Wück soll die nächsten drei Turniere mit der Auswahl bestreiten und bestenfalls den ersten Titel seit Olympia-Gold 2016 holen.
DFB verlängert Vertrag mit Bundestrainer Christian Wück bis 2029

Christian Wück wurde damit beauftragt, die Fortschritte der deutschen Fußballerinnen voranzutreiben und nicht nur für eine erfolgreiche WM 2027 in Brasilien zu sorgen. Der DFB hat beschlossen, den ursprünglich bis Ende 2026 laufenden Vertrag mit dem 52-jährigen Bundestrainer bis August 2029 zu verlängern. So soll Wück die nächsten drei Turniere mit der Nationalmannschaft bestreiten – und im besten Fall den ersten Titel seit Olympia-Gold 2016 holen.
«Christian Wück hat gemeinsam mit seinem Trainerteam nicht nur einen wichtigen Umbruch eingeleitet, sondern auch mutig auf junge Talente gesetzt», sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf nach einem Beschluss des Aufsichtsrats und der Gesellschafterversammlung. «Unter seiner Leitung ist ein Team gewachsen, das durch sein selbstbewusstes, dynamisches und begeisterndes Spiel überzeugt.»
«Ein großes Privileg»
Demnach würde Wück nicht nur die deutschen Frauen bei der Weltmeisterschaft im nächsten Jahr betreuen, sondern auch bei einer Qualifikation bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles und bei der Heim-EM 2029.
«Es ist ein großes Privileg, dieses besondere Amt weiter ausüben und die Chance haben zu dürfen, das Team bei bis zu drei großen Turnieren zu begleiten», sagte Wück, hielt sich aber mit Erfolgsversprechen zurück: Im Mittelpunkt stehe «die bestmögliche Entwicklung jeder einzelnen Spielerin und der gemeinsame Anspruch, mutigen und erfolgreichen Fußball zu zeigen, um als Team gemeinsam weiterzuwachsen».
Start in der WM-Qualifikation in Dresden
Vor Beginn der WM-Qualifikation im März hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Klarheit über das Nationalteam mit Kapitänin Giulia Gwinn geschaffen. Die Gegner auf dem Weg zum nächsten großen Turnier sind Slowenien, Österreich und Norwegen. Das erste Spiel für die Weltmeisterinnen von 2003 und 2007 findet am 3. März in Dresden gegen Slowenien statt.
Der DFB und die Verantwortlichen rund um Wück rechnen fest mit dem WM-Ticket und wollen als Gruppenerste den Umweg über die Playoffs unbedingt vermeiden. Auch seine Assistentinnen, die Ex-Nationalspielerinnen Saskia Bartusiak und Maren Meinert, haben sich bis 2029 an den Verband gebunden. Für die Vertragsverhandlungen habe man laut Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig «buchstäblich nicht länger als die Dauer eines Länderspiels gebraucht».
Neues Gesicht des DFB-Teams nach Umbruch
Im Jahr 2023 gewann Wück die EM- und WM-Titel mit der männlichen U17-Auswahl des DFB. Nach den Sommerspielen von Paris im Jahr 2024 übernahm er das Amt bei den Frauen als Nachfolger von Horst Hrubesch, der mit den DFB-Frauen nach einer großen Willensleistung Bronze gewann.
Kett und Wamser als Entdeckungen
Der Trainer schaffte den Neuanfang nach dem Rücktritt von Schlüsselspielern wie der Starstürmerin Alexandra Popp, brachte außerdem vielversprechende Talente wie Carlotta Wamser oder Franziska Kett ins Team und überzeugte mit taktischen Veränderungen.
Wück kritisierte öffentlich wiederholt die spielerischen Defizite und den Mangel an Topspielerinnen. Sein Umgang stieß intern zunächst nicht nur auf Gegenliebe: Die langjährige Nationalspielerin Felicitas Rauch kritisierte die Kommunikation des Bundestrainers, als sie nicht nominiert wurde.
Künzer formuliert Titelanspruch
Im vergangenen Jahr schied das deutsche Team bei der EM in der Schweiz im Halbfinale gegen Spanien aus. Trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von Gwinn überstand es viele Widrigkeiten und begeisterte im epischen Viertelfinale gegen Frankreich.
Ebenfalls gegen die Weltmeisterinnen aus Spanien unterlagen die DFB-Frauen danach im Nations-League-Finale. Auf die erreichten Erfolge sei man stolz, so DFB-Direktorin Nia Künzer, «gleichwohl bleibt unser Anspruch, auch wieder Titel zu holen».








