Deutsche Tennis-Herren vor Herausforderungen ohne ihren Star in Ungarn. Der Sieg ist für uns sehr wichtig, bedauerte Teamchef Michael Kohlmann.
Erkrankter Zverev fehlt bei Davis-Cup-Qualifikation in Ungarn

Die Bilder von Alexander Zverev, dem Halbfinalisten der Australian Open, sind weiterhin präsent, während er sich auf die Davis-Cup-Qualifikationsrunde in Ungarn vorbereitet.
Zverev leuchtet am Eingang der modernen Multifunktionsarena von Tatabánya auf einem großen Monitor ebenso wie auf den Fernsehern im Raum der Auslosung. Doch der geplante Star dieses zweitägigen Tennis-Duells ist nicht in der kleinen Stadt rund 60 Kilometer westlich von Budapest erschienen. Die Absage des erkrankten Zverev erschwert die Herausforderungen am Freitag und Samstag in Ungarn erheblich für die deutschen Tennis-Herren.
«Er kann in so einem Duell den Unterschied ausmachen. Er war in großartiger Form», bedauerte Teamchef Michael Kohlmann. «Er wünscht uns natürlich nur das Beste. Er ist scharf darauf, die späteren Runden zu spielen. Der Sieg ist für uns sehr wichtig».
Zverev bringt Virusinfekt aus Melbourne mit
Zverev kämpft immer noch mit seiner Erkältung, die ihn bereits in Melbourne geschwächt hat. Er allein hätte in Tatabánya als Favorit in den Einzeln für zwei von drei erforderlichen Punkten sorgen können. Wenn er gewinnt, qualifiziert sich das Team für die Gruppenphase im September. Im Falle einer Niederlage müsste der DTB die Chance auf den Davis-Cup-Titel erneut frühzeitig aufgeben und stattdessen wie 2023 um den Verbleib in der Weltgruppe bangen.
«Es ist 50:50 würde ich sagen», prognostizierte Jan-Lennard Struff und ergänzte mit Blick auf Zverev: «Ich weiß gar nicht, ob wir mit Sascha unbedingt so klarer Favorit gewesen wären. Natürlich hilft es, aber das gegnerische Team ist gut, und wir spielen auswärts. Deswegen ist es eine schwierige Aufgabe – egal wer im Team ist.»
Struff und Koepfer sollen es in den Einzeln richten
Struff (der 24. der Weltrangliste) übernimmt in Zverevs Abwesenheit die Position als deutsche Nummer eins. Am Freitag trifft er im zweiten Einzel auf Marton Fucsovics. Vorher spielt Dominik Koepfer gegen die ungarische Nummer eins Fabian Marozsan (15.00 Uhr/DAZN und TennisChannel). Für das Doppel am Samstag (13.00 Uhr) sind Kevin Krawietz und Tim Pütz vorgesehen, danach folgen zwei weitere Einzel.
Erst am Mittwoch herrschte Gewissheit darüber, dass Zverev nicht rechtzeitig genesen würde. Doch Koepfer (60.) hatte schon zuvor geahnt, dass er infrage kommen könnte. «Er hat sich irgendwas eingefangen, ist ja klar, wenn du wochenlang so viel Tennis spielst, es sei ihm verziehen», sagte Koepfer: «Es ist natürlich schade, dass er nicht dabei ist, aber ich denke, wir haben ein gutes Team. Deswegen denke ich, dass wir das kompensieren können.»
Koepfer hat in der ersten Runde der Australian Open ein starkes Match gegen Zverev geliefert. Die Ungarn sollten jedoch in der ausverkauften Halle vor rund 6500 Zuschauern und auf dem von ihnen gewählten langsameren Hartplatz keinesfalls unterschätzt werden. Marozsan (57.) beeindruckte 2023 mit einem Sieg gegen den spanischen Tennisstar Carlos Alcaraz und überzeugte Kohlmann durch das Erreichen der dritten Runde in Australien. Routinier Fucsovics (82.) kratzte bereits an den Top 30 der Weltrangliste.
«Darum spielst du Tennis»
«Es macht auf jeden Fall auch Spaß auswärts zu spielen mit Fans, die gegen dich sind. Es ist eine coole Atmosphäre. Darum spielst du Tennis», sagte Koepfer und mutmaßte: «Es kommt auf eins, zwei Punkte an. Es wird eine knappe Begegnung.»
Auch deswegen hätte Kohlmann auf die Nachnominierung von Maximilian Marterer gern verzichtet, selbst wenn Zverev nur am Samstag, dem zweiten Spieltag, eine «Riesenhilfe» hätte sein können. «Ich hatte ihm signalisiert, dass ich bis zum letzten Moment warten würde, weil ich uns die Chance geben wollte, dass er auf jeden Fall kommt», sagte Kohlmann: «Wir mussten dann eine Entscheidung treffen.» Mit vier Spielern ins Wochenende zu gehen, wäre zu «riskant» und «nicht professionell» gewesen.








