Die Münchner gewannen dominant, Müller erzielte sein erstes Tor am 30. Spieltag. Union steckt im Abstiegskampf.
FC Bayern München siegt 5:1 gegen Union Berlin im Bundesliga-Topspiel

Der FC Bayern München, der entthronte Serienmeister, hat sich bereits auf das Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid vorbereitet und den 1. FC Union Berlin weiter in den Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga gedrängt. Die Münchner gewannen das Topspiel am Abend mit 5:1 (2:0) und blieben auch im zehnten Duell mit den stark abstiegsbedrohten Köpenickern ungeschlagen.
Vor 22.012 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei erzielten Leon Goretzka (29. Minute) und Harry Kane mit einem direkt verwandelten Freistoß (45.+1) die Führung für die dominanten Gäste. Thomas Müller (53./66.), der sein 400. Bundesliga-Spiel in der Startelf bestritt, und Mathys Tel (62.) erhöhten. Müller erzielte damit zum ersten Mal an einem 30. Spieltag ein Tor, nachdem er an allen anderen Spieltagen bereits getroffen hatte. Yorbe Vertessen (90.+1) erzielte kurz vor Schluss noch ein Tor für die Gastgeber.
Es brechen für Union jetzt die entscheidenden Wochen an – sie stehen nun den direkten Abstiegskonkurrenten aus Mönchengladbach, Bochum und Köln gegenüber.
Keine Trainer-Gespräche mit Zidane?
Angesichts der bereits entschiedenen Meisterschaft scheint der Sieg der Münchner fast belanglos zu sein. Die Mannschaft konzentriert sich im Endspurt der Saison voll und ganz auf die einzige verbleibende Titelchance und das Halbfinale der Königsklasse gegen Madrid am 30. April. Auch die Chefetage um Max Eberl hat mit der Suche nach einem Nachfolger für Trainer Thomas Tuchel deutlich dringendere Themen auf ihrer To-do-Liste.
«Wir sind sehr final und werden hoffentlich bald etwas verkünden können», sagte Eberl. Nach Angaben des Sportvorstandes ist auch der zuletzt ins Gespräch gebrachte Ex-Weltmeister Zinédine Zidane kein Thema. Ein Kriterium sei, dass der neue Trainer mindestens Englisch spreche. «Ich weiß nicht, ob der Englisch spricht», sagte Eberl und deutete damit an, nicht mit dem Franzosen gesprochen zu haben.
400. Bundesliga-Startelf für Müller
Tuchel veränderte seine Startelf auf sechs Positionen. Das Team um Eric Maxim Choupo-Moting drückte die Berliner tief in die eigene Hälfte, wodurch die Räume aber auch sehr eng wurden. «Damit tun wir uns schwerer, als wenn wir kontern können», hatte der noch bis Sommer angestellte Tuchel erklärt und vorausgesagt: «Aber wir werden unsere Umschaltmomente bekommen.»
Wahrsager Tuchel hatte Recht behalten. Die Münchner bauten nach knapp 30 Minuten ihren Angriff über Jungstar Tel sehenswert auf. Im Strafraum lauerte Goretzka, der die flache Hereingabe des Franzosen unter die Latte knallte. Gerade als sich die Unioner immer mehr Tormöglichkeiten erspielten und durch Robin Gosens‘ Volleyschuss ihre bis dahin beste Chance hatten, erhöhte Kane mit einem direkt verwandelten Bilderbuch-Freistoß.
Erst Nebel, dann Müller
Zu Beginn der zweiten Hälfte hatten die Spieler des Union keinen klaren Durchblick. Zuerst, weil die Bayern-Fans in ihrem Block zündelten und die Sicht des Union-Torhüters Frederik Rönnow behinderten. Dann, als eine Flanke von Choupo-Moting über die Köpfe der Berliner Verteidiger flog und auf dem Fuß von Müller landete.
Die Berliner Widerstand war jetzt endgültig gebrochen und die Bayern spielten sich in einen kleinen Rausch. Die Verteidigung der Union schaltete komplett ab und Torhüter Rönnow schimpfte lautstark. Zuerst durfte Tel ran, dann setzte Müller mit seinem zweiten Tor den Schlusspunkt. Union hatte zwar Chancen, aber wie so oft fehlte die Effektivität.








