihre Mitspielerinnen im Kreis vor dem Anpfiff lautstark auf die große Aufgabe eingeschworen: «Bei allem, was wir tun, pushen wir uns, weil wir’s brauchen. Für jeden Moment, für jede Sekunde und für den Sieg, und für den Traum Olympia. Auf geht’s!»

Intensiver Schlagabtausch

Die Französinnen schienen anfangs agiler und schneller im Denken in einem intensiven Schlagabtausch. Torhüterin Pauline Peyraud-Magnin ließ jedoch einen Flankenball von Sarai Linder durch die Finger rutschen – und Popp köpfte nach einer Viertelstunde erstmals neben das Tor. Die DFB-Spielerinnen kämpften sich ins Spiel zurück. So zog Klara Bühl zweimal gefährlich ab.

Die Tore fielen jedoch auf der anderen Seite: Schüller klärte einen Freistoß mit dem Kopf vor die Füße von Diani – und die herausragende Stürmerin von Olympique Lyon schoss genau ins rechte untere Eck. Nach einem Ballverlust der angeschlagenen Abwehrchefin Marina Hegering holte Lena Oberdorf im Strafraum Grace Geyoro von den Beinen. Beim Strafstoß von Karchaoui hatte Torfrau Merle Frohms zwar die Hand am Ball, aber der landete im Netz.

DFB-Frauen drücken vergeblich auf das 2:2

Hrubesch versuchte, dem Spiel mit der Einwechslung von Däbritz, Jule Brand und Sydney Lohmann in der zweiten Halbzeit eine Wende zu geben. Zunächst verpasste Popp den Anschluss mit einem Lattentreffer, den dann Gwinn per Elfmeter erzielte. Der Videobeweis enthüllte, dass Amandine Henry zuvor den Ball an die Hand gesprungen war.

In der Endphase drängten die Deutschen auf das 2:2, besonders Popp, die mit einem Freistoß an Peyraud-Magnin scheiterte. Hrubesch leitete sein Team noch einmal energisch nach vorne, aber auch die Versuche von Jule Brand und Nüsken gingen in der fünfminütigen Nachspielzeit über das Tor.

dpa