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Die Gesichter hinter dem Erfolg von Bayer Leverkusen

Vom Trainer bis zum Torhüter: Eine Hommage an die Menschen, die den Verein geprägt haben und zum Erfolg geführt haben.

Trainer Xabi Alonso (r) und Florian Wirtz haben großen Anteil am Erfolg von Bayer Leverkusen.
Foto: Marius Becker/dpa

An diesem Wochenende besteht die Möglichkeit, dass Bayer Leverkusen deutscher Fußball-Meister wird und somit die elfjährige Titelserie des FC Bayern beendet.

Hinter diesem Erfolg stehen viele Personen, sowohl auf als auch neben dem Spielfeld. Die Deutsche Presse-Agentur präsentiert sie:

Xabi Alonso

Der Trainer ist das bekannteste Gesicht des Vereins, der Macher des Erfolgs. Mit seiner Aura des Weltmanns wird er von allen respektiert bis geliebt, sogar von Gegnern. Alonsos Mantra ist, «allen auf Augenhöhe» zu begegnen. Der Spanier denkt quasi 24 Stunden am Tag an Fußball, studiert bis in die Nacht Gegner und spielt im Training eifrig mit. Dennoch ist der dreifache Vater sehr familiär. Die Familie spielt bei seinen Zukunfts-Entscheidungen immer eine große Rolle, er braucht sie um sich. Sein erster Gruß nach jedem Spiel geht an seine Frau auf der Tribüne.

Fernando Carro

Carro, der in Barcelona geboren wurde, kam mit dem Fußball in Kontakt, als der Österreicher Hans Krankl 1978 zu Barça wechselte. Carros Mutter war die Spanischlehrerin von Krankls Frau Inge. Die Familien wurden Freunde. Auch den deutschen Trainer Udo Lattek unterrichtete Carros Mutter. Während seines Studiums des Wirtschaftsingenieurwesens in Österreich lebte Carro bei der Familie Krankl und arbeitete nebenbei als Sportjournalist. Im Jahr 1993 wechselte er zu Bertelsmann und hatte verschiedene Managerpositionen inne. Im April 2018 wurde er Clubchef bei Bayer Leverkusen und nannte von Anfang an den Titel als sein Ziel.

Simon Rolfes

Der ehemalige Kapitän von Leverkusen entwickelte sich neben dem heutigen Direktor der Nationalmannschaft, Rudi Völler, und übernahm im Sommer 2022 dessen Position als Sport-Geschäftsführer. Nach seiner Karriere war der ehemalige Nationalspieler zunächst als Experte für das ZDF und als Geschäftsführer eines Unternehmens für Torlinientechnologie tätig. In Interviews präsentiert sich der jüngste von vier Söhnen eines Lehrers und Vater von drei Töchtern stets charmant, aber auch zurückhaltend. Öffentliche Ankündigungen sind nicht sein Stil. Dennoch wird seine Arbeit in ganz Europa geschätzt. Im Sommer verpflichtete er laut Carro die fünf Spieler, die ganz oben auf der Transferliste standen, allesamt.

Lukas Hradecky

Der Torhüter ist der Kapitän der Mannschaft und ein wichtiges Element fürs Binnenklima. Der in Bratislava geborene Finne kokettiert auch öffentlich gerne mit Trinkfestigkeit. «Ich brauche keine Ausrede, um etwas zu trinken», antwortete er nach dem 3:0 gegen die Bayern auf die Frage, ob er nun Karneval feiern gehe. Nach einem Formtief im Vorjahr spielte er eine absolut solide Saison. Dennoch akzeptierte der 34-Jährige klaglos, dass in den Pokal-Wettbewerben regelmäßig der elf Jahre jüngere Matej Kovar das Tor hütete.

Jonathan Tah

Der in Hamburg geborene Spieler spielt bereits seit 2015 bei Bayer. Obwohl er in den letzten Jahren oft über Wechsel nachgedacht hatte, erlebte er nun einen unerwarteten Aufstieg. Als klarer Abwehrchef und Stammkraft in der Nationalmannschaft trug der Innenverteidiger mit beeindruckender Physis maßgeblich dazu bei, dass Bayer auch die beste Abwehr hatte. Auch außerhalb des Spielfelds hat sein Wort Gewicht. Kurz vor der Saison hatte Tah, der sich auch sozial engagiert und gerne viel liest, geheiratet.

Jeremie Frimpong

Der niederländische Außenverteidiger mit dem großen Offensiv-Drang ist einer der schnellsten Spieler der Liga. Der nur 1,71 Meter große Frimpong, der bei Manchester City ausgebildet wurde, wird von europäischen Top-Clubs vor allem aus England, aber auch vom FC Bayern gejagt. Nach Meinungsverschiedenheiten mit Bondscoach Ronald Koeman schaffte er im vergangenen Herbst doch noch den Sprung zum Nationalspieler. Das Bayer-Vereinsmagazin schrieb im Januar 2022 über den Anime-Fan mit drei Brüdern und drei Schwestern, er sei «ein junger Kerl, der sich seine kindliche Seite auffällig bewahrt hat und den weder das Erwachsenwerden noch das Glamour-Leben eines Fußball-Profis reizen.»

Alejandro Grimaldo

Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß lobte Leverkusen im Februar für den Transfer Grimaldos, weil diesen «davor kein Mensch gekannt» habe. Dies ist eine klare Fehleinschätzung, denn der beim FC Barcelona ausgebildete Außenverteidiger und Freistoß-Spezialist spielte mit Benfica Lissabon regelmäßig in der Champions League. Doch den Sprung ins spanische Nationalteam schaffte er erst mit 28 über Leverkusen. Auf dem Feld ein absoluter Ausnahmespieler, sorgte er im Club vor einigen Monaten mit öffentlicher Schwärmerei für Real Madrid für leichte Irritationen.

Granit Xhaka

Der 31-Jährige ist der unumstrittene Anführer im Team. In Gladbach und zu Beginn seiner Zeit beim FC Arsenal fiel er auch als Trotzkopf auf, ist jedoch enorm gereift. Xhaka gibt auf dem Spielfeld den Takt und das Tempo vor, ist ein wichtiger Anker für junge Spieler und führt prägnante und humorvolle Interviews. Im Jahr 2016 traf der Schweizer Rekordnationalspieler bei der EM auf seinen Bruder Taulant, der für Albanien spielt. Nach der Einführung der Nationalmannschaft erwog Granit einen Wechsel zum Nationalteam des Kosovo.

Florian Wirtz

Der Stürmer debütierte im Alter von 17 Jahren in der Bundesliga. Nach einer Verletzungspause aufgrund eines Kreuzbandrisses im März 2022 zeigte er in dieser Saison und insbesondere in der Rückrunde eine starke Leistung. Wirtz wurde zum festen Bestandteil der Nationalmannschaft und zum Bundesliga-Spieler mit dem höchsten Marktwert. Er trägt die kleinstmöglichen Schienbeinschoner, nur weil es verboten ist, keine zu tragen. Er ist das jüngste von zehn Geschwistern. Seine Schwester Juliane, das zweitjüngste Kind, spielt ebenfalls für Werder Bremen in der Bundesliga.

dpa