Die DHB-Auswahl will ihren Traum von einer EM-Medaille im entscheidenden Spiel gegen Frankreich am Leben halten. Ein Remis reicht zum Weiterkommen.
Deutschland gegen Frankreich: Alles oder Nichts um das Halbfinale

Deutschlands Handballer wollen ihren Traum von einer EM-Medaille im Alles-oder-Nichts-Spiel gegen Frankreich am Leben halten. «Das ist ein Endspiel um das Halbfinale», beschrieb Bundestrainer Alfred Gislason die Bedeutung der letzten EM-Hauptrundenpartie heute Abend (18.00 Uhr/ZDF/Dyn) in Herning.
Die deutsche Nationalmannschaft geht als Tabellenzweiter (6:2) mit einem leichten Vorteil in das Duell gegen den Rekord-Weltmeister, der als Dritter 4:4 Zähler aufweist. Ein Unentschieden reicht Deutschland bereits zum Weiterkommen. Allerdings würde eine Niederlage den Traum von einer Medaille platzen lassen. Es handelt sich nicht um den ersten Showdown zwischen den beiden Handball-Großmächten.
WM 2001: Kein Happy End für Brand-Team
Im Viertelfinale hielt die DHB-Auswahl dem WM-Gastgeber in Albertville lange stand und zwang die Franzosen in die Verlängerung. Trotzdem gelang den Spielern des damaligen Bundestrainers Heiner Brand nur noch ein Tor. Frankreich siegte mit 26:23 und holte später den Titel.
WM 2003: Verletzungspech bei Aufholjagd
Im Halbfinale liegt die deutsche Mannschaft eine Viertelstunde vor Schluss mit vier Toren zurück. Dank einer Energieleistung bejubelt die DHB-Auswahl am Ende noch einen 23:22-Sieg und den erstmaligen Einzug ins Endspiel seit dem legendären WM-Triumph 1978. Doch der Erfolg wird teuer bezahlt. Linksaußen Stefan Kretzschmar bricht sich den kleinen Finger der Wurfhand und fehlt im Finale genauso wie Rückraum-Ass Volker Zerbe, der einen Muskelfaserriss erleidet. Ohne das Duo verliert Deutschland gegen Kroatien und kehrt mit Silber heim.
WM 2007: Sieg im Marathon-Match
Das Halbfinale der Heim-WM gegen Frankreich vor 19 Jahren war äußerst spannend. Die deutsche Mannschaft gewann am Ende mit 32:31 nach zweimaliger Verlängerung. Im Finale gegen Polen holte sich Deutschland zum dritten Mal den WM-Titel.
EM 2008: Ende einer Erfolgsära
Nachdem das DHB-Team knapp im Halbfinale gegen Dänemark verloren hat, ist die Stimmung gedrückt. Im Spiel um Bronze erleidet es eine deutliche 26:36-Niederlage gegen die Franzosen. Dieser Verlust markiert den Anfang eines langen Abschwungs im deutschen Handball. Erst acht Jahre später kehrt die DHB-Auswahl mit dem sensationellen EM-Triumph in der Weltspitze zurück.
Olympia 2016: Schock kurz vor Schluss
Im Halbfinale schien die DHB-Auswahl 20 Minuten vor Schluss wie der klare Verlierer auszusehen. Frankreich führte mit 22:15, aber dann kam die deutsche Mannschaft zurück. 58 Sekunden vor dem Ende erzielte Tobias Reichmann das 28:28. Die Halle tobte, aber Frankreich konterte noch einmal durch Daniel Narcisse, der zwei Sekunden vor Schluss den Sieg für den Rekord-Weltmeister erzielte und die deutschen Gold-Hoffnungen zunichte machte. Am Ende gab es zumindest Bronze.
WM 2019: Blech statt Bronze
Wie schon bei der EM 2008 treffen beide Mannschaften im Spiel um die Bronzemedaille aufeinander. Die letzten Sekunden laufen. Bei einem Spielstand von 25:25 erobert das deutsche Team den Ball, den Linksaußen Matthias Musche durch ein riskantes Anspiel an den Kreis zurückgibt. Kurz vor Schluss trifft Nikola Karabatic für die Franzosen. Diese jubeln, während Deutschland bei der Heim-WM ohne Medaille dasteht.
WM 2023: Der Medaillentraum platzt
Erneut hat die Équipe Tricolore das bessere Ende für sich. Im Viertelfinale verliert die deutsche Mannschaft deutlich mit 28:35, obwohl sie nach 35 Minuten noch mit zwei Toren vorne liegt. Zu viele Fehler in der Schlussphase lassen den Traum von einer Medaille platzen.
Olympia 2024: Das «Wunder von Lille»
Ein denkwürdiges Spiel für die Handball-Geschichtsbücher. Im Viertelfinale führt Gastgeber Frankreich sechs Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit mit einem Tor und besitzt den Ball. Doch Rückraum-Star Dika Mem hat beim Anwurf einen Blackout, was es der DHB-Auswahl ermöglicht, durch Renars Uscins noch auszugleichen. In der Verlängerung gewinnt das Team von Bundestrainer Alfred Gislason mit 35:34 und sichert sich später die Olympia-Silbermedaille.








