Massive Leistungssteigerung sichert DHB-Auswahl zweiten Platz in Vierergruppe und Vertragsverlängerung für Bundestrainer Gislason bis 2027.
Deutschlands Handballer qualifizieren sich für Olympia mit Sieg über Österreich

Die Handballer aus Deutschland haben sich durch eine deutliche Leistungssteigerung für die Olympischen Spiele qualifiziert und haben Bundestrainer Alfred Gislason endgültig zu einer Vertragsverlängerung verholfen.
Die Mannschaft des DHB gewann das entscheidende Spiel gegen Österreich in Hannover mit 34:31 (18:15) und sicherte sich somit den zweiten Platz in ihrer Vierergruppe hinter Kroatien.
Julian Köster und Renars Uscins waren vor 10.099 Zuschauern die besten Torschützen der deutschen Auswahl, wobei sie jeweils acht Tore erzielten. Nach der 30:33-Niederlage gegen die Kroaten am Vortag stand das Team unter großem Druck.
Das deutsche Team nimmt zum dritten Mal in Folge an den Olympischen Spielen teil. 2016 gewann Deutschland überraschend Bronze in Rio de Janeiro. In Tokio war im Viertelfinale Endstation. Nur einmal wurde eine deutsche Mannschaft Olympiasieger. Die DDR-Auswahl siegte 1980 im legendären Finale gegen die Sowjetunion.
Gislason bleibt bis 2027
Durch die Qualifikation gibt es endlich Klarheit in der Bundestrainer-Frage. Gislason, der in den letzten Tagen gereizt auf Fragen zu seiner Zukunft reagiert hatte, bleibt bis Februar 2027 im Amt. In Hannover hat der Isländer seine Arbeit auf Bewährung erledigt. Wenn das DHB-Team das Paris-Ticket nicht gelöst hätte, wäre Gislasons Zeit beim DHB zu Ende gewesen.
Der 64-Jährige hat jetzt etwa vier Monate Zeit, um aus einer unsicheren Mannschaft einen ernsthaften Medaillenkandidaten zu machen. In Frankreich könnte sich sogar eine doppelte Chance für Handball-Deutschland ergeben. Auch die Frauen kämpfen im April in einer Gruppe mit Slowenien, Paraguay und Montenegro um ihr Olympia-Ticket. Die Qualifikation der DHB-Kollegen sollte ausreichend Motivation sein.
Emotional, aggressiv und wenig Fehler
24 Stunden nach dem katastrophalen Start gegen Kroatien schien Deutschland wie verwandelt. Von Abschlussschwäche war kaum noch etwas zu sehen. Die Schlüsselspieler um Julian Köster brachten die erforderliche Emotionalität und Körperlichkeit auf das Spielfeld, während die Abwehrspieler deutlich widerstandsfähiger waren. Die 9:7-Führung nach einer Viertelstunde war gerechtfertigt.
Gislason wählte in einer ersten Auszeit sogar das Adjektiv «überragend». Dass sich der EM-Vierte trotz guter Paraden von Andreas Wolff nicht entscheidend absetzen konnten, lag an einfachen Ballverlusten. Technische Fehler konnte das DHB-Team im Vergleich zum Vortag zwar verringern, aber nicht vermeiden. Umso besser, dass Turnier-Überflieger Uscins wieder einen Sahne-Tag erwischte und sein Team mit fünf Toren in Führung brachte (18:13).
U-21 Weltmeister Späth sorgt für Stimmung
Nach der Unterbrechung stieg die Intensität erneut an. Im Tor setzte Gislason jetzt zeitweise auf U21-Weltmeister David Späth, der die Halle mit zwei Paraden gleich in Ekstase versetzte. Von der aufgeladenen Stimmung profitierte auch Köster. Das Rückraum-Ass erzielte drei Tore in Folge und baute den Fünf-Tore-Vorsprung wieder auf (24:19).
Immer wieder drang der 24-Jährige mit seinem unbeugsamen Willen durch die hinteren Reihen Österreichs. Teamkollege Lukas Zerbe scheiterte dagegen zweimal aus vielversprechender Position, so dass Deutschland am Ende noch einmal bangen musste. Acht Minuten vor Spielende schmolz der Vorsprung auf zwei Tore. Doch die Handballer Deutschlands brachten das Ergebnis über die Zeit und fahren zu den Olympischen Spielen.








