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DFL-Präsidium berät über Investoren-Deal

Der geplante Einstieg eines Investors bei der Deutschen Fußball Liga stößt auf immer mehr Widerstand. Das DFL-Präsidium will nun über eine mögliche Neuabstimmung beraten.

Am Wochenende protestierten Fußballfans unter anderem mit ferngesteuerten Fahrzeugen und Rauchpatronen während eines Spiels.
Foto: Christian Charisius/dpa

Angesichts der anhaltenden Fanproteste und der zunehmenden Rufe nach einer Neuabstimmung seitens der Vereine plant das Präsidium der Deutschen Fußball Liga laut dpa-Informationen, sich in dieser Woche erneut intensiv mit dem laufenden Investorenprozess zu befassen. Dabei soll das weitere Vorgehen in der seit Wochen kontrovers diskutierten Angelegenheit besprochen werden.

Der 1. FC Köln hatte in einem Schreiben an die DFL eine Neuabstimmung über den Einstieg eines strategischen Partners vorgeschlagen. «Auf keinen Fall sollten die derzeitigen Fanproteste längerfristig andauern oder sogar zunehmen», zitierte die «Frankfurter Rundschau» am Montag aus dem Brief. Mit einer neuerlichen Debatte aller Clubs mit den eigenen Mitgliedern und Fans sowie einer Neuabstimmung würde «der deutsche Profifußball über diesen Schulterschluss mit seiner Basis Respekt und Größe» dokumentieren. 

Laut der Zeitung ist DFL-Präsidiumssprecher und Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke bereit, dem Kölner Begehren zu folgen. Ein offizieller Antrag, das DFL-Präsidium von dem auf der Mitgliederversammlung am 11. Dezember mit der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit erteilten Abschlussermessen zu entbinden, lag der DFL am Montagvormittag jedoch noch nicht vor. Dies wurde auf Anfrage der dpa von der Dachorganisation des deutschen Profi-Fußballs mitgeteilt.

Deal über eine Milliarde Euro

Die DFL plant, eine Milliarde Euro von einem Finanzinvestor durch eine prozentuale Beteiligung an den TV-Erlösen einzunehmen. Derzeit werden nur Gespräche mit dem Unternehmen CVC geführt. Bei der Abstimmung der 36 Proficlubs über den Deal wurde knapp die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht. Aufgrund der kontroversen Rolle von Geschäftsführer Martin Kind von Hannover 96 besteht der Verdacht, dass möglicherweise gegen die 50+1-Regel verstoßen wurde.

Etliche Vereine plädieren daher mittlerweile für eine Neuabstimmung, um das Verfahren rechtlich abzusichern. «Diese Verdachtsmomente müssen vollständig ausgeräumt werden», hatte Kölns Sport-Geschäftsführer Christian Keller am Sonntag erneut bekräftigt. Es gehe in erster Linie darum, «für Rechtssicherheit und Akzeptanz zu sorgen.» 

dpa